Leiden Männer an anderen Verhaltensstörungen als Frauen?

Frauen leiden öfter als Männer unter psychischen Beschwerden, Männer hingegen probieren ihre Probleme teilweise anders zu lösen, wie beispielsweise durch gesteigerten Alkoholkonsum oder zeigen andere Verhaltensweisen auf. Kann man denn nun von typischen Mustern bei Verhaltensstörungen sprechen, die entweder Frauen oder nur Männer betreffen?

Verhaltensstörungen

Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts gab es in Europa unglaublich viele Vorfälle, bei denen Frauen urplötzlich in Ohnmacht fielen, das Sprechen verlernten oder andere merkwürdige Auffälligkeiten zeigten, ohne dass es dafür eine neurologische Erklärung gab. Früher wurde dieses Verhalten als Hysterie bezeichnet. Anfangs nahm man an, dass bei Frauen ein Organ im Körper trägt, dass sie so verrückt werden lässt, doch dies konnte der Wiener Nervenarzt Sigmund Freud wissenschaftlich widerlegen. Seiner Meinung nach handelte es sich bei den Vorfällen vielmehr um innere psychische Beschwerden, die sich in körperliche Beschwerden verwandelt hatten (Psychosomatik).

Hysterie

Hysterie ist heutzutage nur noch in ganz wenigen medizinischen Büchern zu finden, man spricht allerdings noch häufig von typisch weiblichen bzw. männlichen Erkrankungen. Frauen und Männer sind gleichermaßen von psychischen Erkrankungen betroffen, allerdings gibt es schon welche, bei denen es geschlechterspezifische Unterschiede gibt. Jungs haben viel häufiger Symptome und Erkrankungen, die sich nach außen richten. Sie schädigen ihren Körper häufiger mit Drogen und verhalten sich oft auffälliger. Frauen hingegen leiden öfter unter internen Schmerzen und tragen diese nicht so sehr nach außen. Das Ganze lässt sich auch im Erwachsenenalter beobachten.

Schizophrenie

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister und tatsächlich auch die Wissenschaften. Gesellschaft, Psychologie und Biologie sind sich nicht ganz einig. Allerdings steht fest, dass Männer für gewöhnlich mit 20 bis 24 anfangen unter Schizophrenie zu leiden und Frauen erst ca. 5 Jahre später. Östrogene, die weiblichen Hormone könnten dafür verantwortlich sein. In einer Studie des Heidelberger Psychiaters Niels Bergemann wurde herausgefunden, dass Östrogene den Dopamin-Haushalt beeinflussen und dieser sich direkt auf die Erkrankung auswirkt. Der weibliche Körper produziert quasi sein eigenes antipsychotisches Medikament.

Drogen

Bei Drogen sind Männer vorne, allerdings nur bei der „Beliebtheit“. Frauen neigen schneller zu einem raschen Konsum, sie steigern die Dosis sehr schnell und kommen dadurch auch nur viel schwieriger davon weg. Männer suche in Drogen vor allem den Kick bzw. Nervenkitzel, Frauen hingegen geht es vielmehr um die Bewältigung von Stress und ihren Problemen.

Depressionen

Bei Depressionen ist die Verteilung anders. Frauen sind doppelt so oft von Depressionen betroffen. Eine Studie aus Dresden brachte als Ergebnis hervor, dass Frauen deutlich häufiger unter psychischen Beschwerden leiden und Männer stattdessen viel öfter ihr Heil in einer Alkoholsucht suchen.

Weibliches und männliches Verhalten

Rollenbilder spielen eine wichtige Rolle, wenn es um psychische Erkrankungen und die klinische Praxis geht. Als Freud damals behauptete, dass auch Männer von Hysterie betroffen sind, löste er großes Stauen und Entsetzen aus. Früher dachte man ja schließlich, dass es sich dabei um eine Erkrankung handelt, an der ausschließlich Frauen erkranken können.

Krankheitsbilder in Zahlen

Alkoholstörungen: 18,4 % Männer und nur 3,9 % Frauen

Angststörungen: 22,6 % Frauen und nur 9,7 % Männer

Depression: 11,4 % Frauen und nur 5 % Männer

(DEGS-Studie des Robert Koch-Instituts Berlin. Teilnehmerzahl: 5318 , Angaben nach Wittchen & Jacobi)

Diese Zahlen zeigen ganz deutlich, dass es eine geschlechterspezifische Verteilung bei Erkrankungen gibt. Die genauen Ursachen und Gründe sind bislang nicht erforscht bzw. erwiesen worden. Es bleibt spannend abzuwarten, ob Männer oder eben Frauen unter gewissen Krankheiten leiden.

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