Zwangsstörungen: Arten der Zwänge

Zwangsstörungen sind vielfältig. Jeder Betroffene entwickelt unterschiedliche Zwänge, die sich vollkommen in Art und Ausprägung unterscheiden können. Dennoch gibt es durchaus einige große Kategorien, die Gemeinsamkeiten von Zwangsstörungen zusammenfassen. Die Klassifizierung wird dadurch überschaubarer.

 Zwangsgedanken als häufigste Form

Die häufigste Form der Zwangsstörungen sind die Zwangsgedanken. Es handelt sich dabei um den Umstand, dass die Betroffenen einen bestimmten Gedanken immer wieder denken müssen. In vielen Fällen sind die Gedanken sinnlos. Ein Umstand, der den Betroffenen durchaus bewusst ist. Wird der Gedanke allerdings nicht gedacht, entsteht Angst, die sich mit jeder Sekunde, in der der Zwang unterdrückt wird, steigert. Daher geben die Betroffenen auch bei dieser wenig offensichtlichen Art der Zwangsstörung dem Drang nach und denken den störenden Gedanken bis zu seinem Ende.

In der Regel handelt es sich bei diesen Gedanken um Unfälle, Katastrophen oder auch Krankheiten und Gewaltakte, die nahestehende Personen wie den Partner oder das eigene Kind betreffen. In vielen Fällen beschreiben die Betroffenen, dass sie die Gedanken fast szenisch erleben. Daher sind diese sehr oft extrem belastend.

Eine recht harmlose Ausprägung ist es, wenn der Zwangsgedanke darin besteht, dass bestimmte Verse oder Melodien ständig wiederholt werden müssen. Weit belastender ist allerdings, wenn der Gedanke darin besteht, dass geliebte Menschen beleidigt werden müssen oder wenn sogar Beschimpfungen im Mittelpunkt der Gedanken stehen.

Oftmals sind diese Gedanken zwar belastend, müssen allerdings nicht in konkrete Handlungen münden. Daher wird der Nächste nicht geschädigt, beleidigt oder sogar beschimpft. Eine besonders bekannte Zwangsstörungen liegt dann vor, wenn die Betroffenen ständig an Keime und Krankheiten denken müssen. Oft waschen sie sich ständig oder versuchen, die Krankheit abzuwehren, die eigentlich nicht vorhanden ist.

Zwangshandlungen – Ständige Wiederholung

Die bekannteste Form der Zwangsstörung sind die Zwangshandlungen. Die Betroffenen müssen hierbei immer wieder eine bestimmte Handlung wiederholen. Erstaunlich ist, dass diese Handlungen häufig nur den Zweck haben, dass sie Zwangsimpulse und Zwangsgedanken minimieren sollen oder eine Entlastung dieser schaffen.

Die Handlungen sind in der Regel automatisiert, sodass sie immer nach dem gleichen Schema ablaufen und ein Ritual darstellen, das strikt eingehalten wird. Die bekannteste Form ist der Kontrollzwang. Dieser liegt vor, wenn bestimmte Aspekte – wie das Verschließen der Tür – mehrmals wiederholt werden, obwohl dem Betroffenen bewusst ist, dass er bereits kontrolliert hat und daher weis, dass kein Problem vorliegt.

Auch die Reinigungs- und Waschzwänge sind weit verbreitet und durch ihre deutliche Erscheinung sehr bekannt. Die Betroffenen müssen sich ständig waschen oder stundenlang die Wohnung säubern. Auch Sammelzwänge sind bekannt und in einer extremen Ausprägung wird die gesamte Wohnung mit Müll belagert. Hierbei entstehen dann sekundär weitere Probleme gesundheitlicher Natur, die kaum vermieden werden können. Die Betroffenen schämen sich für ihren Zwang und vermeiden daher den Kontakt mit Mitmenschen.

Mischformen sind häufig

Tückisch bei dieser Erkrankung ist, dass sich die Zwänge zunehmend ritualisieren und daher immer komplexer werden. In vielen Fällen tritt eine Kombination aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auf. Daher sind die beiden Formen nur schwer voneinander abzugrenzen. Problematisch ist bei der Art der Zwänge, dass sie auch im normalpsychologischen Bereich vorkommen können – allerdings in einer leichten Ausprägung, unter der der Betroffene nicht leiden muss.

 

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