Gibt es eine Abhängigkeit von Cannabis?

Gibt es eine Abhängigkeit von Cannabis?

Cannabis gehört zu den bekanntesten Drogen. Die meisten Jugendlichen kamen mindestens einmal mit der Droge in Kontakt und viele Jugendliche und auch Erwachsene konsumieren die Droge sogar regelmäßig. Es stellt sich daher die Frage, ob eine Abhängigkeit durch den Konsum entstehen kann. Eine Frage, die nur schwer beantwortet werden kann.

Der Zwiespalt der Abhängigkeit

Grundsätzlich kann die Frage nach einer Abhängigkeit durch Cannabis sowohl mit „Ja“ als auch mit „Nein“ beantwortet werden. Viele Konsumenten betonen, dass der Konsum keine Sucht auslösen kann. Auf der körperlichen Ebene trifft diese Annahme teilweise zu. Cannabis löst tatsächlich in der Regel keine körperliche Abhängigkeit aus. Dennoch treten durchaus auch leichte Entzugssymptome auf, wenn der Stoff nicht konsumiert wird. Hierbei sind die Symptome allerdings so leicht ausgeprägt, dass eine stationäre Behandlung in der Regel nicht notwendig ist. Daher kann durchaus davon gesprochen werden, dass die körperliche Komponente im Hintergrund verbleibt.

Auf der psychischen Seite ist hingegen eine starke Abhängigkeit feststellbar. Die Symptome der Abhängigkeit sind nicht so offensichtlich wie bei der körperlichen Abhängigkeit. Es sind vielmehr diffuse und kaum greifbare Anzeichen, die dann als Zeichen der Abhängigkeit gewertet werden müssen.

Die Problematik des Konsums

Die Abhängigkeit von Cannabis beginnt ab jenem Zeitpunkt, zu dem bemerkt wird, dass Probleme und Lebensumstände durch den Konsum zeitweise aus dem Blickfeld geraten. Die Konsumenten fliehen geradezu aus der realen Welt. Für einen Moment scheinen die Probleme nicht mehr vorhanden zu sein und eine Entlastung folgt. Gerade diese Entlastung wird als Belohnung gewertet. Nehmen die Probleme zu, dann folgt der nächste Konsum und wieder erfolgt die Belohnung.

Die Lerntheorie besagt, dass Belohnungen dazu führen, dass das Verhalten wesentlich häufiger gezeigt wird. Und auch im Fall des Cannabis treten diese Faktoren auf. Der Konsum wird gesteigert und wurde der Konsum vorher noch durch große Probleme ausgelöst, reichen nun Kleinigkeiten aus und es wird wieder zur Droge gegriffen. Ein Kreislauf beginnt, der eigentlich nur eine Flucht vor den Realitäten ist. Grundsätzlich also jener Mechanismus, der den meisten Süchten eigen ist. Die Konsumenten können sich irgendwann kaum noch vorstellen, ohne den Suchtstoff zu leben und es ist ständig ein Vorrat im Haus, der jederzeit genutzt werden kann. Häufig wird der Konsum sogar kultiviert und verschiedene Techniken – wie die Pfeife oder die Bong – genutzt, die dann in ein festes Ritual integriert werden. In vielen Fällen erfolgt der Konsum sogar innerhalb einer Gemeinschaft, sodass auch die soziale Komponente durchaus befriedigt wird.

Symptome sind diffus

Die Auswirkungen des chronischen Konsums sollten ebenfalls nicht unterschätzt werden. In vielen Fällen kommt es zu einem sozialen Rückzug. Der Konsument hält sich nur noch dort auf, wo er die Gelegenheit bekommt, seinen Konsum ungestört fortzuführen. Zugleich können auch Wesensänderungen beobachtet werden. Depressionen treten hier sehr häufig auf, obwohl die Konsumenten häufig bestreiten, dass die Depressionen die Auswirkung sind. Vielmehr gehen sie davon aus, dass sie vorher bereits depressiv waren und deshalb konsumieren. Vor allem das Desinteresse an den normalen Verrichtungen steht im Vordergrund. Hinzu kommen noch weitere Symptome, die sich aus der Natur der Sucht ergeben.

 

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