Aufbegehren gegen den Tod als Bestandteil der Palliativmedizin

„Den Tod als Teil des Lebens akzeptieren“, „in Würde sterben“ oder „den Tod annehmen“ – dazu kann man in den Medien Artikel lesen, Sendungen sehen und Podcasts hören. Zahlreiche Bücher sind erschienen. Sterben wird teilweise als wunderbares, zu zelebrierendes Erlebnis geschildert. Doch die Realität ist eine ganz andere.

Was versteht man unter Palliativmedizin?

Palliativmedizin kann entsprechend den Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin definiert werden als „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“. Ziel ist also, dem Patienten ein beschwerdefreies Dasein zu ermöglichen. Das kann sich beispielsweise auf Schmerzfreiheit beziehen.

Schwierige Akzeptanz

Die Todkranken haben oft bis zur letzten Minute Hoffnung auf eine Wunderheilung. Das macht die Ärzte und das Pflegepersonal in palliativen Einrichtungen nicht selten ungeduldig. Sie wünschen sich von den Patienten eine Akzeptanz des ihrer Meinung nach Unausweichlichen. Doch diese sind dazu häufig nicht bereit. Mehr noch: Sie haben ein Recht zu protestieren und sich aufzulehnen. Denn die Meisten – sind wir mal ehrlich – wollen nicht sterben oder zumindest nicht jetzt. Das Aufbegehren symbolisiert den Wert, welchen sie ihrem eigenen Leben beimessen. Hier gibt es einige bekannte und prominente Beispiele: Zum einen Hans Küng, der Schweizer Theologe, hat sich im Oktober 2013 mit dem dritten Band seiner Memoiren gesundheitlich sehr angeschlagen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Früher hat er “unbedingtes und restloses Vertrauen zu Gott” empfohlen. Inzwischen denkt er laut darüber nach die Möglichkeit der Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch zu nehmen. Mittlerweile ist er 85 Jahre alt und seine Kräfte lassen nach. In seinen Memoiren schreibt er: “Ein Gelehrter, der nicht mehr schreiben und lesen kann? Was dann?” und “Ich will nicht als Schatten meiner selbst weiterexistieren”. Zum anderen Elisabeth Kübler-Ross. Sie gilt als Begründerin der Sterbeforschung unter anderem mit ihrer Definition der „fünf Phasen des Sterbens“. Auch für sie war es bei eigener guter Gesundheit wichtig, dass der Sterbende loslassen kann. “Wenn der Sterbende und seine Familie das akzeptieren, ist es das Schönste überhaupt.” 1995 erlitt sie einen Schlaganfall, auf den zwei weitere folgten und sie in den Rollstuhl brachten. Als sie 2004 selbst sterbenskrank war, wehrte sie sich allerdings mit aller Kraft gegen ihren Tod. Und dennoch hat sie, die sich lebenslang mit dem Tod und dem Umgang mit Sterbenden beschäftigte, sehr wichtige Grundlagen für humanes Sterben gelegt: „Es wäre ein Fehler dem Sterbenden Hoffnung zu nehmen. Es ist Aufgabe der Angehörigen, Pflegenden und der Ärzte, die Hoffnung aufrechtzuerhalten. Dazu kann man dem Sterbenden vermitteln, dass ihm jede nötige Hilfe und Erleichterung zukommt“.

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