Ist Einsamkeit ein Vorbote von Altersdemenz?

Im Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung produziert das Gehirn der Betroffenen bereits ein bestimmtes Eiweiß. Somit kann es noch vor krankheitsbedingten Symptomen der Altersdemenz zu einem Gefühl der Einsamkeit bei Patienten kommen.

Eiweiß-Ablagerung im Gehirn

Bereits seit Längerem ist statistisch belegt, dass Personen, die im Alter unter Einsamkeit leiden, später häufiger an Alzheimer erkranken. Amerikanische Forscher haben nun einen konkreten Zusammenhang zwischen dem Gefühl sozialer Isolation und der Erkrankung an Altersdemenz feststellen können. Ältere Menschen, bei denen im Gehirn vermehrt Amyloid-Eiweiß nachgewiesen werden konnten, das typischerweise bei Alzheimer auftritt, fühlten sich deutlich einsamer als untersuchte Personen, bei denen die Eiweißstoffe sich nicht abgelagert hatten, beobachteten die Wissenschaftler.

Früherkennung von Alzheimer

Aus diesem Grund zogen die Mediziner den Rückschluss, dass ein Gefühl der Einsamkeit im Alter auf dieselben krankheitsbedingten Ablagerungen im Gehirn zurückzuführen sein könnte, die auch als Symptome von Altersdemenz und Alzheimer gelten. Dies würde daher bedeuten, dass sich Alzheimer Erkrankungen in Zukunft möglicherweise frühzeitiger diagnostizieren lassen würden, so die Experten. Nancy Donovan und ihr Forscherteam des Bostoner Brigham and Women’s Hospital bezeichnen Einsamkeit somit als eine Art neuropsychiatrisches Symptom für Alzheimer-Erkrankungen im Frühstadium.

PET-Untersuchung

Für ihre Untersuchungen luden die Forscher fast 80 Probanden ein, Frauen und Männer im Alter zwischen 65 und 90 Jahren. Keine der Testpersonen zeigte vorher psychische Auffälligkeiten oder Demenz-Anzeichen. Mittels einer besonderen Tomographie, der sogenannten PET (Positronen-Emissions-Tomographie), waren die Wissenschaftler in der Lage, Ablagerungen der Amyloid-Eiweiße im Gehirn sichtbar zu machen. Anhand eines psychologischen Fragebogens wurde anschließend das Gefühl von Einsamkeit der Teilnehmer zwischen den Werten 3 und 12 eingeordnet. Durchschnittlich berichteten alle Probanden gleichermaßen von einem Einsamkeitswert von etwa 5,3. Zusätzlich wurden die Testpersonen auf Depressionen, Angststörungen und ein die Alzheimer begünstigendes Gen (ApoE4) untersucht.

Erhöhte Wahrscheinlichkeit durch Eiweißstoffe

Bei 22 Personen konnte das ApoE4-Gen festgestellt werden, sie waren also bereits genetisch für Alzheimer vorbelastet. Bei 25 Teilnehmern wiesen die Mediziner Amyloid-Eiweiße nach. 15 Testpersonen berichteten, unter starker Einsamkeit zu leiden. Von diesen Personen gehörten die meisten der Gruppe mit den nachgewiesenen Eiweißstoffen an. Die Forscher verzeichneten hier einen Anstieg der Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken um den Faktor 7,5 im Vergleich zu Menschen ohne Eiweißablagerungen. Allerdings bleibt zu erforschen, ob diese Erkenntnisse generell alle Menschen eines bestimmten Alters betreffen könnten. Die Teilnehmergruppe zeichnete sich durch ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau sowie gute körperliche und geistige Verfassung aus.

Biochemische Prozesse bleiben zu erforschen

Nichtsdestotrotz hebt diese Studie hervor, dass eine persönlich empfundene soziale Einsamkeit durchaus ein Anzeichen für Eiweiß-Ablagerungen und somit gegebenenfalls für Demenz-Erkrankungen sein kann. Eventuell, so die Forscher, werde eine solche Ablagerung durch Einsamkeit und Isolation sogar wechselwirkend noch beschleunigt. Weiter Forschungen sollen nun die genaue Beschaffenheit der biochemischen Prozesse von Einsamkeitsgefühlen untersuchen, um in einem zweiten Schritt die Früherkennung von Alzheimer- und Demenz-Erkrankungen zu verbessern, berichten die Experten.

 

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