Depressionen mit Wachtherapie behandeln

Schlaflose Nächte können depressive Beschwerden lindern. Der Grund dafür könnte in der synaptischen Plastizität des Gehirns liegen.In einem Experiment will man herausfinden, ob sich der Schlafentzug und seine Folgen positiv auf eine Depression auswirken.

Die Probanden, die an einer Depression leiden, haben meistens selbst Schlafstörungen und verbringen die Nacht mit einem Betreuer mit verschiedenen Aktivitäten. Normalerweise würden die Probanden wach im Bett liegen und nur wenig schlafen. Sie wachen dann ausgelaugt und schlecht gelaunt am nächsten Morgen auf. Dies kann ihre Depression noch verstärken.

Depressionen behandeln ohne Medikamente

Schon eine einzige Nacht mit Schlafentzug wirkt wahre Wunder. Sechs von zehn Probanden konnten eine klare Verbesserung ihrer Mentalität erkennen. Sie sind besser gelaunt und positiver gestimmt.
Nebenwirkungen hat die Therapie nicht wirklich. Unruhe und Müdigkeit tauchten vor allem bei den Patienten auf, bei denen die Therapie nicht gewirkt hat. Normale Psychotherapien und Medikamente können Tage oder sogar Wochen brauchen, bis sie wirken. Der Schlafentzug wirkt bereits nach einer Nacht.

Rückfall vorbeugen indem man die Nachtruhe verschiebt

Ein Nachteil der Therapie ist die hohe Rückfallrate. Sie liegt bei etwa 80%. Schon ein kleines Nickerchen kann die positive Wirkung der Schlaftherapie abschwächen. Die beste Möglichkeit um das zu verhindern, ist die Verschiebung der Nachtruhe. Hierbei gehen sie nach der durchgemachten Nacht immer eine Stunde später ins Bett bis sie ihren normalen Schlafrhythmus wieder erreicht haben.

Auch eine Lichttherapie kann den Patienten helfen den Schlafrhythmus in Takt zu halten. Durch eine intensive Lichtquelle wird den Menschen geholfen den positiven Effekt mehrere Tage lang aufrecht zu erhalten.

Optimale Plastizität durch Schlafentzug

Die positive Wirkung vom Schlafentzug bei depressiven Menschen erfolgt, weil sie ohne ihn nie den Zustand optimaler Plastizität erreichen. Viele Betroffene sagen der Therapie zu. Sie ist billig, einfach und erfolgt ohne Medikamente. Doch wie genau funktioniert das?

Während man wach ist speichert unser Hirn Informationen ab. Diese muss es nachts verarbeiten, damit es nicht überlastet wird. Bei diesem Vorgang werden nur die wichtigen Informationen verankert. Bei gesunden Menschen wird der optimale Zustand der Plastizität also mit ausreichend Schlaf erreicht. Man kann sich das ganze wie ein Radio vorstellen, welches den Tag über immer lauter wird. Am Ende des Tages ist es so laut, dass man es kaum noch verstehen kann und die Lautstärke wieder runterdrehen muss. Das wäre in unserem Fall der erholsame Schlaf.

Bei depressiven Menschen ist das anders. Bildlich vorgestellt könnte man sagen, dass ihr Radio am Anfang des Tages so leise ist, dass es am Ende des Tages nicht zu laut ist. Man kann das Radio also auch über Nacht und am nächsten Tag verstehen ohne es leiser machen zu müssen. So hat das Radio erst nach einer durchgemachten Nacht seine normale Lautstärke erreicht. Genau das passiert auch mit der Plastizität bei depressiven Menschen.

 

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