Antidepressiva und der Weg aus dem Dunklen

Depressionen sind in unserer Gesellschaft längst kein Tabuthema mehr, weshalb auch vermehrt über die richtige Behandlung, den Weg aus dem Dunklen diskutiert wird. Während die einen davon ausgehen, dass ausschließlich Medikamente, sprich Antidepressiva, helfen, halten andere eine Gesprächstherapie für unverzichtbar. Welche Behandlung ein Arzt vorschlägt, hängt unter anderem davon ab, von welcher Ursache er ausgeht. Immer wieder gibt es Unstimmigkeiten unter den Experten weltweit, was eine Depression auslöst und wie sie richtig zu behandeln ist.

Klar ist aber, dass Antidepressiva Vielen zumindest zunächst einen schnellen Ausweg aus ihrer Depression bieten. Hier liegt die Annahme zugrunde, dass der Serotoninspiegel unausgeglichen ist und dieses hormonelle Chaos im Gehirn zu einer Fehlfunktion führt. Dies kann dann natürlich durch das richtige Medikament schnell und einfach gelöst werden. Im ersten Moment klingt das auch gut, aber bei näherer Betrachtung sagen viele Experten, dass es so einfach wohl doch nicht zu sein scheint. Aber diese Aussage treffen sie mit äußerster Vorsicht, immerhin gäbe es nicht wenige Fälle, in denen Antidepressiva zu einer Verbesserung führen.

Der Placebo-Effekt

Betrachtet man die Tests, die von den Unternehmen vor der Markteinführung ihres Antidepressivums durchgeführt werden, lasse sich zwar eine Wirkung feststellen, aber auch ein Placebo-Effekt, so Irving Kirsch, ein Professor der Harvard Medical School. Nur bei einer kleinen Gruppe von besonders schwer Erkrankten wirkten die Antidepressiva signifikant stärker als die Placebos. Damit soll aber nicht gesagt werden, dass jeder auf seine Antidepressiva verzichten solle und eine medikamentöse Behandlung keinen Sinn ergibt, schließlich helfen sie. Wenn sie helfen, sollte es ja keine Rolle spielen, weshalb sie helfen. Selbst wenn es ein Placebo-Effekt sein sollte, der den Patienten hilft – am Ende wird ihnen geholfen.

Außerdem ist es nicht einfach einen Therapieplatz in Deutschland zu bekommen. Viele Betroffene warten bis zu einem halben Jahr auf einen der begehrten Plätze und was soll in der Zwischenzeit geschehen? Vielleicht können Medikamente helfen, die Stimmung zu heben und den Erkrankten neuen Antrieb zu spenden. Nicht zuletzt deshalb verschreiben Ärzte die Pillen immer häufiger, schließlich wollen sie ihren Patienten nach bestem Wissen und Gewissen möglichst schnell helfen.

Mehr Antidepressiva – mehr Depressive

Zwar klingt es im ersten Moment erschreckend, dass sich die Menge der verordneten Antidepressiva in Deutschland seit der Jahrtausendwende um 300 Prozent erhöht hat, aber gleichzeitig muss man die Zahl der Betroffenen sehen. Denn auch diese Zahl ist um ein Vielfaches gewachsen. Ob das mit der Enttabuisierung des Themas oder mit stetig wachsenden Leistungsansprüchen unserer Gesellschaft zusammenhängt oder einen ganz anderen Grund hat, ist ebenfalls ein viel diskutiertes Thema unter Experten.

Nach der Meinung führender Experten können Antidepressiva aber in einigen Fällen helfen, weshalb eine Einstellung der Anwendung nicht ratsam sei. Immerhin eröffnen die Medikamente einigen Betroffenen schnelle Behandlungsmöglichkeiten und helfen ihnen aus der Krise. Schließlich solle es in jedem Fall einen Weg aus der Depression geben, egal durch welche Behandlungsmethode. Was hilft, das hilft eben – ist dann wirklich wichtig, wie es wirkt?

 

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