Systemische Therapie – Behandlung im sozialen Umfeld

In den letzten Jahren ist der Bedarf an psychologischen Interventionen in der Gesamtbevölkerung gestiegen. Nicht nur verhaltensauffällige Jugendliche und Suchtkranke, sondern auch depressive Elternteile und demente Senioren belasten nicht nur sich, sondern auch ihr Umfeld ungemein. An dieser Stelle setzt das Konzept der Systemischen Therapie an: Der Betroffene wird nicht mehr isoliert und unabhängig von seiner Lebenswelt behandelt, sondern innerhalb seines sozialen Gefüges – seines „Systems“.

Stand der systemischen Therapie in Forschung und Gesundheitssystem

Die systemische Therapie, welche auch als Familientherapie bekannt wurde, wurde im Jahre 2008 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als „wissenschaftlich anerkannt“ deklariert. International erfreut sie sich mittlerweile großer Beliebtheit und kann immense Erfolge verbuchen, denn sie setzt dort an, wo andere Therapieverfahren versagen.

Das deutsche Gesundheitssystem reagiert derzeit auf den Bedarf an und die Empfehlung von systemischer Therapie, indem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) deren medizinische Notwendigkeit, Nutzen und Wirtschaftlichkeit überprüft.
Ziel ist es, auch diese Therapieform – wie die Verhaltenstherapie, die analytische und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – zur Kassenleistung zu machen. Bis es jedoch soweit ist, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen.

Die systemische Therapie in der Praxis

Sowohl in Erziehungsberatungsstellen als auch in den Haushalten selbst wenden Therapeuten und Berater den systemischen Therapieansatz bereits mit großem Erfolg an. Durch die Niedrigschwelligkeit des Konzepts können fortan auch Klienten erreicht werden, die vorher durch das Netz der ambulanten Psychotherapie hindurch fielen. Beispielhaft seien laut Jochen Schweitzer-Rothers, Vorsitzendem der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DSFG) hier „Menschen mit Süchten, Schizophrenie oder externalisierten Problemen wie Agressionen“ genannt. Der Mehrpersonenansatz der systemischen Therapie stützt sich auf die grundlegende Annahme, dass psychisch erkrankte Familienmitglieder immer auch in Konflikt mit ihrer sozialen Umweld geraten.

Der Therapeut oder Berater hat ganz eigene Methoden, um ein Umdenken bei seinen Klienten zu erreichen. Eingefahrene Verhaltensmuster und Beziehungsrollen werden durch provokante Fragen aufgeweicht, die darauf abzielen, verdeckte Strukturen und Verwirrungen zu offenbaren. Oft liegen an dieser Stelle nämlich die waren Gründe einer psychischen Erkrankung begraben. Der Perspektivenwechsel der involvierten Personen ist hier der angestrebte Weg.

Neben der Offenbarung versteckter Konflikte zielt der systemische Therapieansatz jedoch vor allem auf die Lösung der vorhandenen Unstimmigkeiten und Spannungen ab. Dabei sollen die vorhandenen Ressourcen genutzt werden und so werden neben kritischen vor allem auch die harmonischen Situationen des Zusammenlebens analysiert, um so gemeinsam mögliche Lösungswege zu finden.

 

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