Wie erkenne ich eine Wochenbettdepression?

Das Babyglück nach der Geburt bleibt bei manchen Frauen leider aus. Hinter diesem Umstand kann eine Wochenbettdepression stecken: In einem solchen Fall ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen.

Wenn Frauen direkt nach der Geburt niedergeschlagen sind und keinen Appetit haben, ist es möglich, dass dies auf eine Wochenbettdepression hindeutet. Weitere Anzeichen dafür sind Freudlosigkeit, anhaltende Erschöpfung und Antriebslosigkeit.

Meistens entwickelt sich eine Wochenbettdepression in den sechs bis 12 Wochen nach der Geburt. Sie kann über mehrere Monate anhalten. Leidet die Mutter länger als 14 Tage darunter, sollte unbedingt professionelle Hilfe gesucht werden. Das gilt insbesondere auch dann, wenn die Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind gestört ist. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) weist darauf ausdrücklich hin.

Laut Professor Sabine C. Herpertz (DGPPN) komme es bei vielen betroffenen Frauen zu Schuldgedanken. Außerdem würden Grübelgedanken und Versagensgedanken aufkommen. Zumeist beziehen sich diese Gedanken auf die Mutterschaft und das Kind. Auf dem Höhepunkt der Erkrankung fände man, weil die Betroffene nicht mehr weiter weiß, Gedanken, dem Kind oder sich selbst etwas anzutun. Derartige Erlebnisse sind besonders quälend und prägend. Die meisten Frauen schämen sich dafür und die Ängste oder Beschwerden bleiben deshalb unentdeckt. Angehörige sollten im Fall der Fälle auf die Betroffene zu gehen. Durch Unterstützung und Ermutigung, sich vom Facharzt Hilfe zu holen, kann oft ein Erfolg gestartet werden.

Überforderungsgefühle, Hilflosigkeit, soziale und berufliche Veränderungen aber auch körperliche Veränderungen sowie die Bindung an eine neue Pflicht sind Faktoren, die die Auslösung einer Wochenbettdepression begünstigen oder gar mit auslösen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sind von einer Wochenbettdepression etwa zehn bis 15 Prozent aller Mütter in Deutschland betroffen.

Die so genannten Heultage treten etwa drei bis fünf Tage im Anschluss an die Geburt auf. Diese Tage beinhalten eine emotionale Überempfindlichkeit und rasche Stimmungswechsel. Die Neigung zum Weinen ist ein typisches Kennzeichen und für diese Periode namensgebend. Die Heultage sind allerdings noch lange keine Wochenbettdepression: Der Unterschied ist nämlich, dass die Beschwerden bei den Heultagen nach bereits wenigen Tagen vorbei sind. Die Bindung zwischen dem Kind und ihrer Mutter wird hier nicht gefährdet.

Unbehandelt lebenslange Auswirkungen

Wenn eine Wochenbettdepression, die länger als 14 Tage dauert oder die Beziehung zum Kind in diesen Tagen gefährdet, unbehandelt bleibt, ergeben sich daraus oft Auswirkungen, die das restliche Leben der Mutter aber auch des Kindes beeinflussen. Insbesondere für Kinder sind die ersten drei bis fünf Jahre entwicklungsentscheidend. Wenn die Beziehung zwischen Mutter und Kind hier gestört ist, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit seitens des Kindes, später an einer Psychose zu leiden. Eine Psychose ist für den betroffenen Familienkreis eine große Veränderung des Lebensalltags. Zwar kommen neue Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmöglichkeiten auf, zum Beispiel die Prävention mit Fischölkapseln, doch sind Psychosen nicht selten ein Leben lang existent. Auch bei der Mutter kann eine Wochenenddepression, die nicht behandelt wird, die Beziehung zum Kind für das restliche Leben schädigen. Diese Schädigung betrifft insbesondere die Wachstumsjahre. Fehlende Liebe und mangelnde Versorgung sind nur zwei Aspekte, die durch eine Wochenenddepression auf lange Sicht ausgelöst werden können und äußerst schwerwiegende Auswirkungen haben.

 

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