Beeinflussen Spiele unsere Träume?

Viele Videospiele versetzen die Gamer in traumähnliche Welten oder lassen sie gleich Albträume nachspielen, wie es in dem Spiel „Little Nightmares“ der Fall ist. Aber können solche Games auch unsere Träume beeinflussen? Forscher bejahen dies.

Nach wie vor sind Träume, Halluzinationen und Albträume beliebte Spielthemen. Manche Spielsequenzen haben es sogar zu einer echten Berühmtheit gebracht, wie die in Max Payne, Cathrine oder GTA V. Auf der anderen Seite bieten so manche Welten selbst genug Zündstoff für reale (Alb)träume. Die kanadische Psychologin Jayne Gackenbach beschäftigt sich seit Anfang der neunziger Jahre mit dem Thema und versucht die Auswirkungen der Computerspiele auf das menschliche Bewusstsein zu erforschen.

Im Wechsel der Realitäten

Besonders der Einfluss der Spiele auf unsere Träume interessiert die Wissenschaftlerin. Laut Gackenbach, sei die größte Parallele zwischen Träumen und Computerspielen, dass der Betroffene sich in einer alternativen Realität befindet, sei es nun technisch oder biologisch. Viele Studien sprechen von Klarträumen. Dabei handelt es sich um Zustände, in denen sich die Träumer bewusst sind, dass sie träumen. Schon 2006 konnte herausgestellt werden, dass Intensiv-Gamer häufiger zu solchen Klarträumen neigen als Nicht-Gamer. Weitere Studien, anhand von Befragungen, ergaben, dass die Spieler sogar ganz bewusst in ihren Träumen einen Perspektivwechsel von Ego- in die Third-Person-Perspektive vollziehen können. Möglicherweise ein Trainingseffekt der Spiele.

Anderer Umgang mit Albträumen

Besonders in diesem Sektor sei Gackenbach auf interessante Ergebnisse gestoßen. Ein „nightmare protection effect“ sorgt dafür, dass einige Intensivspieler ihre Albträume sogar genießen. Anders als normale Träumer flüchten sie nicht vor den Monstern, sondern stellen sich ihnen mutig entgegen und sagen ihnen den Kampf an, wie sie es auch bei vielen Spielen tun. Wäre diese Strategie nicht eigentlich vorteilhaft? Laut Gackenbach sei dies zur unmittelbaren Entlastung gut, sich zu verteidigen. Jedoch wäre es womöglich besser, den Albtraum zu verstehen.

Therapie für Soldaten

Intensivspieler unter den Soldaten berichten von weniger Albträumen bezüglich Kriegssituationen. Dass Computerspiele helfen posttraumatische Erfahrungen aufzuarbeiten, macht sich auch das US-Militär schon lange zu nutze. Simulationen, wie Virtual Iraq konfrontieren die Soldaten graduell mit bestimmten Situationen, um die Erlebnisse zu verarbeiten.

Wenn Tetris Dir überall hin folgt

Die Erkenntnisse Gackenbachs ergänzen sich mit den Untersuchungen von Angelica B. Ortiz de Gortari, Psychologin an der Universität Lüttich. Sie untersucht seit Jahren das Game Transfer Phenomena, auch GTP genannt. Dabei handelt es sich um Gedanken, Bilder und Gefühle die kurz nach dem Spielen auftauchen. So berichten einige von dem Tetris-Effekt. Intensive Spieler von Tetris sehen anschließend herabfallende Tetromino-Bausteine oder haben das Gefühl Häuser nach dem Tetris-Prinzip zu stapeln. Dieses Phänomen trete im Wach-, Dämmer-, sowie im Traumzustand auf. Bei einer Studie mit rund 2.000 Gamern, berichten 97 Prozent von GTP mit Musik, auftauchenden Bildern oder Avatar-Stimmen. Allerdings ist Ortiz, wie auch Gackenbach auf Erzählungen der Probanden angewiesen.

Die Spieleinsutrie entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Aufgrund dessen ist es durchaus denkbar, dass die Verbindung zwischen Traum und Spiel durch Augmented und Virtual Reality noch enger werden könne. Gauckenbachs Vermutung liegt darin, dass die Fähigkeit zu Klarträumen durch VR-Spiele noch stärker gefördert werden könne, als herkömmliche Computerspiele. Bisher gibt es zu dieser These bei ersten Studien noch keine belastenden Beweise.

 

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