Diabetes - Die psychosozialen Folgen

Diabetes mellitus tritt in zwei Formen auf: Bei Typ 1 Diabetes wird nicht genug Insulin in der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Die Gründe sind unklar – aufgrund fehlender Heilungsmöglichkeiten spritzen die Betroffenen ihr Leben lang Insulin. Es ist eine Autoimmunerkrankung, die ohne Eigenverschulden meist im Kinder- und Jugendalter vorkommt. Wesentlich häufiger tritt Typ 2 Diabetes auf.

Der Stoffwechsel ist aufgrund der Insulinresistenz gestört. Dieser Typ wird häufig durch falsche Ernährung und Bewegung verursacht. Die Bauchspeicheldrüse ist, anders als bei Typ 1, intakt, das produzierte Insulin kann nur nicht richtig wirken. Weltweit leiden rund 382 Millionen Menschen an Diabetes. Problematisch ist, dass die Erkrankung weitere gesundheitliche Risiken sowie negative psychische Auswirkungen hervorrufen kann.

Zusammenhang Diabetes und Depression

Betroffene von Typ 1 leiden dreimal häufiger an Depressionen als gesunde Menschen. Bei Typ 2 Patienten sind es doppelt so viele. Zum einen erhöhe eine bestehende Depression das Risiko für Diabetes Typ 2: Depressive bewegen sich weniger und ernähren sich häufiger ungesund. Aber auch biochemische Veränderungen im Körper, die durch Depressionen verursacht werden, könnten Diabetes fördern. Zum anderen können Depressionen auch eine Folge von Diabetes sein. Chronische Erkrankungen sind häufig sehr belastend, was auch an der ständigen Wahrnehmung der eigenen Eingeschränktheit liegt. Die Anpassung im Alltag fällt oft schwer. Diabetes führt auch zu biochemischen Veränderungen, die das Risiko von Depressionen erhöhen. Langzeitstudien belegen den wechselseitigen Einfluss von Depressionen und Diabetes. Erwähnenswert ist aber, dass depressive Menschen häufiger zum Arzt gehen, wodurch Erkrankungen wie Diabetes schneller erkannt werden. Die genauen Ursachen und Mechanismen sind weiterhin unklar, aber es ist deutlich, dass Diabetes-Patienten überdurchschnittlich oft an Depressionen leiden.

Große emotionale Belastung

Im Kontext mit Diabetes sprechen Experten von einer diabetesspezifischen emotionalen Belastung statt einer allgemeinen Depression. Diese beiden Konstrukte werden nur selten voneinander unterschieden. Die emotionale Belastung sei aber speziell mit den alltäglichen Einschränkungen, der Selbstmedikation und Selbstfürsorge verbunden. Eine Studie mit Diabetes Typ 1 Patienten ergab, dass die Teilnehmer mit starker diabetesspezifischer Belastung weniger verantwortungsbewusst bei der Blutzuckerkontrolle waren. Allgemeine Depressionen wirken sich hingegen weniger negativ bei krankheitsspezifischen Aufgaben aus als mehr im allgemeinen Lebensstil. Depressionen haben also eher einen negativen Effekt auf Bewegung und Ernährung, diabetesspezifische Belastung auf Medikamenteneinnahme und Blutzuckerkontrolle.

Erhöhte Risiken durch Depression und diabetessspezifische Belastung

Erschreckend ist, dass es bei Diabetes-Patienten mit depressiven Tendenzen eine höhere Mortalitätsrate gibt. Bei Betroffenen, die schwer depressiv waren, wurde innerhalb von drei Jahren eine 2,3 mal so hohe Sterblichkeit beobachtet. Der Zusammenhang bleibt stabil, wenn Risikofaktoren wie Alter und Krankheitsstatus statistisch entfernt wurden. Viele Patienten mit Diabetes erleben eine verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität. Besonders diejenigen, die unter Diabetes und Depressionen leiden. Eine klinisch relevante diabetesspezifische Belastung kommt bei rund 20 bis 30 Prozent aller Diabetes-Erkrankten vor. Verursacht besonders durch Einschränkungen im Alltag, Behandlungsproblemen und Hypoglämieangst. Viele haben Angst vor Folgeerkrankungen und fühlen sich mit der Krankheit überfordert. Die Vielzahl an Diabetes-Patienten, die gleichzeitig unter Depressionen oder diabetesspezifischer Belastung leiden, ist gefährlich. Beide haben einen negativen Effekt auf den weiteren Krankheitsverlauf. Deshalb scheint es wichtig, dass Patienten eine gute psychologische Betreuung haben und regelmäßig auf entsprechende Symptome untersucht werden. Am besten sollten Patienten bereits bei der Diabetes-Diagnose über die möglichen psychologischen Folgen informiert werden.

 

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