Burnout - Volksdiagnose oder Modekrankheit?

Die Zahl der Burn-Out Erkrankungen steigt in Deutschland stetig an. Dies belegen neue Statistiken. Diese gründen sich auf Erhebungen, die von Ärzten und Ärzteverbänden immer wieder vorgenommen werden. Dennoch: Einige Psychologen und Therapeuten widersprechen den offiziellen Statistiken. Daher stellt sich die Frage, ob es sich beim Burn-Out tatsächlich um eine Volkskrankheit oder eine Modediagnose handelt.

Was ist Burn-Out?

Ein Burn-Out entsteht dann, wenn über eine lange Zeit hinweg ein Übermaß an Stress vorhanden ist. Grundsätzlich ist Stress notwendig, damit der Mensch überhaupt seine Tätigkeiten verrichten kann und gesund bleibt. Er muss die Mitte zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig finden. Zugleich muss ein Ausgleich zwischen negativem und positivem Stress erfolgen. Bei der Entstehung des Burn-Out-Syndroms ist dieses Gleichgewicht gestört. Der Betroffene hat täglich zu viel Stress, der zudem negativ besetzt ist.

Die Vorstellung eines „normalen“ Arbeitstages ist, dass Aktivität durch Stress begünstigt und sogar optimiert wird und dabei Energien abgebaut werden. Die verlorenen Energien werden anschließend durch Ruhephasen wieder aufgefüllt und der Körper kann weitere Energien aufbringen, um den Alltag zu bewältigen. Kommt es zum Burn-Out, ist auch dieser Mechanismus unterbrochen. Kurz gesagt, wird mehr Energie verbraucht, als in den Ruhephasen wieder aufgefüllt werden kann. Der Körper ist chronisch energielos und wird dadurch immer geschaffter. Dieser Zustand wird irgendwann chronisch und es stellen sich weitere Symptome ein, wie beispielsweise Depressionen, ständige Gereiztheit und Ähnliches. Der Körper leidet mit und in vielen Fällen drehen sich die Gedanken nur noch um die Arbeit und die alltäglichen Aufgaben. Ein Kreislauf, der dann zu ernsten gesundheitlichen und psychischen Konsequenzen führt – Die Person bricht zusammen und muss therapiert werden.

Burn-Out Symptome können auch ohne Überforderung entstehen

Trotz aller Anzeichen, ist nicht jede Erschöpfung direkt auf einen Burn-Out zurückzuführen. Erschöpfungszustände müssen nicht unbedingt nur durch die Arbeit entstehen. Die moderne Gesellschaft fußt auf einem Leistungsgedanken, der sich auch im privaten Bereich etabliert. Häufig werden nach der Arbeit noch Sportarten durchgeführt, private Termine eng gelegt und selbst das Treffen mit Freunden muss zu einem festen Termin stattfinden. Zwar handelt es sich hierbei um durchaus positive Stressfaktoren, die jedoch auch zu häufig und damit zu viel werden können.

Der Stress der Arbeitswelt wird somit in die Freizeit tansportiert. In vielen Fällen handelt es sich zudem um Tätigkeiten, die sehr lange andauern und den Körper auf „Touren“ bringen, wie beispielsweise der Sport. Wird dieser am Abend durchgeführt, dann kann dies zur Schlaflosigkeit führen – ein Symptom, das auch beim Burn-Out auftritt. Die Folge davon ist, dass der Betroffene am Tag müde ist, da er an einem Schlafmangel leidet. Dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit und der Betroffene kann seinen Alltag schwerer bewältigen. In diesen Fällen liegt eigentlich kein Burn-Out vor, obwohl die Symptome identisch sind. Der Betroffene fühlt sich ständig müde, ist überfordert und kann sogar Depressionen entwickeln. Auch die bei Burn-Out ständig vorhandenen Kopfschmerzen können ein Grund für die Problematik sein.

Dennoch können nicht alle Probleme in gesundheitlicher Hinsicht wirklich auf Überforderung im privaten Bereich zurückgeführt werden. Sicherlich gibt es viele Fälle, in denen die Überforderung im Beruf dramatisch ist. Durch Stellenkürzungen und eine Arbeitssteigerung ist die Arbeitswelt durchaus weit mehr mit Stress belastet, als dies noch vor zwei Jahrzehnten zu bemerken war. Burn-Out kann dabei entstehen und das Syndrom ist durchaus keine momentane Befindlichkeit, sondern eine ernsthafte Erkrankung.

Fazit der Erkenntnis

Ob Burn-Out eine Modeerkrankung oder eine Volkskrankheit ist, kann nicht genau eingegrenzt werden. Eine Zunahme der Diagnosen muss nicht immer auch tatsächlich darauf hindeuten, dass Burn-Out auf dem Vormarsch ist. Jedoch kann durchaus gesagt werden, dass sicherlich nicht alle Fälle auf eine berufliche Überforderung zurückzuführen sind. Genaue Studien zum Thema gibt es leider noch nicht und schließlich muss der Einzelfall betrachtet werden. Allerdings ist die Neigung, dass Mediziner vorschnell zu der Diagnose Burn-Out greifen, durchaus gegeben.

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