Gastfamilie statt Psychiatrie

Die Universitätsklinik in Zürich bietet Patienten an, in einer ausgewählten Gastfamilie zu wohnen anstatt in die Psychiatrie der Klinik zu gehen. Wie genau hilft das den Patienten?

Viele Menschen, die plötzlich an der Borderline-Störung oder an einen Burnout leiden, wollen nicht in eine Psychiatrie. Sie wollen nicht aus ihrem Alltag gerissen werden und ein ganz normales Leben führen. Für diese Menschen wurde das Projekt mit den Gastfamilien ins Leben gerufen. Sie werden in den Familien aufgenommen, als würden sie dazu gehören. Sie haben Aufgaben und Pflichten – wie bei ihnen zuhause. Nur die Umgebung verändert sich. Viele der Gastfamilien leben auf dem Land. Das hat eine beruhigende Wirkung auf die Patienten.

Bis zu einen Monat dürfen die Patienten bei einer Gastfamilie bleiben. Die einzige Voraussetzung für den Aufenthalt ist, dass keine Fremd- oder Selbstgefährdung besteht. Menschen mit psychischen Erkrankungen wie das Borderline-Syndrom, haben meistens bei den einfachsten Dingen Probleme. Viele sind emotional überreizt und können nicht mehr Essen. Sie leiden an Stimmungsschwankungen und können Beziehungen nur mit Mühe aufrecht erhalten. Das führt dazu, dass sie oft alleine gelassen werden. Eine Gastfamilie kann die Patienten schon in kürzester Zeit wieder auf den rechten Weg leiten.

Ein gesundes Umfeld

Die meisten Patienten sind vor dem Einzug aufgeregt. Sie kennen die Gastfamilie noch nicht und ziehen in ein ganz neues Umfeld. Die Gastfamilien wissen aber ganz genau, wie sie die Patienten am besten aufnehmen und wie sie die Situation am besten auflockern. Sie geben den Patienten besonders viel Zeit um zu reden. Die Gespräche mit den Fremden, die nach kurzer Zeit schon wie eine Familie für die Patienten sind, helfen ihnen oft besser, als ein Aufenthalt in der Psychiatrie.

Die Gastfamilien sind meistens Menschen, denen es gut geht. So gut, dass sie etwas zurückgeben wollen. Sie wollen anderen die Möglichkeit geben, ein schönes Leben zu führen. Es ist aber auch nicht immer ganz einfach, eine Gastfamilie zu sein. Man muss belastbar, tolerant, sozial und sehr offen sein. Wenn das alles gegeben ist, erschafft man ein gesundes Umwelt für die Patienten.

Die Nachfrage steigt

Seitdem es das Angebot der Gastfamilien gibt, steigt auch die Nachfrage. Psychiatrische Kliniken sind immer wieder auf der Suche nach neuen Familien, die bereit sind anderen zu helfen. In manchen Punkten schneidet diese Form der Therapie besser ab, als die in der Klinik. Die Patienten bekommen einen geregelten Tagesablauf und lernen, Beziehungen mit fremden Menschen aufzubauen. Das neue Leben mit der Gastfamilie zeigt ihnen, dass es mehr gibt als nur den Schmerz, den sie von Zuhause kennen. Die Zeit dort gibt ihnen Hoffnung.

Einsamkeit ist keine Seltenheit bei Kranken

Der Vorteil, den die Gastfamilie gegenüber der Klinik hat, ist, dass immer jemand zum reden da ist. Die meisten Patienten sind anfangs noch zurückhaltend. Nach einer gewissen Zeit, erzählen sie immer mehr von sich und suchen den Kontakt zu der Gastfamilie. Viele Patienten bleiben auch über die Feiertage da, damit sie nicht alleine feiern müssen. Meistens sind die Patienten glücklich, wenn sie endlich nicht mehr alleine sein müssen.

 

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