Was anfällig für Fake News macht

Fake News: Warum sind wir bereit sie zu glauben?

Das kennen wir doch alle: Was man gerade in den Medien gehört hat, scheint eigentlich unfassbar. Es ist ganz offensichtlich, dass es sich nicht um die Wahrheit handelt und doch glauben viele Menschen an die so genannten Fake News. Warum ist das so? Damit haben sich Psychologen aus den USA beschäftigt und kamen zu interessanten Ergebnissen.

Theorie der Psychologen um Fake News

Spätestens seit US-Präsident Donald Trump im Amt ist und Bilder der Amtseinführung die Runde machten, ist der Begriff der Fake News in aller Munde. Eines von vielen Beispielen ist die Amtseinführung von Donald Trum. Die Bilder der Amtseinführung zeigten deutlich weniger Menschen als es zuvor bei der Amtseinführung von Vorgänger Barack Obama waren. Und dennoch behauptete Trumps Sprecher des Weißen Hauses, es habe sich um die Amtseinführung mit dem größten Publikum gehandelt. Offensichtlich eine Lüge, aber warum glaubten das so viele Menschen?

Psychologen haben dazu ihre eigene Theorie: Menschen glauben Falschmeldungen oder Fake News, die ihre politische Überzeugung oder ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder Partei höher bewerten als Genauigkeit oder Wahrheit. Im Fall der Amtseinführung ging es den Menschen also eher um ihre Zugehörigkeit zu Trumps Partei, den Republikanern, und dem damit einhergehenden sozialen Status als genaue oder korrekte Zahlen der Besucher. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Universität von New York.

Alte Denkweisen halten sich

Sie stützen ihre Theorie unter anderem auf die soziale Identität im Zusammenhang mit Gruppenprozessen. Demnach glauben wir einer hochwertigen Nachrichtenquelle nicht, wenn die Menschen dahinter einer anderen Gruppe angehören. Das geht wohl auf die Denkweise zurück, als die Stammeszugehörigkeit der Menschen von außergewöhnlicher Bedeutung war. Daher wird die Identifizierung mit der eigenen Gruppe wie Vereine, Parteien und ähnliches wichtiger eingeschätzt als Wahrheit und Präzision. Diese Denkweise könnte mit Berücksichtigung der Bedürfnisse der Menschen durchbrochen werden.

Argumente überdenken

Die Psychologen empfehlen in diesem Zusammenhang, bei der Argumentation auch den Bezug auf eine größere Menschenmenge nicht zu vernachlässigen. Das könnten dann etwa alle Amerikaner oder alle Menschen sein, oder auch die Kritiker innerhalb der Partei. Um eine politische Polarisierung zu minimieren, gäbe es die Möglichkeit, den Menschen die Ignoranz gegenüber politischen Details vor Augen zu führen. Das ist einfach möglich, indem die Menschen aufgefordert werden, eben diese Details genauer zu erläutern und auszuführen.

Neue Strategien

Diese Argumente sind nicht neu und auch nicht ganz falsch. Psychologen der Hochschule Magdeburg-Stendal stören sich bei den Erkenntnissen der US-Kollegen daran, die sie Parteizugehörigkeit und Weltanschauung beinahe vollständig gleichsetzen. Falls das so wäre, befände sich in Deutschland die SPD nicht in ihrer aktuellen Krise. Vielmehr sind die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche Ausdruck einer tiefen Verunsicherung der Menschen, die durch neue Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung entsteht.

Daher wäre es wichtig, die bewusste und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Entscheidungsprozessen und Gestaltungsfragen in allen Bereichen zu fördern. Hier könnte etwa Teilhabe oder eine stärkere politische Bildung helfen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, mit offenen Situationen und Mehrdeutigkeiten umzugehen. Für die Politik ist es notwendig, neue Strategien für eine Kommunikation der Veränderung zu erarbeiten. Es mag zwar vor Wahlen ungünstig sein, langfristige Herausforderungen und schwierige Lösungen offen anzusprechen und offen zu überdenken, dennoch wäre dies für die Gesellschaft existenziell wichtig.

Wir alle sollten berücksichtigen, dass uns die Algorithmen der digitalen Informationswelt in eine Art Blase  packen. So werden uns nur Informationen vorgeschlagen, die zu den zuvor gelesenen Inhalten passen. Wir müssen über den Tellerrand schauen, um uns ein Bild der unterschiedlichen Berichterstattungen machen zu können.

 

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