Mit Gleichstrom die Hirnleistung verbessern?

Was Forscher in Laboren testen, versuchen jetzt auch Laien auf der Couch. Eine Selbstoptimierung der Gehirnzellen mit einem selbstgebauten Gleichstromstimulator soll die Hirnleistung verbessern. Inwieweit ein Erfolg stattfindet und keine Risiken eintreffen, sei jedoch dahingestellt.

Grundlage: Die transkranielle Gleichstromstimulation

Schon seit vielen Jahren sind Forscher dabei mit elektrischem Strom oder Magnetfeldern die Hirnleistung zu verbessern. Oft greifen sie dabei zu der oben angeführten Methode. An den Kopf angebrachte Elektroden leiten einen schwachen Strom direkt in das Gehirn. Dabei soll die elektrische Aktivität der einzelnen Nervenzellen positiv beeinflusst werden. Die transkranielle Gleichstromstimulation diene zu therapeutischen Zwecken um Depressionen und Gedächtnisprobleme durch Alzheimer zu lindern. Mittlerweile basteln sich Laien diesen Simulator selbst für zu Hause und wecken das Interesse anderer mit euphorischen Berichten über erfolgreiche Selbstversuche zur Leistungssteigerung.

Was passiert im Gehirn?

Kommerzielle Hersteller versprechen ihren Kunden durch diese Methode eine verbesserte Formbarkeit des Gehirns, da Neuronen besser feuern würden. Ganz richtig ist diese Aussage jedoch nicht. Die genaue Wirkungsweise ist nicht bekannt. Es sei richtig, dass eine verbesserte Erregbarkeit der Neuronen durch eine Stimulation stattfindet, allerdings bedeute das nicht unbedingt mehr Leistung. Oft hänge es auch von der Aufgabe ab und der bereits vorhandenen Leistungsfähigkeit des Probanden. Manche Studien zeigen überhaupt keine oder nur sehr kleine Veränderungen der Gehirnaktivität auf.

Stimulation an gesunden Menschen

Laborversuche, die eine Gleichstromstimulation an gesunden Menschen voraussetzen, dienen in erster Linie dazu, die Beeinflussung der Hirnaktivität zu erforschen und inwieweit die Areale mit kognitiven Funktionen zusammenhängen. So werden beispielsweise der frontale Kortex, motorische Areale, sowie die Grenze zwischen Scheitel- und Schläfenlappen mit Strom behandelt, um herauszufinden ob die Aufmerksamkeit, Erlernbarkeit von Abläufen und soziale Fertigkeiten verbessert werden können. Die Ergebnisse seien bislang sehr widersprüchlich. Einige zeigen Verbesserungen, andere sehr geringe oder gar keine Effekte.

Nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

Eine Stimulation ist nicht so einfach wie viele glauben. Wer aussagekräftige Ergebnisse erzielen möchte, muss genau arbeiten. Die Elektroden müssen exakt an den richtigen Stellen platziert werden. Zudem spielt die Dauer, die richtige Stromintensität und der richtige Zeitpunkt der Simulation eine wichtige Rolle. Für gewisse Effekte ist auch wichtig, auf welche gerade ablaufende Hirnaktivität der Gleichstrom trifft. Somit werden unterschiedliche Ergebnisse erzielt, wenn der Proband gerade schläft, meditiert oder aktiv unterwegs ist.

Forscher arbeiten mit standardisierten Methoden und selbst dann fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Eine genaue Vorhersage auf das Resultat lässt sich kaum bestimmten. Wie viel weniger noch bei selbstgebastelten und durchgeführten  Stimulationen zu Hause!

Zur Optimierung der Gehirnzellen ist folgendes zu beachten

Forscher und Neurowissenschaftler sind besorgt und äußern ihre Bedenken, wenn es um die Hirnoptimierung durch Unerfahrene in den eigenen vier Wänden geht. Neben Risiken und Nebenwirkungen, wie die Gefahr von Krampfanfällen oder Hautverbrennungen, warnen sie auch vor möglichen Langzeitschäden. Forscher der University of Oxford reizten beispielsweise den Scheitellappen, der für mathematische Leistungen wichtig ist, von Versuchspersonen. Die Fertigkeit und das Lernen wurden tatsächlich positiv beeinflusst, andere Gedächtnisleistungen wurden jedoch gleichzeitig verschlechtert. Solche Wirkungen können teilweise lange anhalten. Eine Stimulation wurde noch nie täglich über Monate hinweg getestet, so wie es einige Privatanwender tun. Dementsprechend ist derzeit noch ungewiss, welche Langzeitfolgen Anwender durch diese Stimulation erwarten werden.

 

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