Behandlungsmöglichkeiten von Kriegstrauma Patienten

Nicht wenige Soldaten, die aus Einsätzen beispielsweise in Afghanistan in die Heimat zurückkehren, verhalten sich anschließend merkwürdig. Enge Angehörige und Freunde beschreiben häufig, dass die Betroffenen ein komplett neuer Mensch geworden sind. Früher waren sie häufig selbstbewusst und stark, leiden jedoch seit ihrer Rückkehr an extremen Ängsten und sind häufig niedergeschlagen.

Manche, die besonders schwere Erlebnisse gemacht haben, selbst schwer verwundet worden sind oder dabei zusehen mussten, wie ihre Kameraden bei einem Angriff getötet wurden, sind häufig sogar gar nicht mehr wiederzuerkennen. Wenn Menschen nach traumatischen Erfahrungen in einem Krieg später panikartige Angstzustände und -attacken erleben sowie schwere Depressionen haben, so spricht man heute von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Betroffene auf beiden Seiten

Natürlich tritt PTSB nicht nur bei deutschen, britischen oder amerikanischen Soldaten im Auslandseinsatz auf, sondern es gibt die Störung genauso unter denjenigen, die in Kriegsgebieten gelebt haben. Sie kommt beispielsweise auch häufig vor bei Kindern, die zu Kriegszeiten groß geworden sind, bei Menschen, die im Krieg ihre Angehörigen verloren haben, oder bei Opfern von Vergewaltigungen, die in manchen Kriegsgebieten aufgrund der chaotischen Zustände an der Tagesordnung sind. Solche Erlebnisse sorgen für schwere Traumatisierungen, die dazu führen, dass die Betroffenen im Alltag kaum noch funktionieren können. Bomben- oder Granateneinschläge etwa führen zu Angstkonditionierungen, die sich tief ins Unterbewusstsein eingraben und kaum wieder daraus zu löschen sind. Töne oder Bilder, die der schrecklichen Situation auch nur im geringsten ähneln, reißen das Trauma wieder auf. Bekannt sind hier vor allem die Beispiele von Vietnam-Veteranen, die nach ihrer Rückkehr buchstäblich verrückt wurden.

Behandlung von PTSB

So schlimm die Erfahrungen aus einem Krieg auch sein mögen, ist es möglich zumindest die Symptome zu behandeln und den Betroffenen wieder zu einem glücklicheren Leben zu verhelfen, indem sie lernen besser mit den schlimmen Erfahrungen umzugehen. Es gibt zwei Arten von Therapien, die die Krankenkassen bezahlen. Das ist zum einen die Kognitive Verhaltenstherapie und die daraus abgeleitete Konfrontationstherapie, bei der der Betroffene in seiner Erinnerung langsam immer weiter an die erlebte Situation herangeführt wird, um diese wieder zu erleben und sich daran zu gewöhnen.

Ebenso zu den Verhaltenstherapien zählt das Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), bei dem der Erkrankte im Moment des Erinnerns schnell die Blickrichtung ändert, um eine bessere Integration des Erlebten zwischen den beiden Gehirnhälften zu erreichen. Zum anderen gibt es die psychodynamischen Verfahren, die viel mit der Vorstellungskraft der Patienten arbeiten. Diese können so zum Beispiel lernen, sich in schwierigen Momenten an einen sicheren Ort in ihrer Vorstellung zurückzuziehen. Alle Formen der Behandlung sind kombinierbar und vereinen stets mehrere Ansätze in sich.

Weitere Behandlungsmethoden

Es gibt zusätzliche Ansätze, die mit bildgebenden Verfahren arbeiten beziehungsweise mit Biofeedback, um die Integration zwischen den Gehirnhälften noch besser beobachten und steuern zu können. In den USA werden inzwischen Therapien ausprobiert, bei denen der Glücksgefühle auslösende und in Ecstasy-Pillen enthaltene Wirkstoff MDMA zur Anwendung kommt. Dieser wird in Kombination mit den bereits genannten Therapieverfahren getestet und erste Ergebnisse zeigen, dass die Therapie mit MDMA besser funktioniert als ohne. Da die Patienten in einem relativ stabilen Zustand sein müssen um eine Therapie zu beginnen, werden zur Behandlung von extremen Angst- und Panikattacken zu Beginn häufig auch Psychopharmaka wie etwa Paroxetin, Mirtazapin, Amitryptilin und Sertralin eingesetzt. Das lange Zeit eingesetzte und als Valium bekannte Diazepam findet heute kaum noch Verwendung, da die unerwünschten Nebenwirkungen sehr stark sind.

 

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