Häusliche Gewalt gegen Männer – ein Tabuthema

Gewalt ist keine Erfahrung, die ausschließlich Frauen machen. Männer werden genauso oft Opfer von häuslicher Gewalt wie Frauen. Häufig halten die Betroffenen still und schweigen. Laut einer aktuellen Studie des Robert-Koch Instituts (RKI) wurden in Berlin fast genauso viele Männer wie Frauen Opfer häuslicher, körperlicher Gewalt.

Hierbei wurde festgestellt: Häusliche Gewalt gegen Männer ist noch immer ein Tabuthema. Dabei können die Betroffenen nur Hilfe erfahren, wenn sie darüber sprechen. Knapp 6.000 deutsche Erwachsene wurden zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Die Zahlen wurden bis 2011 erfasst. Bei einem solchen Thema lässt sich aber kaum sagen, wie ehrlich die Befragten Auskunft gaben.

Scham und Opferrolle

Der Studie zufolge üben Männer Gewalt eher im Sozialraum und am Arbeitsplatz aus, Frauen eher im häuslichen Bereich. Dabei wurde festgestellt, dass Männer seelisch sogar erheblich mehr leiden als betroffene Frauen. “Dies kann als Hinweis auf eine fehlende sozial akzeptierte Opferrolle für Männer interpretiert werden”, heißt es in der Studie. Die Psychotherapeutin Christa Roth-Sackenheim aus Andernach sieht das ähnlich. “Das Thema häusliche Gewalt ist insgesamt hoch tabuisiert. Und bei Männern kommen noch höhere Schamgefühle hinzu, da es nicht der männlichen Rolle entspricht, geschlagen zu werden.” Oft denken die Männer, dass sie in der Beziehung gravierende Fehler gemacht haben und nehmen die Schuld auf sich.

Auch der Gedanke, dass sie der häuslichen Gewalt nicht adäquat begegnen können, schürt die Unsicherheit und auch die Bereitschaft die Schuld auf sich zu nehmen. Aus diesem Grund reden die Männer auch häufig nicht darüber und isolieren sich. So kommen zu körperlichem und seelischem Schmerz oft auch noch Probleme im sozialen Umfeld: Kontakte zu Freunden und Familie werden abgebrochen. Wer über einen längeren Zeitraum in einer gewalttätigen Beziehung lebt, riskiert psychisch krank zu werden. Häufig beginnen die Angriffe aber auch verbal und werden nicht so ernst genommen. Und selten geschehen sie einmalig. Beim ersten Schlagen wird eine unsichtbare Grenze überschritten. Der Weg zurück ist meist nicht möglich. In der Regel steigern sich die Angriffe. Nicht wenige Opfer fürchten um ihr Leben oder das ihrer neuen Partnerin.

Was kann man(n) tun?

Wichtig ist, sich professionelle Beratung zu holen. Ratschläge von Freunden und Bekannten sind oft kontraproduktiv. “Betroffene Männer können sich auch bei uns melden”, sagt eine Sprecherin der Opferhilfe Weißer Ring in Mainz. Unter der Telefonnummer 116006 bekämen sie sofort Hilfe, außerdem würden Ansprechpartner vermittelt.

Eine gute Möglichkeit sind auch Selbsthilfegruppen. Neben dem Erfahrungsaustausch kann der Betroffene erkennen, dass er mit seinem Problem nicht alleine ist. Auch ein Psychotherapeut kann helfen. In keinem Fall ist es gut, wenn sich der Betroffene mit der Situation abfindet.

 

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