Psychologie – Angehörige

Die Bereitschaft für andere zu sterben

Sein Leben für andere geben. Was steckt hinter einer solchen Bereitschaft? Ein wichtiger Faktor ist das gemeinsame Erleben schrecklicher Erfahrungen, was die Beteiligten, auch nicht verwandte Menschen, zusammenschweißen lässt. Menschen sind soziale Wesen. Einer Gruppe anzugehören hat sich schnell als überlebenswichtig erwiesen.  Auch das kooperative Verhalten innerhalb der Verwandtschaft und der Gruppe zeigte sich im Laufe der Zeit als äußerst vorteilhaft. Die Bereitschaft zum Wohl Anderer, auch nicht verwandten Gruppenmitglieder, zu sterben, konnte bisher jedoch noch nicht erklärt werden. Ein mathematisches Modell soll helfen.

Das kooperative Verhalten: Womit sich identifiziert wird

Dafür ist ein zusätzlicher Faktor notwendig. Durch gemeinsam schmerzlich durchlebte Erfahrungen prägt sich eine starke Identifikation des Einzelnen mit seiner Gruppe aus, was zu einer extremen Opferbereitschaft bis hin zum Tode führe. Mehrere Zusammenhänge die aus dem Modell abgeleitet wurden, zeigten sich auch in Studien bezüglich Fußballfans, Burschenschaften, Kriegsveteranen und ähnlichen Gruppen. Für eine Gruppe kämpfen und Sterben zu wollen könne sich, so die Ansicht von Anthropologen und Psychologen im Fachblatt „Scientific Reports“, durch die Entwicklung des Verhaltens und weniger durch die Einflüsse aus kultureller Sicht entstanden sein. Solche Schlussfolgerungen könnten womöglich bei der Erklärung des Verhaltens von Mitgliedern von Verbrecherorganisationen, gewaltbereiten Sekten und Selbstmordattentäter behilflich sein.

Einsicht in ein mögliches Modell

Werden negative Erfahrungen gemeinsam erlebt, könne dies bewirken, dass sich die Individuen sogar enger miteinander verbunden fühlen als Brüder, laut Aussage von Sergey Gavrilets an der University of Tennessee in Knoxville.

Die mathematisch simulierten Abläufe sollten die Lebensbedingungen unserer Vorfahren verdeutlichen. Dabei wurden Gruppen von Jägern und Sammlern jeweils unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt, die drohten deren Gemeinschaft zu zerstören, seien es feindlich konkurrierende Menschengruppen in Bezug zu Nahrung und Lebensraum oder sich ändernde Umweltbedingungen. Weiterer Ausgangspunkt stellt das Leben der einzelnen Parteien in gleich großen Verbänden dar. In den einzelnen Situationen war das Überleben der Gruppe wichtiger als das, der naheliegenden Verwandten zu sichern. Die Aktionen der kompletten Gemeinschaft, das Mitwirken der Einzelnen und die darauf erfolgten Konsequenzen wirkten sich in dem Modell über mehrere Generationen auf das Überleben der Gruppe aus.

Vorteilhaft für die Gruppe im Modell war ein Verhalten, welches den Opfertod einiger Mitglieder bei großer Gefahr in Kauf nahm. Vorausgesetzt, dass eine gemeinsam durchlebte Not stattgefunden hat und sich das Mitglied danach vollständig mit der Gruppe identifizierte. Sonst wäre ein so extremes Kooperationsverhalten gar nicht möglich.

Bis in unsere Zeit

Unter bestimmten Bedingungen ist das Verhalten auch heute noch in einigen Strukturen zu finden. Beispielsweise unter sehr stark patriotisch eingestellten Menschen, in fundamentalistischen Religionsgemeinschaften oder bei Soldaten eines Einsatztrupps. Ist die Identifizierung mit der Gruppe so extrem stark, wird eine Bedrohung als persönlich aufgefasst und die Verteidigung der Gruppe, wie eine Selbstverteidigung angesehen.

Das Modell und einzelne Aspekte dieser Idee haben die Forscher noch auf andere Bereiche übertragen. So wurden in acht Einzelstudien das Muster unter Fans eines Fußballvereins aus England, in nationalistisch eingestellten US-Amerikanern, bei Kriegsveteranen und Mitgliedern einer Kampfsportgruppe gesucht. Jedoch seien noch weitere Studien nötig, um die Hypothese weiter zu bestätigen. Damit in Verbindung steht die Frage, ob die totale Identifizierung stärker wird, je kleiner die Gruppe ist. Zudem sollen zukünftig auch die kulturellen und traditionellen Faktoren mit einbezogen werden.

 

Können Traumata vererbt werden?

Anhand von Tierversuchen ist es Forschern der Universität und der ETH Zürich gelungen zu zeigen, dass Traumata vererbt werden können. Das Gute ist jedoch, dass laut den Forschern Traumata reversibel sind.

Können Traumata wirklich vererbt werden?

Wer in seiner Kindheit Schweres erlebt hat, hat höhere Chancen auch einmal unter einer psychischen Krankheit zu leiden oder auch einfach Verhaltensauffälligkeiten aufzuweisen. Dabei kann es zu sehr gravierenden Folgen kommen, da Kinder von Eltern mit Traumata einiges vererbt bekommen. Das Ganze passiert auch wenn die Kinder einem ähnlichen Stress oder ähnlichen Situationen, die zu Traumata führen, nie ausgesetzt waren. Kann man dieses Verhalten aber vielleicht durch bessere Lebensbedingungen gerade rücken? In einer aktuellen Tierstudie suchen Forscher der Universität und der ETH Zürich nach Antworten auf diese Fragen.

Wie groß ist der Einfluss auf die nächsten Generationen?

Für die Studie wurden Tests an Mäusen durchgeführt. Dabei wurden junge Männchen von ihren Müttern getrennt und wurden dann traumatischem Stress ausgesetzt. In den nächsten Wochen und Monaten verhielten sich die Mäuse in stressigen Situationen auffällig, das Gleiches gilt auch wiederum für ihre Nachkommen. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher vor allem durch das Beobachten der Scheu der Mäuse vor hellem Licht und auch bei der Leistung, wenn es darum ging komplexe Aufgaben zu lösen.

Neuronal gesehen spielte sich sehr viel im Hippocampus ab, der Partie des Gehirns in der es um die Stressregulierung geht. Durch epigenetische Veränderungen kam es zu anderen neuronalen Strukturen im Hippocampus. Das führte zu einer erhöhten Gehirnaktivität und vor allem zu einer Vermehrung von Rezeptoren.

Verhaltensauffälligkeiten können durch eine positive Umgebung beeinflusst werden

Die Tests haben allerdings auch gezeigt, dass Tiere, wenn sie erwachsen sind auch durch eine positive Umgebung ihr Verhalten ändern können. Die traumatischen Symptome gingen bei Mäusen stark zurück, die glücklich mit ihrem Leben waren. Des Weiteren waren auch die Beobachtungen in Bezug auf die epigenetischen Veränderungen reversibel,  sodass die Symptome nicht unbedingt an die nächste Generation weitervererbt wurden.

Verhaltensauffälligkeiten durch die Umwelt bekämpfen

Somit schafften es die Forscher aus Zürich als erste nachzuweisen, dass epigenetische-, als auch Verhaltensänderungen durch eine positive Umwelt beeinflusst werden können. Diese werden im Normalfall an die Nachkommen weitervererbt und durch dieses Wissen könnte das verhindert werden. Bislang hatte man diesen Effekt ausschließlich bei Medikamenten beobachten können.

 

Gesundheit im Alter: Zufriedenheit des Partners hält gesund

Das Alter bringt oft seine Herausforderungen mit sich. Doch Verheiratete leben meist länger und gesünder. Denn nicht nur die eigene Zufriedenheit, sondern auch die des Partners bzw. der Partnerin, tragen zu einem gesunden Alter bei.

Zufriedenheit und Gesundheit sind von großer Bedeutung im Alter

Es ist keine überraschend neue Erkenntnis, dass glückliche Menschen länger und gesünder leben als unglückliche. Das Glück stärkt das Immunsystem, verhindert Stress und Depressionen. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Zusammenhang. Der Gesundheitszustand von Senioren ist demnach besonders gut, wenn die Männer und Frauen mit sich und dem eigenen Leben, aber auch der Partner, die Partnerin zufrieden sind. Zu diesem Schluss kommen Psychologen aus den USA. Für sie ist der Zusammenhang klar. Wenn Senioren mit einem glücklichen Partner leben, fördert das auch die eigene Gesundheit und das eigene Glück. Unwahrscheinlich dagegen ist, dass die eigene Gesundheit den Partner glücklicher macht.

Zufriedenheit des Partners

Im Wissen, dass der Partner zufrieden ist, verhindert ein für die Gesundheit abträgliches Verhalten, also z.B. den Konsum von Alkohol oder Drogen. Dazu werteten Wissenschaftler der Michigan State University und der Universität von Chicago in einer sechsjährigen Studie  Daten von etwa 2.000 Ehepaaren aus. Die Teilnehmer waren zwischen 50 und 94 Jahre alt und gaben viermal Auskunft darüber, wie glücklich und zufrieden sie sich sehen. Dazu gehörten auch Angaben über chronische Erkrankungen, Beeinträchtigungen bei alltäglichen Tätigkeiten und die körperliche Aktivität.

Glück und Zufriedenheit fördern Gesundheit

Die statistische Auswertung dieser Daten zeigte, dass Menschen, die viel Glück und Zufriedenheit im Leben empfinden, im Durchschnitt gesünder sind. Unabhängig davon spielte auch zusätzlich das Glück des Partners und der Gesundheit eine wichtige Rolle. Bei den befragten Männern und Frauen  gab es dabei kaum Unterschiede. Im Bereich der chronischen Krankheiten gab es hier jedoch keinen Zusammenhang. Hier könnte der Grund sein, dass einige chronische Erkrankungen häufig verschiedene, mitunter angeborene und lange zurückliegende Ursachen haben. Damit beeinflusst eine chronische Erkrankung den Ehepartner weniger. Demnach spricht dieses Teilergebnis dafür, dass nicht die eigene Gesundheit der Grund für das Glück der Partner ist. Auch wenn die Studie das nicht belegt, ist doch wahrscheinlich anzunehmen, dass ein umgekehrter Einfluss von Ursache und Wirkung vorliegt. Glückliche Partner können nämlich auf sehr unterschiedliche Art die Gesundheit des Partners positiv beeinflussen. Dazu gehört etwa eine verstärkte Fürsorge, praktische Lebenshilfe und die Anregung zu einer gemeinsamen, gesunden Lebensweise. Negative Stimmungen von unglücklichen Partnern dagegen hemmen die Motivation und die Energie. Beides ist wichtig für eine gesunde Lebensweise.

Weitere Zusammenhänge

So zeigen die Ergebnisse der Studie auch, dass Krankheiten von Menschen mit der schlechten Stimmung oder dem fehlenden Lächeln des Partners zusammen hängen können. Noch ist aber nicht eindeutig geklärt, ob diese Zusammenhänge auch für jüngere Paare gelten. Außerdem muss in weiteren Studien geklärt werden, ob es hier auch weitere Zusammenhänge mit sozialen Beziehungen von Freunden, Nachbarn und Kollegen bestehen. In jedem Fall haben verschiedene Studien gezeigt, dass glückliche Senioren länger fit bleiben und langsamer mental und körperlich abbauen. Außerdem spielen weitere Lebensumstände wie Beruf, wirtschaftliche Situation und Bildungsstand eine Rolle für Glück und Gesundheit im Alter.

 

Palliativmedizin: Patienten möchten zu Hause sterben

Die meisten Menschen wollen am liebsten zu Hause sterben. Eine neue Umfrage zeigt, dass 60% der Befragten lieber Zuhause sterben würden als in einem Krankenhaus oder in einem Altersheim. Trotzdem stirbt nur jeder fünfte in den eigenen vier Wänden. Die meisten sterben im Krankenhaus oder im Pflegeheim – auch wenn das vermutlich kaum einer von ihnen wollte. Einige können sich auch vorstellen, in einem Hospiz zu sterben. Aber auch dort werden nur drei Prozent aller Tode registriert. Nach der Umfrage wird klar, dass die Mehrheit aller Menschen ihre letzten Stunden nicht dort verbringen, wo sie es eigentlich wollen.

Palliativmedizin: Skepsis gegenüber Kliniken und Pflegeheimen

Die schlechten Ergebnisse der Umfrage deuten auf eine allgemeine Skepsis gegenüber Kliniken und Pflegeheimen hin. Wie oft Menschen dort sterben, wo sie sterben wollen, kann man nicht genau sagen. Repräsentative Umfragen zum bevorzugten Sterbeort haben ganz andere Ergebnisse als Statistiken. Zudem kann man nicht alle Menschen auf der Erde befragen – und tote schon gar nicht. Oft ändern die Menschen sogar ihre Meinung. Nach einer tragischen Diagnose wollen viele lieber zu einer gut ausgestatteten Klinik anstatt Zuhause zu bleiben.

Es bleibt die Frage: Warum wollen die meisten Menschen Zuhause sterben? Mediziner sagen, dass vor allem die Selbstbestimmung einen sehr hohen Stellenwert hat. Die Selbstbestimmung wird meistens mit ihrem Zuhause verbunden. Zudem fühlen sie sich Zuhause freier und weniger ausgeliefert.

Mobile Sterbebegleitung

In einigen deutschen Städten bietet man mittlerweile eine ambulante Sterbebegleitung an. Diese soll Menschen professionell helfen, wenn sie Zuhause sterben wollen. Das Team für die „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ betreut im München betroffene Familien. In einem Jahr haben mehrere dieser Teams knapp 220 Münchner und ihre Familien betreut. Sie begleiten die Totkranken teilweise über Jahre und helfen wo es nur geht. Das Angebot gibt es – obwohl die Kosten in den meisten Fällen von den Krankenkassen übernommen werden – leider noch nicht überall in Deutschland. Das Ministerium gibt das Ziel aus, dass in Deutschland ein möglichst flächendeckendes Angebot entstehen soll.

Bei diesem Hospizdienst konnten fast alle Patienten an einem vertrauten Ort sterben. Nur selten mussten Patienten dann doch noch ins Krankenhaus gebracht werden, weil die Versorgung zu Hause nicht mehr sichergestellt war oder die Angehörigen mit der Situation nicht klar kamen. Viele sind der Meinung, dass der letzte Schritt ins Krankenhaus oft nicht nötig ist. Die meisten Menschen die noch ins Krankenhaus gebracht werden versterben dort direkt. Dies kostet den Krankenkassen im Schnitt 9000 Euro und ist in vielen Fällen wahrscheinlich vermeidbar.

 

Soziale Netzwerke helfen Hinterbliebenen im Trauerfall

Heutzutage kommt es viel häufiger vor als wir denken, dass beim Tod eines geliebten Freundes die Hinterbliebenen in sozialen Netzwerken wie etwa auf Facebook den Austausch miteinander intensivieren. Freunde und Bekannte des Verstorbenen versuchen auf diese Art und Weise den Verlust langfristig auszugleichen. Bei einem Trauerfall rücken Freunde meist deutlich enger zusammen.

Es braucht Zeit den Tod eines Freundes zu verarbeiten. Die einen benötigen dafür viele Monate, andere hingegen verkraften diesen Verlust weitaus schneller. In den sozialen Netzwerken wird das fehlende Bindeglied allerdings häufig sofort kompensiert. Der Sozialwissenschaftler William Hobbs und die Facebook Analystin Moira Burke berichten über dieses Phänomen in „Nature Human Behavior“. Es ist allerdings auch nicht immer der Fall, dass diese Kontakte lange Zeit anhalten. In früheren Studien wurde beispielsweise festgestellt, dass in Krisenzeiten soziale Netzwerke einschlafen oder sich sogar auflösen, wie bei einem Forschungsteam einer Universität in welcher ein enges Mitglied verloren ging.

Trauerfall: Kontakte zwischen den Hinterbliebenen auf Facebook

Hobbs und Burke haben für eine Studie die Interaktionen von circa 15.000 anonymen Facebook Nutzerkreisen aus Kalifornien verglichen, zwei Jahre vor und nach dem Verlust eines Freundes. Diese Interaktionen wurden anschließend mit circa 30.000 ähnlichen Gruppen verglichen, die hingegen kein Mitglied verloren hatten. Es war sehr überraschend und beeindruckend, wie viele Personen nach dem Verlust eines gemeinsamen Freundes miteinander in Kontakt kommen. Die Kontakte reichen über die Trauerzeit hinweg, aber auch bis über viele weitere Jahre danach.

Zu Anfang war zu beobachten, dass die Anzahl an Interaktionen wie beispielsweise Kommentare oder Posts kurz nach dem Tod des Freundes deutlich in die Höhe gingen. Nach einigen Monaten ließ die Zahl der Interaktionen allerdings nach und pendelte sich auf die Summe ein, die schon vor dem Todesfall, demzufolge mit einer Person mehr, gezählt wurde. Insbesondere bei Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren stabilisierte sich die Zahl teilweise auf ein sichtbar höheren Wert. Das ist jedoch nicht auf den gefühlten Verlust zurückzuführen. Die Zahlen können nicht pauschalisiert werden, da jedes einzelne Mitglied mit dem Tod des Freundes anders klar kommt.

Gemeinsam den Verlust des Freundes verarbeiten

Aufgrund der Tatsache, dass die Mitglieder der Gruppen nicht wirklich neue Kontakte zu wildfremden Menschen aufbauten, sondern vielmehr die bestehenden Freunde und Bekannten des Hinterbliebenen nutzen, ist nicht von der Suche nach einem „einfachen Ersatz“ auszugehen. Es hat den Anschein, dass beim Tod eines Freundes die Hinterbliebenen den regen Kontakt zu Freunden und Bekannten dieser Person suchen, um sich gegenseitig zu unterstützen und den Verlust leichter zu verarbeiten.

Die Studie von Hobbs und Burke zeigte allerdings auch, dass die Interaktionen und engen Kontakte nicht bei allen Todesarten gleich ausfielen. Wenn sich der Freund beispielsweise selbst das Leben genommen hatte, ist der Effekt deutlich geringer ausgefallen, als bei einer schweren Krankheit oder einem tödlichen Unfall. Das Gleiche war auch bei Todesfällen zu beobachten, die durch Sucht- oder sexuell übertragbare Krankheiten entstanden.

Warum die Hinterbliebenen in Bezug auf die Todesursache unterschiedliche Kontaktreaktionen zeigten, ist noch unklar und muss laut den Forschern intensiv untersucht werden. Auf jeden Fall sind soziale Netzwerke in der heutigen Zeit für viele Hinterbliebene eine Hilfe, die Trauer und den Verlust leichter und schneller zu verarbeiten.

 

Wer entspannt altert, lebt länger

Weltweit durchgeführte Studien belegen, dass Altersdiskriminierung leider noch immer ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt. Dabei haben Experten nun herausgefunden, dass wir etwa 7 ½ Jahre länger leben können, wenn wir das ganze Thema des Älterwerdens entspannter betrachten.

Altersdepression und Einsamkeit

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentliche kürzlich einen Bericht, in dem davor gewarnt wird, dass Altersdiskriminierung psychische und damit auch gesundheitliche Folgen haben kann. Die Organisation kritisiert, dass diese Form der Diskriminierung immer noch einen viel zu großen Platz in unserer Gesellschaft einnehme.

Alte Menschen können schnell in Depressionen verfallen. Sie haben das Gefühl, mit ihrem Kummer und ihren Sorgen alleine dazustehen. Sie fühlen sich verlassen. Ihren Familienmitgliedern fallen sie nur noch zur Last, denken sie. Vereinsamung und Altersdepressionen sind schwerwiegende Probleme mit denen ein beachtlicher Teil der Bevölkerung konfrontiert ist. Dies geht aus zahlreichen demographischen und psychologischen Studien hervor, die in den vergangenen Jahren zum Thema älterer Menschen in unserer Gesellschaft durchgeführt wurden.

Ältere werden zu wenig respektiert

Dabei fanden Experten heraus, dass Menschen, die ihr Älterwerden pessimistisch und negativ betrachten, durchschnittlich bis zu 7 ½ Jahre früher sterben als ältere Menschen, die entspannt und gelassen in ihre Zukunft schauen. Umfrageergebnisse belegen, dass über die Hälfte der Menschen dieser Welt der Meinung sind, ältere Frauen und Männer würden zu wenig respektiert werden in unserer Gesellschaft. In den sogenannten reicheren Ländern ist die Zahl vermutlich noch deutlich höher.

Bei der Studie handelte es sich um ein groß angelegtes Projekt. Verschiedenste Menschen ab dem Alter von 18 Jahren aus 57 Ländern wurden zu ihrer Meinung und ihrem Befinden gegenüber älteren Menschen befragt – insgesamt etwa 83.000 Personen nahmen an dieser Studie teil. John Beard ist Vertreter der WHO und erklärte, dass die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Altersdiskriminierung auch noch heutzutage ein großes Problem in unserer Gesellschaft darzustellen scheine.

Ab 41 schon alt

Experten bekräftigen, dass wir es hierbei mit einer Problematik zu haben könnten, die mit dem Sexismus und Rassismus der 20er bis 40er Jahre durchaus vergleichbar wäre. Zwar wird Altersdiskriminierung im Studienbericht der WHO nicht genauer definiert, doch schreiben die Autoren, dass nicht nur über 60-Jährige Rentner betroffen seien, die am liebsten noch arbeiten würden, sondern gleichermaßen auch 50-Jährige, denen es schier unmöglich gemacht würde, auf dem Arbeitsmarkt einen neuen Job zu finden.

Aus diesem Grund hat die WHO nun angeregt die Beschreibung „alt“ neu zu definieren, erklärt Beard. Da die Lebenserwartung von Land zu Land variieren kann, soll nun jede und jeder, die oder der die Hälfte der erwarteten Lebenszeit überschritten hat, als „älter“ gelten. Dies würde beispielsweise bedeuten, dass in Großbritannien bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von momentan 81 Jahren, alle Personen, die das Alter von 41 Jahren überschreiten, als „älter“ gelten.

Alternde Gesellschaft

Weltweit sind laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation momentan etwa 600 Millionen Frauen und Männer mindestens 60 Jahre alt. Schätzungen zufolge soll sich dieses Jahr bis 2025 bereits verdoppeln und bis 2050 könnte die Zahl sogar auf 2 Milliarden ansteigen, prognostizieren Experten. Die Studie der WHO ist bisher einzigartig, aus diesem Grund liegen keine Vergleichsstudien früherer Jahre vor. Nichtsdestotrotz warnt die Weltgesundheitsorganisation eindringlich vor einem sich abzeichnenden Anstieg der Altersdiskriminierung in unserer Gesellschaft.

 

Höheres gesundheitliches Risiko bei pflegenden Angehörigen

Zahlreiche Angehörige können die Kosten für ein Pflegeheim nicht aufbringen oder möchten ihre Eltern oder Großeltern nicht ohne weiteres in ein Heim schicken. Aus diesem Grund pflegen viele ihre Angehörigen zu Hause. Doch ist ihnen oft nicht klar, wie hoch die körperliche und psychische Belastung bei häuslicher Pflege sein kann. Eine Studie im Auftrag der DAK bestätigte, dass fast fünfzig Prozent der pflegenden Angehörigen mit schwerwiegenden psychischen und körperlichen Problemen zu kämpfen haben.

Schlafstörungen und Rückenschmerzen

Für diese Studie wurden 12.000 Teilnehmer befragt, die die Pflege für ein Familienmitglied eigenständig übernehmen. Ein Fünftel der Befragten gab an, unter Schlaf- oder Angststörungen zu leiden. All jene, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, leiden weitaus häufiger unter Depressionen oder psychischen Problemen, als diejenigen, die ihre Angehörigen in Pflege geben. Jedoch sind dies nicht die einzigen Probleme, die auf die Betroffenen zukommen. Durch die meist hohe körperliche Belastung kommt es häufig zu Rücken- und Muskelbeschwerden.

Zu hohe Belastung durch häusliche Pflege

Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen fühlt sich überfordert. Laut der DAK-Studie klagten über die Hälfte der Betroffenen über eine zu hohe körperliche, psychische und zeitliche Belastung. Trotzdem lassen sich nur wenige unter ihnen helfen. Nur zwei Drittel der pflegenden Angehörigen beispielsweise kennt das Angebot der Verhinderungspflege, dass von der Pflegekasse bezahlt wird und lediglich ein Fünftel hat dieses Hilfe schon einmal in Anspruch genommen. Des Weiteren besagt die Studie, dass 90 Prozent der pflegenden Angehörigen weiblich sind, von denen ein Drittel einen Beruf ausüben, viele sogar auf Vollzeit.

Die Regierung muss helfen

Bereits seit Jahren setzt sich die Deutsche Stiftung Patientenschutz für eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger durch die Regierung ein. Ähnlich wie das Elterngeld, sollten Angehörige, die ihre Familienmitglieder selbst pflegen, finanziell entlastet werden, fordert Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung. Die Gesetze, die es zur Pflege bereits gibt, reichen seiner Meinung nach längst nicht aus, es handele sich nur um leere Versprechungen. Auch scheine die Regierung keinen Wert darauf zu legen, dass bestehende Angebote effektiv genutzt würden. Nur etwa 0,5 Prozent der 1,25 Millionen Betroffenen entscheiden sich beispielsweise für eine Freistellung von ihrem Beruf im Pflegezeitraum.

 

Mama, warum weinst du?

Depressionen setzen einem schwer zu und wer darunter leidet, schafft es nicht, sich um seine Mitmenschen zu kümmern. Oft trifft es Kinder sehr hart, weil ihre Eltern psychisch krank sind und sie sich auf einmal zuhause um alles kümmern müssen. Leider fällt das viel zu selten auf und das ist ein großes Problem.

Hier ein Beispiel, damit Du Dir das genau vorstellen kannst: Die elfjährige Lisa ist ruhig, hat gute Noten in der Schule und ist etwas zurückhaltend. Nach der Schule kocht sie selbst für sich, macht den Abwasch und geht dann noch einkaufen, damit der Kühlschrank nicht leer bleibt. Wenn dann nachmittags ihre Freunde spielen, fängt sie gerade erst mit ihren Hausaufgaben an. Lisa ist zwar noch sehr jung, kümmert sich aber um den kompletten Haushalt und das obwohl ihre Mutter zuhause ist. Ihre Mutter leidet unter Depressionen und schafft es nicht, einfachste Sachen in der Wohnung zu erledigen.

Es ist schwer zu sagen, wie viele Kinder in Deutschland ähnliches durchmachen müssen, laut einer Schätzung des Psychologen Fritz Mattejat sind es mindestens 600.000.

In der Schule gehen sie in der Menge unter

In der Schule oder auch im Kindergarten fallen die Kinder nicht auf. Sie öffnen sich nicht und erzählen Lehrern und Mitschülern nicht von ihren Problemen und der Situation in ihrem Zuhause. Depressionen setzen nicht nur den Betroffenen stark zu, Freunde und Familie leiden auch sehr darunter. Für Kinder ist es nur sehr schwer zu ertragen, besonders wenn die Eltern immer wieder in tiefe Depressionen verfallen. Menschen mit Depressionen sind oft sehr traurig und lethargisch. Sie haben aber auch sehr gegensätzliche Phasen und sind dann sehr verantwortungsbewusst und setzen sich für andere ein.

Kinder brauchen Hilfe!

In Onlineforen kann man oft nachlesen, dass Kinder und Jugendliche sich wertlos fühlen und sich selbst die Schuld für die Erkrankung der Eltern geben. Depressiven Müttern fällt es schwer, ein Feingefühl für ihr Kind zu entwickeln und somit seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. In depressiven Phasen sind Mutter und Kind sich nicht sehr nah und die Bindung leidet darunter.

Für Mattejat und Kollegen ist klar, dass Kinder von depressiven Eltern es unglaublich schwer haben. Es fehlt ihnen an Zuneigung und Wertschätzung. Des Weiteren lassen die Eltern ihnen kaum Freiraum, weil sie ängstlich sind. Kinder und Eltern leben in ständiger Verunsicherung. Experten sprechen von Parentifizierung. Das ist der Fall, wenn die Rollen innerhalb der Familie getauscht werden und das Kind sich um seine Eltern kümmert.

Wenn das Kind zum Partner wird

Für das Kind kann es sehr belastend werden, wenn Eltern es als Partner sehen. Den Kindern wird dann alles erzählt und die Eltern erwarten Hilfe von ihnen. Das erhöht den Druck auf die Kinder ungemein. Das führt auch dazu, dass Kinder sich selbst für vieles die Schuld geben.

Wie kann geholfen werden?

Um Menschen mit Depressionen zu helfen, ist vor allem der soziale Kontakt sehr wichtig. Kleine Erfolge im Leben positiv sehen, viel lachen und Menschen mit denen man über sehr ernste Themen gut reden kann. Bei Kindern ist es sehr wichtig, ihnen Depressionen erklären, schließlich verstehen die meisten oft gar nicht, was mit ihren Eltern los ist. Der Weg zum Psychologen ist in diesem Fall oft der richtige.

 

Zu trauern ist nicht schön, aber wichtig!

Die Emotion Trauer ist eine gesellschaftlich nicht akzeptierte Empfindung. Die Trauer nach einem Todesfall wird zwar von der Mehrheit der Menschen nachvollzogen, allerdings ist die wichtige Bedeutung der Trauer längst in Vergessenheit geraten. Wer sich lange Zeit negativ und in seiner Trauer versunken zeigt, gilt als charakterschwach.

Besonders in Zeiten der vorherrschenden Leistungsgesellschaft ist es schwierig langanhaltende Trauer mit dem Alltag zu vereinbaren. Doch wieso ist Trauer eigentlich wichtig und wie kann man sowas über eine Emotion sagen, die so viel Schmerz bereitet?

Psychologen um Gloria Luong vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung bekräftigen aufgrund einer neueren Studie zu dem Thema die Wichtigkeit dieser Emotion. Die Forschungsgruppe untersuchte 365 Versuchspersonen im Alter von 14 bis 88 Jahren aus Deutschland. Die Studienteilnehmer füllten über drei Wochen hinweg einen Fragebogen aus, der ihnen elektronisch über das Smartphone zugänglich war. Sechs Mal täglich wurde auf diese Weise ihre Stimmung und ihr aktuelles Wohlbefinden gemessen.

Weiterhin wurde auch der Händedruck näher untersucht. Dieser gilt gemeinhin als sicherer Indikator für die Gesundheit. Die letzte Messeinheit richtete sich an die Bewertung von Emotionen. Die Probanden mussten daher einschätzen, ob sie negativen Emotionen Wert respektive Bedeutung beimessen.

Negative Emotionen anerkennen

Die Untersuchung zeigte deutlich, dass die Menschen, die negativen Emotionen Wert beimessen, weniger unter ihnen litten und sie sogar als Bestandteil ihres alltäglichen Lebens begriffen haben. Wie der Ekel gemeinhin auch als Abwehr von ungenießbaren Speisen gedeutet wird, wurde auch die Trauer als wichtiges Instrument der Kanalisierung von Emotionen begriffen.

 

Eine neue Studie zum Trauerprozess

Das Zugunglück in Bad Aibling wirft wieder ein neues Licht auf den Prozess des Trauerns. Wie können Betroffene dieses Unglück verarbeiten und mit dem erlittenen Verlust umgehen? Wie lange dauert eigentlich die Zeit des Trauerns? Psychologen der Universität Würzburg haben sich dieser Frage in einer aktuellen Studie genähert und damit einige gängige Vorstellung des Trauerprozesses widerrufen.

Mehr als 500 Probanden nahmen an der Studie teil. Der Großteil hatte entweder den Partner oder die Eltern verloren. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse während der Trauerphase wurden in Form eines Fragebogens erfasst.

Die ersten Jahre nach dem Verlust

Besonders innerhalb der ersten zweieinhalb Jahre nach dem Todesfall zeigen sich die Emotionen in einem großen Auf und Ab begriffen. Das erste Jahr zeichnet sich zumeist durch unangenehme Gefühle und Gedanken aus sowie eine als intensiv empfundene Nähe zu der verstorbenen Person. Diese Empfindungen nehmen daraufhin im Verlauf der nächsten 12 bis 18 Monate immens ab. Im weiteren Verlauf nehmen diese negativen Empfindungen weiter ab und nach Ablauf der ersten drei Jahre sind die Betroffenen auch wieder in der Lage Mitgefühl mit anderen Menschen zu empfinden. Die vorhandenen Schuldgefühle halten sich allerdings auf einem mittleren Niveau.

Die positive Wendung des Trauerns

Diese Studie zeigt, dass der Trauerprozess auch mit einer persönlichen Entwicklung einhergeht, der sich im Nachhinein als positiv für die Betroffenen erweist. Diese Ergebnisse sind im deutschsprachigen Raum relativ einzigartig und beleuchten den persönlichen Entwicklungsprozess, der mit einem schweren emotionalen Prozess einhergeht. Zudem zeigt die Studie, dass Trauern ein langer Prozess ist, der sich nicht nur über eine kurze Zeitspanne, sondern meist über Jahre bis Jahrzehnte hinzieht.

Erst nach dem berühmten ersten Trauerjahr entscheidet sich, ob die Betroffenen einen normalen Trauerhergang durchlaufen und ihre negativen Emotionen abnehmen oder sie einer Behandlung bedürfen.

 

Individuelle Souvenirs helfen beim Trauern

Souvenirs können beim Trauern helfen, vor allem Individuelle. Um den Hinterbliebenen das Trauern zu erleichtern, gestalten zwei Hamburgerinnen individuelle Souvenirs. Diese Souvenirs werden speziell für die Verstorbenen angefertigt und sind ein ganz besonderes Erinnerungsstück.

Nach einem Todesfall steht oftmals alles still. Es gibt allerdings einige Sachen, die erledigt werden müssen. Es muss ein Sarg ausgesucht werden, Kollegen, Familie und Freunde werden benachrichtigt. Es wird umarmt, geweint und geschwiegen.

Ein paar Wochen später sind die Blumen nicht wiederzuerkennen und die Abschiedskarten liegen auf einem Stapel nur herum. Laut Madita von Hülsen sollte das Typische der Verstorbenen genau das sein, was uns in Erinnerung bleibt. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Anemone Zeim (beide 34) schaffen sie für die Hinterbliebenen Erinnerungsstücke. Diese sind so individuell wie es auch die Verstorbenen waren.

Vor fünf Jahren lernten sich die zwei auf St. Pauli kennen. Zeim verlor schon als Jugendliche ihre Schwester. „Vergiss Mein Nie- Trauerkommunikation und Erinnerung“ gründeten sie vor knapp einem Jahr.

Neuer Umgang mit Trauer und Tod

Die Geliebten von Anemone Zeim hängen alle als Bilder an einer Wand. Es sind sowohl lustige als auch ernste Bilder dabei. Von Zerknickten über verwackelte Bilder ist auch alles dabei. Es sind Fotos von Menschen und von Tieren. Wie die Beiden auf die Idee kamen, ein solches Büro zu eröffnen, wissen sie bis heute nicht. Sie waren sich aber von Anfang an einig, dass der Umgang mit Trauer und Tod stark verändert und revolutioniert werden muss. Die meisten Ideen ergeben sich fast von selbst. Es kann beispielsweise ein Buch sein, in dem Freunde erzählen, wie die verstorbene Person war.

Erinnerungen müssen wach gehalten werden

Mal ist es eine „Mutti“- Kiste bestehend aus Souvenirs, ein anderes Mal ein zusammen geschnittener Film. Die Aufträge belaufen sich auf 25 bis 1500 Euro. Trauerkarten gestaltet die Texterin und Designerin auf Wunsch auch selbst. Die Werke von „Vergiss Mein Nie“ sind alltagstauglich und können jederzeit gezeigt werden oder auch bei Seite gelegt werden. Ein gutes Erinnerungsstück hilft beim Trauern und stärkt einen in dieser schweren Phase, erklärt Annemone Zeim. Alle Hinterbliebenen treibt es aus dem selben Grund zu „Vergiss Mein Nie“, sie wollen die Erinnerungen wachhalten.

Die Erinnerung dient als Heilmittel während der Trauerzeit. Laut Zeim, fällt es den meisten einfacher loszulassen, wenn sie an etwas festhalten können. Die Erinnerungsstücke führen oft zu schönen Momenten, Gesprächen und natürlich Erinnerungen. Madita von Hülsen musste als sie noch sehr jung war Abschied von einem sehr guten Freund nehmen, der auf tragische Art und Weise starb. Das Sterben ihres Schwiegervaters erlebte sie auch mit.

Schmerz kann auch als Katalysator wirken

Als eines Tages eine Frau sie mit einem mitgebrachten Fotoalbum beauftragte eine individuelles Souvenir für ihren Vater zu gestalten kamen die zwei schnell auf eine tolle Idee. Als sie herausfanden, dass der Verstorbene ein begeisterter Rennfahrer war, gestalteten sie ein Fahrtenbuch und nutzten das Nummernschild als Deckblatt. Seine Initialen und sein Geburtsdatum standen auf diesem Nummernschild. Das ist ein Beispiel für die wundervolle Arbeit der zwei Künstlerinnen.

 

Hirngespinster - Über den Umgang mit Schizophrenie

Schizophrenie gehört zu den endogenen Psychosen und ist eine gravierende psychische Erkrankung. Psychosen fassen allgemein Krankheitsbilder wie Wahnvorstellungen, Störungen des Denkens, der Sprache und der Gefühlswelt zusammen. Endogen bedeutet, dass die Krankheit im Inneren entsteht und nicht mit äußeren Erlebnissen zusammenhängt. Charakteristisch für schizophrene Erkrankungen sind Störungen des Denkens und Wahrnehmens sowie inadäquate und verflachte Affekte.

Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung ist Schizophrenie keine Persönlichkeitsspaltung und ist nicht verbunden mit niedriger Intelligenz. Unkluges Verhalten ist kein Ergebnis von verminderter Intelligenz, sondern von Fehlwahrnehmungen und Fehlinterpretationen der Umwelt. Von 10.000 Menschen leiden in etwa 25 Personen an Schizophrenie, wobei Männer und Frauen gleich häufig betroffen sind. Bei Männern bricht die Krankheit bereits zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr aus, bei Frauen ist es etwas später zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr.

Umgang mit den Patienten

Der richtige Umgang mit den Erkrankten ist für die Genesung besonders wichtig. Damit die Angehörigen ihr Familienmitglied richtig unterstützen und annehmen können, brauchen sie häufig selber fachlichen Rat und Hilfe. Dafür sollten sie sich mit dem behandelnden Psychiater oder Psychotherapeuten zusammensetzen und beraten. Es ist wichtig, dieses Vorgehen mit dem Patienten zu besprechen, damit dieser sich nicht hintergangen fühlt. Hilfreich können auch Angehörigengruppen sein, die über Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Volkshochschulen gefunden werden können. Gespräche mit anderen Betroffenen, Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen können beim Umgang helfen. Denn für eine Heilung ist Gelassenheit, Geduld und Verständnis der Angehörigen sehr wichtig. Studien belegen sogar, dass Patienten, deren Familienmitglieder an Angehörigengruppen teilnehmen, seltener rückfällig werden als andere Betroffene.

Eigenständigkeit fördern

Die Patienten sollten nicht unter-, aber auch nicht überfordert werden. Aber schon während der Krankenhausbehandlung sollte der Patient zur Selbstständigkeit ermutigt werden – das kann durch Ergo-, Gestaltungs- oder Arbeitstherapien geschehen. In einigen Fällen muss das Wohnverhältnis angepasst werden. Vorteile kann betreutes Wohnen in Einzelwohnungen, Wohngruppen oder Wohnheimen bringen. Dort wird der Patient von Sozialarbeitern, Schwestern und Pflegern unterstützt bis er wieder selber Verantwortung übernehmen kann.

Belastung für die Familie filmisch umgesetzt

Der Film „Hirngespinster“ von Christian Bach handelt von einer Familie mit einem schizophrenen Patienten. Im Mittelpunkt steht der 22-jährige Simon, dessen Vater an Schizophrenie erkrankt ist, was den Alltag der Familie bestimmt. Simon muss sich entscheiden, ob er weiter Opfer für den Zusammenhalt der Familie bringen oder endlich sein eigenes Leben in die Hand nehmen soll. Anstatt sich Studium, Freunde und seiner ersten Liebe zu widmen, gerät die Situation außer Kontrolle: Vater Hans fühlt sich durch die Strahlen einer Satellitenschüssel des Nachbarn manipuliert und erleidet einen schweren psychotischen Schub. Die Hauptrollen in dem Familiendrama spielen Tobias Moretti und Jonas Nay, die es schaffen, diese schwierige und erdrückende Geschichte an einigen Stellen mit Leichtigkeit und absurdem Humor zu versehen. Besonders Moretti glänzt in seiner Darstellung, die immer wieder von Normalität zu panischer Raserei wechselt. Dem starken sympathischen Vater steht der warme vielschichtige Sohn gegenüber. Der Regisseur bezieht sich in der Geschichte auf die Erlebnisse eines Freundes und legt großen Wert auf die Perspektive des Sohnes, um nicht den Eindruck eines Psychothrillers zu erwecken. Deshalb balanciert der Film erschreckende, aber auch beeindruckende Bilder, die von Vorwürfen und Fragen geprägt sind, aber auch leichte und humorvolle Szenen.

 

Unheilbar krank – Wie verkraftet man diese Diagnose?

Wer krank ist, hilft sich mit der Fokussierung auf baldige Besserung über den Krankheitsalltag hinweg. Doch was ist, wenn diese Besserung niemals kommen wird? Wie können Menschen, die an unheilbaren Krankheiten leiden, ihren Alltag noch meistern? Welche Strategien verwenden sie, um nicht an ihrem Schicksal zu verzweifeln?

Die Diagnose unheilbare Krankheit lässt so manchen in ein schwarzes Loch fallen. Tatsächlich sind jährlich Tausende von Menschen von dieser Diagnose betroffen. Die sehr negativ geprägte Reaktion ist natürlich. Sie hängt allerdings gleichsam mit der Frage zusammen, wie man von diesem Tiefpunkt zurück in ein erträgliches Leben findet. Dabei kann die Einstellung zum behandelnden Arzt entscheidend sein. Fühle ich mich bei ihm gut aufgehoben? Würde ich mir einen anderen Arzt wünschen, sind entscheidende Fragen in dieser letzten Phase des Lebens.

Leben oder Sterben?

So merkwürdig diese Frage in Folge der Diagnose „unheilbar krank“ auch klingen mag, es ist wichtig, ob der Patient sich, für den Moment, für das Leben oder sterben entscheidet. Denn auch bei unheilbaren Krankheiten kann sich beispielsweise die Lebensdauer durch entscheidende Eingriffe verlängern und neue Hoffnung bringen. Zwar keine Hoffnung auf ein langes, erfülltes Leben, aber ein längeres Leben. Der Umgang mit Depressionen und Panikattacken ist bei Betroffenen besonders in der Anfangsphase sehr wichtig. Sie sollten stets jemanden als Ansprechpartner haben. Kristentelefondienste bieten sich in diesen Situationen an.

Entscheidet sich der Sterbenskranke erstmal einmal fürs Leben, bleibt ihm die Frage, was er immer nochmal erleben wollte? Die Zeit bis zum Tod kann tatsächlich auch schön gestaltet werden. Freunde und Familie können Betroffenen auf ihrem letzten Weg begleiten.

Es ist für alle Beteiligten eine wahnsinnig schwere Aufgabe dies zu leisten, deshalb sollten auch Angehörige über psychologische Unterstützung nachdenken. Trotzdem können gemeinsame Momente beiden Parteien Aufschwung geben. Psychologen empfehlen weiterhin „Bilanz zu ziehen“ und dem Erkrankten vor Augen zu führen wie reich sein Leben gewesen ist. Dies vertreibt oftmals zumindest zeitweise den Gedanken daran, was man alles verpassen wird in Folge des frühen Todes.

Zuspruch von Angehörigen

Auch für die Angehörigne ist diese Diagnose ein schwerer Schlag. Trotzdem sind besonders sie in solchen Situationen gefragt. Aus ihrer Lebensfreude und spürbaren Unterstützung kann ein Betroffener viel Kraft schöpfen. Daher empfehlen Psychologen und Allgemeinmediziner auch immer wieder den Gang zu einer Selbsthilfegruppe, bei der Betroffene sich austauschen können. Zudem kann es helfen sich mit Palliativmedizinern und Mitarbeitern aus Hospizkrankenhäusern über die Gestaltung des Lebensendes vorzeitig auszutauschen. Dies gibt den Betroffenen oftmals Sicherheit.

Sie sind sich über jeden Schritt bewusst und schöpfen meist sogar daraus Kraft. Was paradox klingt, ist das ureigenste Gefühl des Menschen: Kontrolle. Denn niemand möchte sein Leben oder gar Lebensende in die Hände anderer legen, ohne zu wissen, was mit ihm passiert.

 

Das Messie-Syndrom

Der Begriff Messie kommt aus dem Englischen und beschreibt ein Phänomen, das man auch als „zwanghaftes Horten von Wertlosem“ bezeichnen kann. Wer unter dem Messie-Syndrom leidet, sammelt Dinge, die andere als unbrauchbar oder bestenfalls überflüssig betrachten würden. Da sich die Betroffenen nicht von diesen Dingen trennen können, versinken ihre Wohnungen meist im Chaos.

In vielen Fällen ist ihr Wohnbereich zum Teil nicht mehr begehbar. Was zum Ziel ihrer Sammelwut wird, ist höchst unterschiedlich. Viele horten Zeitungen oder Unterlagen, aber auch Kleidung, alte Elektrogeräte oder Geschirr. Bezeichnend an dieser Störung ist, dass die Betroffenen diesen Dingen einen enormen Nutzen beimessen. Aus Scham über den Zustand ihrer Umgebung, lassen Messies meist niemand mehr in die Wohnung und brechen soziale Kontakte mit der Zeit ab.

Der Begriff Messie assoziiert bei den meisten Menschen das Sammeln von Essensresten oder Müll. Dies betrifft jedoch nur eine kleine Minderheit der Betroffenen. Dieses Vermüllungssyndrom tritt meist in Zusammenhang mit Demenz oder Schizophrenie auf und wird dann fälschlicherweise als Messie-Syndrom bezeichnet.

Verlauf und Verbreitung des Messie-Syndroms

Fachleute schätzen, dass etwa 300.000 Menschen hierzulande davon betroffen sind. Leider existieren darüber keine genauen Zahlen, da die Dunkelziffer der Betroffenen hoch ist.  Offenbar sind mehr Frauen davon betroffen, sie sind es aber auch, die sich um Hilfe bemühen. Die Tendenz zum Horten besteht offenbar schon in der Jugend, meist sind die Erkrankten aber erst im mittleren Alter davon beeinträchtigt. Wird nicht interveniert, so steigert sich die Symptomatik im Alter.

Wie entsteht das Messie-Syndrom?

Noch sind die Ursachen nicht ganz geklärt. Laut wissenschaftlicher Untersuchungen spielen die folgenden Faktoren jedoch eine entscheidende Rolle:

1. Neurobiologie

Brauchbare Dinge zu sammeln ist ein Instinkt, der im Hypothalamus verankert ist. In der Regel wird dieser Impuls im vorderen Stirnhirn angepasst. Dabei kommt es darauf an, was innerhalb der Gesellschaft akzeptiert ist und was zu Ablehnung führt. Bei einem Messie funktioniert dieser Teil des Gehirns anders. Für sie besitzen auch völlig wertlose Gegenstände wie ein alter Einkaufszettel große Bedeutung. Sie werden als Teil ihres Lebens und damit ihrer Persönlichkeit empfunden.

2. Kognitive Defizite

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Messies mit Entscheidungen, Planungen oder dem Organisieren eher schwer tun. Sie sind kaum in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Auch Dinge unter einem gemeinsamen Oberbegriff zusammenzufassen, ist für sie praktisch unmöglich.

3. Persönlichkeit

Menschen mit Messie-Syndrom sind oft perfektionistisch veranlagt. Für sie wird oberflächliches Aufräumen damit unmöglich. Sie möchten einen umfassenden Hausputz machen und scheitern dann aber an dieser zeitraubenden Aufgabe. Oftmals ist auch der mangelnde Raum auch ein Grund dafür.

Welche Folgen hat das Messie-Syndrom?

Die meisten Messies schämen sich für ihre Unordnung und würden dies gern ändern. Andererseits verteidigen sie ihre Sammelleidenschaft und reagieren ablehnend auf Hilfsangebote. Um diesen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, zieht sich ein Messie dann oft komplett zurück. Dies verstärkt ihre soziale Isolation noch. Besonders die Kinder aus einem betroffenen Haushalt leiden besonders darunter, so aufzuwachsen. Wobei das zwanghafte Horten oft mit anderen psychischen Krankheiten wie Depressionen, Essstörungen oder Ängsten einhergeht.

 

Was ist hebephrene Schizophrenie?

Bei der hebephrenen Schizophrenie handelt es sich um eine besondere Form der Schizophrenie. Veränderungen werden bei dieser Krankheitsform im affektiven Bereich angesiedelt. Die Krankheit wird manchmal auch als Hebephrenie bezeichnet.

In früheren Jahren wurde die hebephrene Schizophrenie als „Läppische Verblödung“ oder „Jugendirresein“ bezeichnet. Solche Dinge werden in der heutigen Zeit natürlich als unangemessen angesehen. Später, nämlich im Jahr 1893 wurde die Krankheit Dementia praecox genannt. Zwar umfasste dieser Begriff auch die hebephrene Schizophrenie, aber weitere Krankheiten wie Dementia paranoides oder Katatonie. Im Jahre 1908 prägte Eugen Bleuler den Begriff Schizophrenie als Ersatz für die Dementia praecox.

Wie äußert sich die Hebephrenie?

In Bezug auf die Affekte äußert sich die Hebephrenie in einer abgeflachten Stimmung, die kaum Schwingungen aufzeigt. Betroffene Menschen wirken depressiv und kühl. Es kann dann aber wieder zu heiterer Stimmung kommen, die mit einem läppischen Verhalten gekoppelt ist. Patienten lachen dann laut und auffallend. Die Reaktion passt nicht zur Situation, in der sich der Betroffene befindet.

Auch Motorik und Sprache sind von der hebephrenen Schizophrenie betroffen. Auffällig ist, dass bei Erkrankten die Assoziationen unklar sind. Antworten passen oft nicht zur gestellten Frage. Diese Störung kann so weit gehen, dass der Betroffene nur Wortsalat von sich gibt, was von Außenstehenden als „wirres Zeug“ angesehen wird. Die erhöhte Unfähigkeit zu Reden schlägt sich auch im Schreiben nieder. Die Sätze wirken dann unverständlich und durcheinander ohne Bezug.

Ein Blick auf die Psychomotorik zeigt, dass Patienten eher realitätsfremd und ein wenig verwirrt, fast schon autistisch scheinen. Das Verhalten an Hebephrenie erkrankter Menschen wir oftmals als Provokation angesehen, steht aber in Zusammenhang mit dem schein-pubertären Verhalten, das die Erkrankung mit sich bringt. Der Patient selbst nimmt sein Fehlverhalten aber nicht auf. Das ist auch der Grund, warum ihm das Benehmen nicht peinlich ist.

Die Auswirkung auf Verhalten und die Persönlichkeit

Die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen nimmt durch die Erkrankung nach und nach ab. Er kann schlechter Entscheidungen treffen und zeigt keinen eigenen Willen mehr. Betroffene können im Verlauf der Krankheit nicht mehr arbeiten und verlieren jeglichen Blick an die Zukunft. Soziale Kompetenzen schwinden und Patienten sind weder zu Selbstkritik noch –reflexion fähig. Erkrankte Personen erkennen selbst nicht, dass sie eine Verhaltensänderung an den Tag legen. Das sonderbare Verhalten wird von eigenartigen Grimassen begleitet. Es gibt allerdings Betroffene, denen die Erkrankung durchaus bewusst ist. Dies hat zum Nachteil, dass dadurch Depressionen als weiteres Krankheitsbild auftreten können. Aus Verzweiflung über die Unfähigkeit etwas zu ändern, greifen manche Patienten zu Drogen oder Alkohol. Suizid kann die letzte Folge der Hebephrenie sein.

Das soziale Umfeld

An hebephrener Schizophrenie erkrankte Personen haben Schwierigkeiten Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen oder zu halten. Dem entsprechend ist die Fantasiewelt dieser Patienten sehr ausgeprägt. Es werden nur selten echte Freundschaften gepflegt und auch Familienkontakte sind eher schwach ausgeprägt. Da Erkrankte auf andere bizarr wirken, ist es sehr schwierig, zwischenmenschliche Kontakte aufrecht zu erhalten. Für Angehörige ist die mangelnde Fähigkeit Gefühle zu zeigen sehr belastend. Außerdem ist das Verhalten der Patienten unberechenbar.

Im Bereich der Intelligenz sind kaum Einbußen zu verzeichnen. Es gibt sogar Fälle der Hebephrenie, in denen Betroffen besondere Fähigkeiten entwickelten. Die kognitiven Fähigkeiten können allerdings im Alter und im Krankheitsverlauf abnehmen.

Krankheitsursachen im Überblick

Die hebephrene Schizophrenie ist eine schwere Erkrankung. Eine neuronale Störung der Gehirnentwicklung wird als Hauptursache angesehen. Man vermutet sogar pränatale Ursprünge. Das Risiko der Hebephrenie soll mit einem höheren Alter des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung zusammenhängen. Dies könnte daran liegen, dass bei älteren Männern mehr Mutationen von Spermien festzustellen sind.

Die Krankheit tritt in den meisten Fällen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren auf. Frauen erkranken tendenziell später. Man kann eine Parallele zu anderen schizophrenen Erkrankungen ziehen, wenn es um die Ursachen der Erkrankung geht. Zu Beginn wirken die Patienten schüchtern und werden als Einzelgänger angesehen. Erkannt wird die Hebephrenie oft erst später, weil das Verhalten anderen Entwicklungsstörungen zugeschrieben wird. Zunächst kommt die Erkrankung langsam und schleichend. Der Fortschritt wird dann aber zunehmend schneller.

Therapie und Prognose bei hebephrener Schizophrenie

Erkrankte Personen werden in der Regel mit Medikamenten und psychotherapeutisch behandelt. Auch Ergo- und/oder Physiotherapie kann ergänzt werden. Für viele Patienten ist eine stationäre Behandlung unerlässlich. Neuroleptika zeigen in der Regel recht gute Wirkung, wenn der Patient positiv schizophrene Symptome zeigt, während dies bei negativ schizophrenen Symptomen eher nicht der Fall ist.

Das Krankheitsbild ist chronisch und die Prognosen eher schlecht. Schübe kann es im gesamten Verlauf immer wieder geben und im Falle eines solchen Schubes kann sich der Persönlichkeitsverlust noch verstärken. Geheilt werden kann die Hebephrenie nicht, aber die Schübe können unter Umständen medikamentös eingedämmt werden.

 

ARD-Themenwoche Tod und Sterben - Hospizarbeit gehört dazu!

Der Tod ist ein Aspekt des Lebens. Auch wenn Menschen ihn zuoft aus ihren Gedanken zu verdrängen versuchen, so gehört er dennoch unwiderruflich zu einem Lebensverlauf dazu. Viele Menschen haben allerdings keine Angst vor dem Tod selbst, sondern vielmehr vor dem Sterben und dem Sterbeprozess. An dieser Stelle setzt die Hospizarbeit ein und hilft den Menschen, die belastende Zeit zu ertragen und ermöglicht zudem ein menschenwürdiges Lebensende.

Was die Hospizarbeit für Sterbende leistet

Der Sterbeprozess verläuft nicht bei jedem Menschen gleich. Während viele Personen das Glück haben, einzuschlafen, werden Andere von Schmerzen gequält. Für viele Menschen ist der Begriff Leben nur noch eine leere Worthülse und die Bemühungen der Medizin richten sich häufig lediglich darauf, das Leben zu verlängern. Welches Leid damit zusammenhängt, wird zunächst ausgeklammert. Die Hospizarbeit versucht diesem Spannungsfeld entgegenzuwirken. „Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“ lautet der Grundsatz der Bewegung.

Damit wird ausgedrückt, dass es nicht darum geht, das Leben künstlich zu verlängern, wenn der Betroffene sich in seiner Situation nur quält. Vielmehr ist der Grundsatz der Hospitzarbeit, das restliche Leben lebenswert zu gestalten und die Freude am Leben so gut wie möglich zu erhalten. Einfach ausgedrückt sollen Sterbende ein Stück Normalität in der abnormen Welt ihres Sterbens erleben.

Die Welt des Sterbenden unterscheidet sich stark von der Welt Nicht-Sterbender. Nicht-Sterbende wissen nicht, wie lange sie noch leben werden. Ihre Zukunft ist nicht klar vorgezeichnet. Sterbende hingegen wissen, dass sie nicht mehr lange physisch am Leben sein werden. Der Sterbende muss allerdings nicht nur mit diesem Umstand zurechtkommen. Vielmehr sind die Angehörigen häufig überfordert. Sie sind hilflos und dies ist im Umgang mit dem Sterbenden deutlich zu bemerken. Das Thema wird häufig tabuisiert und der nahende Tod wird ignoriert. Obwohl viele Sterbende – immerhin über 90 Prozent – gerne zuhause aus dem Leben treten würde, ist dies oft nicht möglich. Die Hälfte der Menschen stirbt in Krankenhäusern und ein weiterer Teil beendet sein Leben in Pflegeheimen. Auch dieser Umstand ist den meisten Sterbenden durchaus bewusst und stellt häufig eine Belastung dar.

Hier setzt die Hospizbewegung ein. Hospize versuchen, den Sterbenden in einer normalen Umgebung zu begleiten, die nichts mit der Krankenhausrealität zu tun hat. Bis in die kleinsten Details werden die Gebäude geplant. Viele Hospize verfügen beispielsweise über kleine Fenster, die dem liegenden Patienten erlauben, den Himmel zu sehen, auch wenn sie im Bett liegen. Es werden täglich Gespräche geführt und der Alltag wird ein Stück Normalität, in der ein lebenswertes Leben überhaupt möglich wird. Um die Suggestion von“Normalität“ zu ermöglichen, muss auch die Medizin eingreifen. Palliativmedizin nennt sich der Zweig, der Schmerzen verhindern soll. Dies gelingt nicht immer. Eine Dämpfung der Schmerzen kann allerdings durchaus erreicht werden, sodass die Lebensqualität steigt.

Auch die Angehörigen werden betreut

Nicht nur die Sterbenden stehen im Fokus der Unterstützung. Auch die Angehörigen sind oftmals überfordert und benötigen Hilfe, sowie Entlastung. Daher ist die Arbeit mit den Angehörigen ein wichtiger Teil der Hospizarbeit. Gespräche, Aufklärung und die Begleitung während der Trauerzeit sind wichtige Bestandteile der Hospizarbeit. Häufig fällt es gerade den Angehörigen schwerer als den Sterbenden, den nahen Tod zu akzeptieren. Schließlich sind sie jene, die zurückbleiben. Depressionen und andere psychische Probleme sind bei den Angehörigen daher in gleicher Weise vorhanden, wie auch bei den Sterbenden selbst. Gespräche, Verständnis und viel Einfühlungsvermögen sind notwendig, um die Probleme der Angehörigen zu bewältigen und ihre Last zu minimieren.

Um diese Aufgaben zu bewältigen, ist das System möglichst flexibel eingerichtet. Neben der bekannten stationären Arbeit in den Hospizen gibt es auch ein System der ambulanten Betreuung. Beide Systeme werden miteinander kombiniert, sodass für jeden Betroffenen eine möglichst optimale Begleitung gewährleistet werden kann. Zugleich finden sich in der Hospizarbeit keineswegs nur professionelle Helfer wie Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter. Vielmehr sind auch unzählige Laienhelfer in das System eingebunden, die ehrenamtlich tätig sind. Menschen, die täglich mit dem Tod konfrontiert werden. Die Qualität der Arbeit dieser Ehrenamtlichen ist dabei sehr hoch. Sie verfügen in der Regel über die notwendigen persönlichen Ausstattungen und werden regelmäßig geschult, um ihre Aufgaben wahrzunehmen.

Die Hospizarbeit ist ein umfangreiches System, das weit entfernt von der ausschließlichen Gabe von Medikamenten ist. Vielmehr wird der Sterbende und sein Umfeld ganzheitlich betrachtet. Damit wird gewährleistet, dass die Ziele der Hospizbewegung erreicht werden können: Den Tagen mehr Leben zu geben.

ADHS: Wie die Störung das Selbstbild der Betroffenen beeinflusst

ADHS beeinflusst nicht nur die Aufmerksamkeit der betroffenen Menschen, sondern auch das Selbstbild, das sie im Laufe ihres Lebens von sich entwickeln. Durch die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung erleben die Kinder und Jugendlichen oftmals negative Ereignisse und zahllose Rückschläge.

Zudem können die Mitschüler das aufgedrehte und unruhige Verhalten der Betroffenen in den meisten Fällen nicht verstehen und lehnen sie dadurch ab. Die Folge dieser Ablehnung sind Frustration, Entmutigung und eine Abwertung des Selbstbildes. Meist geraten die Kinder so in einen Kreislauf, den sie selbst nicht durchbrechen können. Denn je weniger Anerkennung die Betroffenen erleben, desto mehr sinkt ihr Selbstwertgefühl.

Die Kinder und Jugendlichen leiden meist sehr unter den Symptomen der Störung

Auch wenn es häufig nicht so erscheint, handeln und reagieren die betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht beabsichtigt. In den meisten Fällen leiden sie selbst sehr unter den Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und bemühen sich zukünftig ruhiger zu bleiben, in der Schule mitzuarbeiten und ihre Mitmenschen nicht zu verärgern.

Aufgrund ihrer Erkrankung ist es den Betroffenen jedoch nicht möglich, diese Vorsätze im Alltag dauerhaft umzusetzen. Dabei wünschen sich die meisten Kinder und Jugendlichen ein vollkommen normales Leben.

Verändert ADHS die Persönlichkeit?

Nicht die Krankheit, sondern die damit verbundenen Misserfolge und negativen Situationen beeinflussen die Persönlichkeit der Betroffenen immens. Aufgrund der anhaltenden Ablehnung und des fehlenden Verständnisses werden viele Kinder zusätzlich in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestört. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sich das Kind in seiner Persönlichkeit entwickeln. Durch individuell angepasste Therapien können zum Beispiel Lernstrategien und alternative Verhaltensmuster erlernt werden. Dank dieser Unterstützung können die Kinder und Jugendlichen dann auch schulische Erfolge erzielen oder soziale Bindungen festigen und machen auf diesem Wege positive Erfahrungen. Dieses neue Lebensgefühl wird sich dann auch auf das eigene Selbstbild des Kindes auswirken.

Umgang mit Borderline

Wenn die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung im Raum steht, betrifft dies zumeist nicht nur die Person selbst, sondern auch ihr gesamtes Umfeld. Verwandte, Bekannte und Partner sind ebenfalls verunsichert und nehmen Anteil. Denn kaum ein Angehöriger weiß auf Anhieb, wie er mit dieser schwerwiegenden Erkrankung umgehen soll. Es gibt dafür auch keinerlei Richtlinien oder Gesetze. Wichtig ist vor allem, dass sich Angehörige umfassend informieren, und versuchen das Krankheitsbild zu verstehen. Denn gerade Verständnis kann den Umgang mit Betroffenen erleichtern. Niemals sollte man sich der Thematik versperren, denn dies empfinden Erkrankte oftmals als eine Ablehnung, welche die Symptome auch noch verschlimmern kann. Ein gewisses Feingefühl ist ebenfalls notwendig, damit der tägliche Umgang nicht zu einem Spießrutenlauf wird.

Der Umgang mit Betroffenen sollte stets durch Verständnis und Fürsorge geprägt sein. Denn gerade Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen machen den Betroffenen stark zu schaffen. Sie fühlen sich schnell ausgegrenzt und abgeschoben. Auch die Angst verlassen zu werden hat einen enormen Einfluss auf die Betroffenen. Wenn Borderline-Persönlichkeiten auf Ablehnung stoßen, ist ihre Reaktion sehr unterschiedlich. Der Umgang mit dieser persönlichen Niederlage reicht von unbändiger Wut bis zu Suizidversuchen, in den schlimmsten Fällen. Menschen mit einer Borderline-Störung sehen oft keinen anderen Ausweg als sich selbst Verletzungen zuzufügen.

Mitgefühl ist wichtig, dennoch ist für Angehörige eine klare Grenzsetzung unvermeidlich. Selbst in Krisensituationen ist eigener Schutz wichtig. Wenn Betroffene in eine krisenähnliche Situation kommen, dann werden sie in vielen Fällen ungerecht und verletzen die Menschen, die ihnen Nähe stehen. Damit diese Situation nicht eskaliert, ist der Rückzug manchmal anzuraten. Danach können die Probleme in einer ruhigen Minute nochmals thematisiert werden. Wenn der Betroffene Anzeichen von selbst schädigendem Verhalten zeigt, dann sollte immer Hilfe von außen herangezogen werden.

Die eigene Gesundheit beachten

Viele Angehörige leiden sichtlich mit dem Betroffenen. Sie fühlen sich verantwortlich, wenn es dem Erkrankten schlecht geht und suchen nicht selten die Fehler bei sich selbst. Sie sind stets bemüht zu helfen und zu schützen. Doch genau in diesen Situationen verlieren viele Angehörige das Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit. Gerade wenn die Beziehung zu einem Betroffenen sehr eng ist, kann schnell eine Co-Abhängigkeit entstehen. Diese zeichnet sich oftmals dadurch aus, dass die eigene Stimmung davon abhängt, wie es dem Betroffenen gerade geht. Partner fragen sich, ob das eigene Verhalten aktuelle Selbstverletzungen ausgelöst hat und wie dies zukünftig umgangen werden kann. Schnell fühlt man sich eingesperrt und manipuliert. Denn Betroffene agieren oftmals sehr berechnend, sobald sie die Schwächen des Gegenübers erkannt haben.

Wichtig ist, dass sich Betroffene selbst beachten. Wenn Erkrankte Ängste vor dem alleine sein haben, ist es keine gute Lösung diese Angst zu stärken, indem man sie nicht mehr alleine lässt. Eine derartige Selbstaufgabe ist weder für den Betroffenen noch für die ihm nahe stehende Person gut. Für die Beziehung zu einem Mensch mit Boderline-Störung ist es wesentlich persönliche Grenzen zu setzten und auf deren Bewahrung zu achten. Es ist zudem sinnvoll nach einem professionellen Ansprechpartner zu suchen. Viele Angehörige von Borderlinern suchen selbst einen Therapeuten auf, um sich gewisse Dinge von der Seele zu sprechen. Dies entlastet schließlich auch die zwischenmenschliche Beziehung zu einem Betroffenen.

 

Das Asperger-Syndrom

Der österreichische Arzt Hans Asperger war es, der in den 1940er Jahren die nach ihm benannte Krankheit erstmals beschrieben hat. Seiner Erkenntnis nach handelt es sich dabei um eine Entwicklungsstörung, die autistische Züge trägt. Anders als beim Autismus sind die Symptome beim Asperger Syndrom jedoch sehr viel schwächer ausgeprägt. So lässt sich Autismus schon im Alter von wenigen Monaten eindeutig diagnostizieren.

Jedoch besteht beim Asperger Syndrom leicht die Gefahr, sie mit frühkindlichem Autismus zu verwechseln. Menschen, die unter dem Asperger Syndrom leiden, verfügen in der Regel über einen eher überdurschnittlichen Intellekt. Sie fallen durch Kontaktschwierigkeiten und einer Störung in ihrer zwischenmenschlichen Kommunikation auf. Auffällig ist außerdem, dass der Anteil an den Betroffenen bei den Jungen dreimal so hoch ist, wie bei den Mädchen.

Die Ursachen des Asperger Syndroms

Was letztendlich zum Asperger Syndrom führt, ist noch nicht vollständig klar. Forscher vermuten eine gewisse genetische Veranlagung. Aber auch biochemische oder neurologische Ursachen kommen dafür in Betracht. Bei den Erkrankten lassen sich Auffälligkeiten in den Bereichen des Gehirns feststellen, in denen die Empathie sitzt. Menschen, die am Asperger Syndrom leiden, zeigen kaum Emotionen und haben Schwierigkeiten, sich in die Gedanken und Gefühle anderer hineinzuversetzen. Auch die Mimik anderer Personen bleibt ihnen verschlossen. Mit ihrer Konzentration auf Details sind sie meist nicht in der Lage Zusammenhänge zu erkennen und die Details zu einem Gesamtbild zu formen.

Die Symptome sind bei den Betroffenen in der Regel ganz unterschiedlich stark ausgeprägt. Ein Teil von ihnen führt ein fast normales Leben. Während andere permanent auf fremde Hilfe angewiesen sind. Ihr Mangel an Empathiefähigkeit schränkt ihre Beziehungsfähigkeit stark ein. Bereits im Kindesalter wird dies sichtbar. Ihnen fällt es schwer, sich in eine Gruppe zu integrieren, sie wirken introvertiert und egozentrisch. Hinzukommt ein oft starres Festhalten an gewohnten Abläufen und eine auffällige Emotionslosigkeit. Kinder mit Asperger sprechen schon früh und verfügen dabei über einen großen Wortschatz. Ihr Mangel an Kommunikationsfähigkeit hindert sie jedoch daran, dies für sich zu nutzen. Ärzte stellen die Diagnose Asperger Syndrom meist nach dem dritten Lebensjahr. Denn oft wird erst dann die mangelhafte Kommunikations- und Integrationsfähigkeit auffällig.

Therapiemöglichkeiten beim Asperger Syndrom in den meisten Fällen wird zur Behandlung eine Medikamentengabe mit pädagogisch-psychologischer Behandlung verbunden. Das Ziel einer derartigen Behandlung sollte sein, beim Betroffenen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu schaffen. Aufgrund der Vielfalt an Störungen sind meist mehrere Fachärzte an der Therapie beteiligt. Dabei gilt es, verschiedene Fähigkeiten zu fördern:

  • Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten
  • Soziale Kompetenzen
  • Verständnis für die sozialen Zusammenhänge
  • Kommunikative Kompetenzen – Steigerung der umfassenden Wahrnehmung

Zu Beginn der Therapie ist die Einbeziehung des Betroffenen und seines Umfeldes sehr wichtig. Die Erkrankten und ihre Familie sollten erkennen können, welche Maßnahmen notwendig sind und welche Erfolge sich damit erzielen lassen. Dabei ist es wichtig, dem Menschen mit Asperger Syndrom die Möglichkeit zum Rückzug zu bieten. Neben dem Training sozialer Kompetenzen hat sich die Ergotherapie als hilfreich erwiesen. Dabei sollte man immer vor Augen haben, dass es sich beim Asperger Syndrom um eine Störung handelt und nicht um eine Krankheit.

Die Partnerschaft mit einem an Depressionen Erkrankten

Depressionen sind eine ernstzunehmende Erkrankung und zerstören durch die Lähmung und Hilflosigkeit, die sie auslösen oftmals nicht nur das Leben des Erkrankten, sondern auch das der ihm nahestehenden Personen. Unbehandelt entsteht oft eine Abwärtsspirale, aus der keiner der Beteiligten aus eigener Kraft mehr heraus findet.  Wenn der Partner plötzlich die Lust am Leben verliert und sich immer mehr aus Beruf, Sozialleben und Beziehung zurückzieht, ist das für Angehörige oft eine genauso große Katastrophe wie für den Erkrankten selbst. Hilflosigkeit tritt an die Stelle von Sicherheit. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Schritte einzuleiten und sich Hilfe von außen zu holen.

Was Sie tun können und sollten

Wenn Ihr Partner oder ein naher Angehöriger plötzlich starke Änderungen in seinem Verhalten und Gefühlsleben zeigt, die auf eine Depression hindeuten, sollten Sie ihn oder sie darauf ansprechen. Oftmals wissen die Betroffenen selbst nicht, wieso sie ständig weinen müssen, gereizt sind oder auch gar nichts mehr fühlen. Der Leidensdruck ist fast immer enorm und viele sind froh, wenn jemand anders bemerkt, dass es ihnen schlecht geht und versucht sich seiner Gefühle oder gar Gefühlslosigkeit anzunehmen.

Zusammen mit ihrem Partner können Sie dann weitere Schritte planen, wie vielleicht den Besuch beim Hausarzt oder Psychiater. Bestätigt der Mediziner Ihre Vermutung und der Ihnen nahestehende Mensch ist tatsächlich psychisch krank, so beginnt nun die Phase der Annahme und Verarbeitung. Beide Parteien – sowohl der Betroffene als auch seine Angehörigen – müssen sich nun mit der Krankheit auseinander setzen und lernen, die Diagnose zu akzeptieren. Nur wer versteht, was wähend einer Depression vor sich geht, kann Lösungswege finden. Ganz wichtig ist an dieser Stelle, dass Sie Ihren Partner in allen lebenswichtigen Belangen, wie der Medikamenteneinnahme, den regelmäßigen Therapiesitzungen und der Aufrechterhaltung eines halbwegs strukturierten Alltags unterstützen. Nehmen Sie Ihrem Lieben nicht alles ab, aber zeigen Sie Verständnis und Mitgefühl.

Wichtigster Grundsatz: Grenzen ziehen

Das größte Problem im Umgang mit einem depressiven Lebenspartner ist meist jedoch die fehlende Abgrenzung vom Leid des geliebten Menschen und die dadurch empfundene Hilflosigkeit und Ohnmacht der Angehörigen. Es ist essentiell, dass Sie neben allem Helfen und unter die Arme Greifen sich selbst nicht aufgeben und einen Ausgleich schaffen. Sie brauchen eine „krankheitsfreie“ Zone, wie ein Hobby und müssen auch einmal ein paar Stunden abschalten können. Sie dürfen – und müssen! – dieses Bedürfnis kommunizieren.

Reden Sie sich keine Schuldgefühle ein und schätzen Sie sich selbst wert. Nur so können Sie ihrem Partner eine Stütze sein und nur so können Sie sich und die Beziehung über diese schwierige Phase hinweg gesund erhalten. Bei diesem Unterfangen können und sollten Sie sich auch Hilfe von außen holen: Niedergelassene Psychotherapeuten, psychiatrische Kliniken, Seelsorger und vor allem auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker in Bonn (BApK) sind dabei die richtigen Ansprechpartner. Versuchen Sie nicht, die kompetente Intervention dieser Fachleute allein zu kompensieren. Diesen Kraftakt können Sie allein nicht stemmen und das müssen Sie auch nicht.