Die Stimme als Indikator für psychische Krankheiten

Aus dem Klang und der Intonation eines Sprechers lässt sich viel heraushören. In der Regel kann man an der Stimme feststellen, wie das Gegenüber gelaunt ist oder ob sie oder er gerade hektisch ist. Menschen erkennen beispielsweise auch am Klang, ob das Gegenüber am Telefon lächelt oder nicht.

Die Stimme ist Spiegel der Seele

Das sagt Walter Sendlmeier, Sprechwirkungsforscher an der TU Berlin. Er beschäftigt sich damit, was Stimme und Sprechweise über einen Menschen verraten. Es gibt zwar keine zwei identischen Stimmen und doch existieren ähnliche Muster, die uns verraten. Man hört den Ärger, Freude und andere Emotionen in der Stimme des Anderen.

Wie entsteht denn überhaupt ein Ton?

Die Luftröhre erstreckt sich durch den Hals in die Lungen und versorgt den Körper mit Sauerstoff. Damit ein Ton entsteht, drückt man die Luft aus den Lungen durch die Luftröhre wieder nach oben in den Hals bis zum Kehlkopf. Auf diesem sitzen zwei Stimmbänder. Die vorbeiströmende Luft bringt die Stimmbänder zum Schwingen und dabei entsteht ein Ton. Dieser sogenannte Primärton ist allerdings sehr leise, kann aber durch die Resonanzräume verstärkt werden. Die Resonanzräume sind im Kopf: die Nasenhöhlen, der Schädel und die Wangen. Je kürzer und dünner die Stimmbänder, desto höher ist die Stimme.

Klingt die Stimme immer gleich?

Es gibt allerdings auch viele steuerbare, nicht biologische Faktoren, die sich auf die Sprechweise einwirken. Jede(r) von Ihnen hat das sicher schon versucht: Alleine die Veränderung der Körperspannung und der Kopfhaltung können den Stimmklang und die Modulation ändern. Auch Niedergeschlagenheit und Depressionen sind so wahrnehmbar. Die Stimme klingt dann dunkler und zurückgenommener. Das ist so, weil die Stimmbänder langsam und weich schließen. Walter Sendlmeier untersuchte das in einer Studie und stellte fest, dass die Stimmen emotional instabiler Menschen oftmals höher und brüchiger klingen.  Man könne auch hören, ob jemand eher extrovertiert oder introvertiert ist. Extrovertierte sprechen meist lauter und schneller, variieren die Satzmelodie stärker und betonen deutlicher als Introvertierte.

Was resultiert daraus?

In Zukunft sollen Computer diese Varianzen heraushören und analysieren können. Vieles, was das menschliche Gehör dabei überhört, soll mit in die Betrachtung einbezogen werden können. An der Charité erproben Mediziner und Psychologen in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität in Berlin computergestützte Stimm-Analyseverfahren für die Diagnose von Erkrankungen und psychische Störungen. Sie können durch charakteristische Stimmprofile erkannt werden. Diese Muster wurden anhand der Stimmprofile von Menschen mit psychischen Störungen erstellt. Verschiedene Faktoren wie Sprachmodulation, -geschwindigkeit, -lautstärke spielten dafür eine wichtige Rolle.

Patienten mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktionsstörung) sprechen beispielsweise wesentlich hektischer als Patienten mit einer Depression oder Morbus Parkinson. Zur Analyse wird eine Software verwendet. Eine Pilotstudie an rund 300 Kindern und Jugendlichen zeigte, dass die Software eine mehr als neunzigprozentige Treffsicherheit bei Schülern mit ADHS hatte. Die Einsatzmöglichkeiten sind mannigfaltig. Zum einen kann man natürlich die Stimme analysieren und daran festmachen, wie der Getestete spricht und ob er Führungsqualitäten und Durchsetzungsvermögen „in der Stimme“ hat. Wenn nicht, kann man da mit Schulungen nachhelfen. Zum anderen hat man ein weiteres diagnostisches Hilfsmittel an der Hand, das auch therapeutisch wertvoll ist. Ähnlich wie beim Biofeedback könnte der Psychologe, Therapeut oder Arzt dem Patienten die Fortschritte zeigen. Sehr spannend sind auch die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine. Stellen Sie sich vor, Ihre Kaffeemaschine erkennt, wie Sie gerade drauf sind und reagiert entsprechend.

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