Besondere Zellen regulieren Verlangen nach Alkohol

Ein Feierabend-Bier oder ein Glas Wein auf dem Sofa – für viele ist Alkohol im Alltag eine kleine Belohnung. Die meisten Menschen kennen ihre Grenzen gut, wissen wie viel sie vertragen und wann sie nicht trinken sollten. Doch bei ungefähr fünf Prozent der Deutschen ist das nicht der Fall, diese ca. 4 Millionen Menschen neigen dazu, unter Alkoholeinfluss die Kontrolle zu verlieren und können in die Abhängigkeit abrutschen. Nun haben Forscher dieses Verlangen nach Alkohol genauer untersucht.

Zellen regeln unsere Achtsamkeit

Wie genau ein solcher Kontrollverlust zustande kommt, ist bisher nicht klar erforscht. Doch spielt sich alles in der Großhirnrinde ab, die zuständig ist für die Kontrolle unserer Emotionen und Motivationen und einen großen Teil unseres alltäglichen Verhaltens beeinflusst. Am Institut für Psychopharmakologie ZI haben Forscher die Großhirnrinde von Ratten untersucht und sind auf eine Gruppe ganz besonderer Nervenzellen gestoßen, die sogenannten „Achtsamkeitszellen“. Diese Zellen dienen zur Unterbrechung unbewusster Gewohnheiten, wie beispielsweise der regelmäßige Konsum von Alkohol. Somit regulieren sie in gewissem Maße auch unser Verhalten im Bezug auf Suchtmittel.

Bestimmte Zellengruppen in unseren Gehirnen ermöglichen es uns, eine Situation bewusst wahrzunehmen und zu bewerten, bevor wir uns für eine Handlung entschließen. Um diese Nervenzellen-Gruppen näher zu verstehen, wurde an der Universität Heidelberg ein Sonderforschungsbereich ins Leben gerufen. Ein Gruppe Forscher um Prof. Dr. Sommer haben im vergangen Juli ein Experiment veröffentlicht, mit dem sie nachweisen konnten, dass eine dieser Nervenzellen-Gruppen für Impulshandlungen unter Alkoholeinfluss zuständig ist. Somit können die Forscher nun den genauen Prozess des Kontrollverlustes untersuchen und nachvollziehen.

Forschung könnte Alkoholkranken helfen

Das Zellen-Ensemble befindet sich in der sogenannten Area 25 der Großhirnrinde, ein Zentrum, das auch für die Entstehung von Depressionen eine große Rolle spielt. Eine frühere Studie Sommers hat bereits ergeben, dass Neuronen in dieser Zone des Gehirns besonders sensibel auf starken und wiederholten Alkoholkonsum reagieren. Nicht nur bei Ratten waren Langzeitschäden dieser Region zu beobachten, sondern auch bei Alkoholpatienten ist dies bekannt.

Daraus lässt sich schließen, dass es durch massiven Alkoholkonsum zu Ausfällen in dieser Zone des Gehirns kommt, und somit die von dort aus gesteuerte Achtsamkeit erheblich nachlässt. Dies verstärkt bei Alkoholpatienten ebenfalls das Rückfall-Risiko. In der Zukunft könnten weitere Forschungen an der Großhirnrinde zu wichtigen Erkenntnissen führen und bei der Therapie sowie der Früherkennung von Alkoholerkrankungen nützlich sein.

 

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