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Sexualstörung

Wenn die Sexualität das Leben bestimmt und Stress oder Sucht das Leben so einschränkt, dass scheinbar kein Ausweg besteht

Sexualstörungen

Was sind Sexualstörungen?

Sexualstörungen sind keine Seltenheit bei Männern & Frauen und werden aufgrund von peinlichen Gefühlen oft so lange unterdrückt, bis sich eine evt. psychische Krankheit daraus entwickelt. Das „Tabuthema Sex“ wird selbst in Therapiegesprächen oft erst sehr spät angesprochen. Störungen dieser Art können anatomische Ursachen haben, jedoch sind seelische Leiden, deren Auswirkung auf die Sexualität sich dem Betroffenen nicht offensichtlich erschliessen eine gleichwertige Möglichkeit für den Grund einer Störung. Die Wechselwirkung zwischen psychosomatischen und anatomischen Ursachen führt meist dazu, dass die Störung über lange Zeit aufrecht erhalten wird.

Hypersexualität / Sexsucht

Die Sucht nach Sex (Sexsucht) oder auch Hypersexualität äußert sich in einem stark gesteigertem sexuellen Verlangen oder Handeln, das unterschiedliche Ursachen haben kann. Das gesteigerte sexuelle Verlangen nennt man bei Männern „Satyriasis“ oder „Donjuanismus“, bei Frauen „Nymphomanie“. Es können auch Impulskontrollstörungen vorliegen, aber die Ursache darf aus psychologischer Sicht keine organische Ursachen haben. Die Abgrenzung der Sexsucht erfolgt an der Häufigkeit der sexuellen Aktivität, was einer Normalität als Grundlage bedingt, die wiederum nicht einfach zu definieren ist. Diese Abgrenzung wird bei vielen Sexualwissenschaftlern abgelehnt, um eine Sexualstörung zu definieren. Man kann die Hypersexualität anstelle über die Häufigkeit, eventuell besser dadurch definieren, dass ein unkontrolliertes Verhalten damit einhergeht, dass einen unkontrollierten Umgang mit sexuellen Reizen durch Pornografie, Telefonsex und übermäßiger Masturbation, sowie übermäßigen Sexualkontakten aufweist. Das Verhalten beeinträchtigt den Alltag und zeigt Suchterscheinungen, wobei ein Befriedigungszustand nicht wirklich erreicht wird.

Sexuelle Funktionsstörung / Dysfunktion

Betroffene einer sexuellen Funktionsstörung, oder auch funktioneller Sexualstörung bauen einen enormen Leidensdruck auf, da ihre individuellen Vorstellungen und damit verbundene Ansprüche an die Sexualität nicht erfüllt werden. Die Störung betrifft sexuelle, körperliche Funktionen und Reaktionen, also das subjektive Erleben, bzw. Einschränkungen durch gesellschaftliche oder kulturelle Maßgaben der Sexualität. Die Störung wird in grundsätzliche sexuelle Dysfunktionen und erworbene bzw. situationsbedingte Dysfunktionen unterteilt. Der Störung kann neben psychischer Ursachen auch ein organisches Leiden zugrunde liegen. Eine Kombination ist ausserdem möglich. Eingeteilt werden die Funktionsstörungen in Frigidität, sexuelle Hypoaktivität, Asexualität, sexuelle Aversion, psychogene Erektions- oder Erregungsstörungen, Orgasmusstörungen, nichtorganischen Vaginismus oder Dyspareunie, teilweise auch Satyriasis und Nymphomanie, sexuelle Appetenzstörungen, sexuelle Erregungsstörungen, Orgasmusstörungen, genitale Schmerzsyndrome, Störungen durch organische Erkrankungen, substanzinduzierte sexuelle Funktionsstörungen.

Sexuelle Orientierung

Die sexuelle Orientierung eines Menschen in Bezug auf die Wahl des Geschlechtspartners oder seines eigenen Selbstkonzepts der geschlechtlichen Orientierung ist (natürlich) keine Erkrankung. Kollidieren diese Vorstellungen allerdings mit gesellschaftlichen Normen oder Vorstellungen der Eltern und des nahen Umfeldes und ein Mensch bekommt durch diese Belastung psychische Probleme, so sind diese als Erkrankung aufgrund der sexuellen Orientierung einzustufen. Resultierende Störungen sind psychische Verhaltensstörungen aufgrund der sexuellen Entwicklung und Orientierung, sexuelle Reifungskrise, ichdystone Sexualorientierung und sexuelle Beziehungsstörungen. Die ichdystone Sexualorientierung drückt den Wunsch aus die sexuelle Orientierung zu ändern. Eine sexuelle Reifungskrise ist geprägt durch psychische Probleme der Unsicherheit oder dem Wandel der Sexualorientierung, bzw. Geschlechtsidentität. Die sexuelle Beziehungsstörung drückt Probleme aus, die durch die Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung Probleme innerhalb bestehender oder angestrebter sexueller Beziehungen verursacht.

Erektile Dysfunktion / Impotenz

Die umgangssprachlich bezeichnete Impotenz, besser genannt erektile Dysfunktion, Potenzstörung oder auch Erektionsstörung wird bei längerfristigem Erscheinen als Sexualstörung definiert, die dazu führt, dass es einem Mann bei mehrfachen Versuchen nicht gelingt eine Erektion zu bekommen oder diese während des Sexualaktes aufrechtzuerhalten. Mit Erektionsstörungen ist nicht zu spassen, denn sie gelten in manchen Fällen als Vorbote für schwerwiegende organische Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aus diesem Grund muss diese Störung kurzfristig von einem Internisten auf organischer Basis abgeklärt werden. Geht die Störung mit nächtlichen Erektionen einher, ist oft von einer psychischen Ursache auszugehen. Organische Ursachen der Störung sind meist Verletzungen an den Schwellkörpern, Verkalkung, Bluthochdruck, Testosteronmangel, Diabetes, langjähriger Konsum von Suchtmitteln, Drogen oder auch Medikamenten. An dieser Stelle sei erwähnt, dass eine Selbsttherapie durch potenzsteigernde Mittel, die ohne Beratung durch einen Arzt eingenommen werden äusserst gefährlich ist!

Libidoverlust

Der langfristige Verlust oder die Einschränkung des sexuellen Verlangens oder der Lust auf Sexualität wird als Libidoverlust bezeichnet. Dies schließt eine sexuelle Erregung oder Befriedigung nicht völlig aus, doch die Häufigkeit ist stark abweichend von der Norm. Nicht die sexuelle Funktion oder Orgasmusfähigkeit ist gestört, nur die Lust auf sexuelle Aktivitäten ist minimiert oder stark eingeschränkt. Betroffene haben in der Jugend meist keine sexuellen Erfahrungen mit Masturbation gemacht und sind sich dem damit oft verbundenen Lustgewinn nicht bewusst. Die Erziehung im Kindesalter der Patienten ist teilweise antisexuell geprägt worden und es wurden Ängste gegenüber dem eigenen Körper konditioniert. Teilweise liegen auch frühkindliche Erkrankungen zugrunde. Bei Frauen ist teilweise ein ausgeprägter Widerwille gegen eine sexuelle Beziehung zu beobachten. Kurzfristig auftretende Unlust ist nicht gleich als Libidoverlust einzustufen. So können Stress oder veränderte Lebensumstände ebenso kurzfristig zu Einschränkungen führen, wie eine veränderte Lebenssituation oder ein zyklusabhängiger Libidoverlust.

Orgasmusprobleme

Probleme die einen Orgasmus bei Mann und Frau verhindern sind meist psychischer Natur. Im Grunde kann jeder Mensch physisch betrachtet zum Orgasmus kommen, wobei Frauen mehr als Männer auf Störungen der partnerschaftlichen Situation oder der äusseren Umstände reagieren als Männer. Die Fähigkeit einen Orgasmus zu bekommen wird als Lernprozess eingestuft, der durch die Erkundung des eigenen Körpers und dessen Stimulation seinen Erfolg erreicht. Eine Störung der Orgasmusfähigkeit kann sowohl einen definierten Zeitpunkt als auch das Erleben oder die Intensität des subjektiven Erlebens betreffen. Manche Frauen können beim Geschlechtsakt selbst nicht zum Orgasmus kommen, jedoch durch Masturbation oder orale Befriedigung, was keine Störung darstellt, sondern lediglich eine normale Variation weiblicher Sexualität. Die weibliche Orgasmusunfähigkeit wird Anorgasmie genannt. Die Ursachen der Anorgasmie sind häufig Partnerprobleme, Verhaltensfehler, Hemmungen, oder Persönlichkeitsängste. Die Gründe einer Orgasmusstörung sind meist psychisch bedingt. Körperliche Ursachen sind bei Orgasmusproblemen eher sehr selten.

Die vorangehenden Texte stellen eine unabhängige Patienteninformation dar, die von uns erarbeitet wurde, um unseren Besuchern und Mitgliedern hochwertige Informationen bereitzustellen und medizinisches Fachwissen verständlich zu veranschaulichen. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Zu weiterführenden Informationen raten wir zur Konsultation eines behandelnden Arztes, bzw. des Hausarztes, denn die hier veröffentlichten Inhalte sind keine ärztliche Beratung und ersetzen auch keine Diagnose oder Therapie.

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