Emotionale Abhängigkeit vom Partner

Meist verbindet man Abhängigkeit ja mit Drogen, Tabletten, Alkohol oder Tabak. Manchmal vielleicht auch noch mit Essen. Viel schwerwiegender ist aber die psychische Abhängigkeit vom Partner oder der Partner untereinander. Körper und Seele leiden, aber trotzdem kann man nicht loslassen? Emotionale Abhängigkeit ist weit verbreitet – und noch immer eher ein Tabuthema.

Drei Stufen der Abhängigkeit

Die Grenzen zwischen der Abhängigkeit vom Partner und der bewussten Aufteilung von Rollen (Haushalt, Kinder, usw.) ist fließend. Schließlich lebt eine Partnerschaft davon auch Alltagsaufgaben zu teilen. Schnell gerät man dabei in die erste und unterste Stufe der Abhängigkeit: Sie ist wirtschaftlicher Natur. „Bis in die 80er Jahre waren Frauen bedingt durch schlechtere Bildungsabschlüsse und eine geringere Erwerbstätigkeit in der Mehrzahl von ihren Partnern wirtschaftlich abhängig“, erläutert Andreas Klocke, Professor für Soziologie an der Fachhochschule Frankfurt am Main gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Heute ist zunehmend immer weniger ein Thema, dass Frauen von ihrem Partner komplett finanziell abhängig sind. Allerdings ist der Mann meist trotzdem noch der Hauptverdiener, sei es, weil Frauen häufig Teilzeit arbeiten oder einfach weniger verdienen. Aber das muss nicht zwangsläufig immer eindimensional sein.

Häufig wird zusammen hochpreisiges Eigentum, wie beispielsweise ein Haus oder eine Wohnung, angeschafft. Um sich von dem Schuldenberg wieder runter zu arbeiten, müssen beide finanzielle Mittel aufbringen. Die wechselseitige wirtschaftliche Abhängigkeit entsteht dann, wenn keiner alleine das Haus finanzieren könnte. Aber auch eine lebenspraktische Abhängigkeit ist möglich und auch sie schleicht sich häufig langsam und heimlich ein. Oft werden Aufgaben geschlechterspezifisch getrennt: Der Mann ist zuständig für Handwerkliches, Technisches und Administratives, während die Frau sich um Kinder und Küche kümmert. Jeder macht das, was ihm am ehesten liegt. Aber das hat dann zur Folge, dass es schwierig und unangenehm wird, wenn einmal die Aufgaben des anderen übernommen werden müssen – mit zunehmender Dauer wird das in der Regel unangenehmer.

Die dritte Form der Abhängigkeit ist emotional. An und für sich ist es in einer Partnerschaft ganz normal und meist auch gewünscht, dass die Partner wechselseitig aufeinander angewiesen sind. Ausschlaggebend ist der Grad. Es ist unproblematisch, solange beide nicht das Gefühl haben, ohne den anderen nicht (mehr) weiterleben zu können. Dann kann das sich das Gleichgewicht zu einer Seite verschieben. Die Beziehung fühlt sich nicht mehr stimmig und gut an. Der eine Partner stellt seine Gefühle zurück und hält mit seiner Meinung hinter dem Berg. Konflikte werden tendenziell zunehmend vermieden. Meist klappt es dann auch im Bett nicht mehr gut.

Was kann man gegen diese Abhängigkeiten tun?

Bei drohender gegenseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit ist ein Tipp sorgfältig und gemeinsam zu überdenken, ob die Anschaffung auf Kredit wirklich getätigt werden sollte. Bei der lebenspraktischen Abhängigkeit ist es notwendig durch häufiges Hinterfragen das Einschleifen von Gewohnheiten zu vermeiden. Eine Möglichkeit wäre es beispielsweise die eigenen Aufgaben dem Partner beizubringen. „Gemeinsames Kochen, Bauen, Putzen oder das Abklärungen von Versicherungsangelegenheiten kann auch zu zweit mehr Spaß bereiten“, so Gritli Bertram, Diplom Sozialpädagogin und Partnerberaterin aus Hannover.

Kann man emotionale Abhängigkeit vom Partner überwinden?

Das ist nicht leicht. „Die meisten bemerken die ungleiche Beziehung erst spät“, sagt Bertram. Die Signale schleichen sich im Alltag langsam ein. Wichtig ist es auch hier miteinander zu sprechen und ab und zu immer mal wieder Bilanz zu ziehen. Zugegeben, das ist nicht leicht, zumal die emotionale Ebene ja nichts wirklich Greifbares ist. Die eigene Autonomie bewahren, einen eigenen Freundeskreis zu pflegen, eigenen Hobbies nachzugehen ist sehr wichtig. Wenn sich das Gefühl einschleicht oder man von anderen einen Hinweis bekommt, ist es Zeit darüber nachzudenken, was zu tun ist. Man sollte sich nicht scheuen auch Hilfe von außen zu suchen und anzunehmen.

 

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