Sind wir nachts kreativer?

Nach der Auffassung der 2004 verstorbenen Malerin Agnes Martin passieren die besten Dinge im Leben, wenn man alleine ist. Und während unser Alltag meist hektisch ist und wir in aller Regel laufend von Menschen umgeben sind, gibt vielen kreativen Köpfen dagegen die Nacht den nötigen Raum und die Muße, schöpferisch tätig zu werden.

Wissenschaftlich bestätigt ist die Annahme so mancher Nachteulen, die eigene Kreativität lasse sich am besten zu der Zeit anzapfen, wenn bereits das Bett zum Schlafe ruft, bisher nicht. Was jedoch intensiv erforscht wird, ist der Zusammenhang zwischen Schlaf und Lernen bzw. Kreativität: So geht zum Beispiel Professor Jan Born von der Universität Lübeck davon aus, dass das am Tag zuvor Erlebte während des Schlafs im Lernzentrum unsers Gehirns, dem sogenannten Hippocampus, erneut abgespielt wird; im Schlaf schauen wir also – als Traum verpackt – einen Lehrfilm aus unserem eigenen Leben. Biologisch plausibel klingt das allemal: Um die Erhaltung der Art zu gewährleisten, ist ein kontinuierlicher Lernprozess, vor allem in einer komplexen Umwelt, von immenser Bedeutunng – und zweifellos ökonomisch, da sich der Körper während des Schlafs in einer totalen Ruhephase befindet und die mentalen Ressourcen so komplett für die Konsolidierung von hilfreichen Erkenntnissen genutzt werden können.

Das Langzeitgedächtnis

Gespeichert werden diese Lernerfahrungen über synaptische Verbindungen im Langzeitgedächtnis. Beweisen lässt sich diese Theorie vom „Kopfkino“ freilich schwer, zumindest mit den heute verfügbaren Mitteln. Dazu betont Professor Reto Huber vom Kinderspital der Universität Zürich, dass der eigentliche Lernprozess im Wachzustand vonstatten gehe, wohingegen der Schlaf nach seiner Auffassung diese Leistung steigern könne.

Doch zurück zu unserer Ausgangsfrage: Gibt es wissenschaftliche Ansätze, die die These wenigstens entfernt unterstützen, dass man nachts einen besseren Zugang zu seiner Kreativität finden kann? Die Antwort lautet Jein; denn wovon Wissenschaftler bisher ausgehen, ist, dass weniger die Tageszeit entscheidend ist als vielmehr der mentale Zustand, in dem wir uns befinden: So hat man durch Studien belegen können, dass Menschen im müden Zustand meist kreativer sind als im Wachzustand.

Erklärt werden kann dies damit, dass wir in einer entspannten Verfassung einen besseren Zugang zu unserem Unbewussten haben – und der Leistungsunterschied zwischen den beiden Bewusstseinsebenen ist enorm: Während der bewusste Verstand maximal 4000 bit pro Sekunde an Informationen aufnehmen kann, verarbeitet das Unbewusstsein mehrere Millionen(!) bit pro Sekunde. Daraus lernen wir: Wer den Alltagsstress hinter sich lassen und in einen Zustand der Entspannung treten kann – beispielsweise durch das Anhören der Lieblingsmusik – hat hohe Chancen, einen guten Zugang seiner Kreativität zu entwickeln.

 

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