Wenn man sich selbst überholt

Finden Sie auch, dass die Zeit immer rascher vergeht? Die Jahre, so hört man allerorts, fliegen nur so dahin. Woran liegt das? Was hat sich wirklich verändert? Und ist diese Veränderung gut oder schlecht? – Zumindest eine dieser Fragen ist bereits falsch gestellt. „Gut“ und „schlecht“ sind Wertungen, die noch dazu auf absolut subjektiver Wahrnehmung und Interpretation beruhen.

Tatsächlich hat sich unsere Lebensführung unserem Empfinden nach während der letzten Jahre und Jahrzehnte immer weiter beschleunigt. Das hat nicht zuletzt mit den Veränderungen unseres Kommunikationsverhaltens zu tun. Aber auch mit dem Anspruch, nichts versäumen zu wollen, der für viele fast zu einem Zwang geworden ist.

Das Resultat ist ein Hin und Her zwischen Menschen, Ereignissen und Situationen. Viele von uns versuchen, von jedem ein wenig mitzubekommen. Und am Ende versäumen sie dabei alles. Sie überholen sich selbst, sind in Gedanken schon bei der nächsten Station ihres selbstgewählten Parcours und nehmen daher die aktuelle gar nicht mehr wahr. Der Geist ist nicht mehr, wo der Körper sich befindet.

Er ist in einer möglichen Zukunft, während der Körper in der realen Gegenwart verharrt. So reagieren sie nicht mehr auf das, was geschieht, sondern nur auf ihre eigenen Erwartungen, schauen zwar, doch sehen nicht. Das Gefühl der Beschleunigung erzeugen wir selbst, wenn wir die Ruhe aufgeben und das Ruhen, das Ruhen in uns selbst. Denn die Unachtsamkeit anderen Menschen und den Gegebenheiten der Gegenwart gegenüber ist nichts anderes als der unvermeidliche Nachklang der Unachtsamkeit uns selbst gegenüber.

Das Gegenmittel heißt „Entschleunigung“. Und der Weg dorthin heißt „Achtsamkeit“. Damit ist die Wahrnehmung des Moments gemeint. Und „Wahrnehmung“ bedeutet hier das Bewusstsein über das, was die Sinne uns vermitteln, was unsere Intuition uns sagt, was wir fühlen und spüren und empfinden – kurz: sich seiner Selbst bewusst sein. Es ist wahr, dass die moderne Welt uns an vielen Stellen davon ablenkt und zur Unachtsamkeit verführt. Es ist jedoch nicht wahr, dass sie notwendigerweise Unachtsamkeit erzwingt.

Es liegt bei jedem Einzelnen, die Entscheidung zu mehr Achtsamkeit, mehr Bewusstsein und Bewusstheit zu treffen und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Die Wahrnehmung des Moments, das im Moment Sein und den Augenblick wirklich bewusst Erleben kann trainiert werden. Einfache Übungen wie die Konzentration auf sinnliche Wahrnehmungen, auf körperliche und seelische Empfindungen können am Anfang stehen. Meditation kann dabei helfen, die Aufnahmefähigkeit und die Aufmerksamkeit weiter zu steigern. Wir selbst können die Geschwindigkeit bestimmen, in der wir leben. So wie wir selbst entscheiden können, was uns im Leben wichtig ist.

 

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