Warum Spielsüchtige nicht aufhören können

Viele Spielsüchtige verbringen einen großen Teil ihres Lebens an Spielautomaten. Irgendwann gelangen viele Spieler an den Punkt, an dem sie versuchen aufzuhören.

Dies gelingt den meisten allerdings nicht ohne Hilfe. Die Frage ist daher welche Mechanismen es den Spielsüchtigen unmöglich machen mit ihrer Sucht zu brechen. Allgemeines zum Beginn Spielsucht ist immer ähnlich einer stoffgebundenen Sucht einzuordnen. Der Spieler vergisst in der Regel während der Befriedigung seiner Sucht seine Probleme und mit jedem weiteren Tag steigen sich die alltäglichen Schwierigkeiten, worauf der Spieler dann mit dem Spielen reagiert. Ein Teufelskreis entsteht. Der Spieler hat zudem ein gutes Gefühl, während er vor dem Automaten sitzt und die rotierenden Walzen beobachtet.

Die Hoffnung auf einen Gewinn ist größer als die Angst vor dem Verlust und in vielen Fällen sind die Spieler davon überzeugt, dass sie zeitweise eine Pechsträhne haben, sich ihr System aber langfristig durchsetzen wird. Es sind zunächst die Denkfehler, die einen angehenden Spieler dazu verleiten, sich immer weiter mit dem Spiel auseinanderzusetzen. Gerade wenn am Anfang gewonnen wird, entsteht das Gefühl, wirklich begabt zu sein. An Glück wird nicht gedacht. Geld wird in den Automaten geworfen und wenn die ersten drei oder vier Male gewonnen wird, ist die Überzeugung groß, einen „Lauf“ zu haben.

Ein falscher Gedankengang, denn bei jedem Spiel wird die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns neu formiert. Ein Umstand, der den Spielern allerdings nicht zu vermitteln ist. Es fällt ihnen schwer, wieder mit dem Spielen aufzuhören, wenn keine Gewinne kommen. Gedanken und Mechanismen, die zur Problematik führen Es sind genau diese Gedanken, die den Spieler dazu zwingen, das Spielen beizubehalten, auch wenn dadurch Verluste entstehen. „Magisches Denken“ nennt sich das Phänomen, bei dem der Spieler überzeugt ist, sein System funktioniere. Auch gegenteilige Beweise führen nicht zu einer Einsicht. Dieser Umstand ähnelt sehr den Wahnvorstellungen bei vielen psychischen Erkrankungen.

Es sind unkorrigierbare Überzeugungen, an den ein Spieler ständig festhält, auch wenn sie objektiv widersinnig sind. Die Spieler sind zudem davon überzeugt, dass ihre persönliche Gewinnchance durch ihr System überdurchschnittlich hoch ist, weshalb sie davon ausgehen, dass Verluste auf Dauer nicht entstehen. Vielmehr sind sie unkorrigierbar davon überzeugt, dass sie auf Dauer gesehen gewinnen werden. Insgesamt gesehen ist es der Glaube an das persönliche System immens groß ausgeprägt Darüber hinaus gibt es allerdings noch weitere Gründe, die einen Spielsüchtigen am Automaten halten. Ein Denkfehler besteht auch darin, dass nach fünfmaligem Aufkommen der gleicher Farbe – wie beispielsweise rot – die weitere Farbe erscheinen muss. Ein Irrtum, denn schließlich sind die Chance bei jedem weiteren Spiel wieder identisch mit dem vorhergehenden Durchgang. Daher kann auch bei den nächsten Spielen wieder Rot erscheinen.

Dennoch wird ein Mensch unabhängig von dieser Grundlage immer auf Schwarz setzen, da er die Wahrscheinlichkeiten falsch einschätzt. Ein Umstand, der bei Spielsüchtigen in besonderer Weise greift. Zugleich haben die Betroffenen immer wieder die Hoffnung, dass sie ihren Verlust durch weiteres Spiel ausgleichen können. Obwohl sie vorher 500 Euro in den Automaten warfen und bei einer Ausspielung nur 250 Euro gewannen, sind sie überzeugt, endlich gewonnen zu haben. Glückshormone überfluten dann das Gehirn und belohnen für das Spielen. Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist auch das Vergessen von Unglücksgefühlen. Bei jedem Spiel werden Botenstoffe ausgeschwemmt, die dafür sorgen, dass sich der Spielsüchtige einfach nur gut fühlt.

Ähnliche Mechanismen wie bei anderen Süchten All diese Faktoren treffen bei der Spielsucht aufeinander. Genau diese Effekte sind es, die dazu führen, dass ein Spielsüchtiger nicht mehr aufhören kann. Zugleich verschafft das Spielen auch Erleichterung. Wird nicht gespielt, dann entwickeln die Betroffenen typische Anzeichen der Sucht, wie eine erhöhte Reizbarkeit. Diese nimmt dann im Verlauf des Spielens wieder ab, wodurch ein Lerneffekt entsteht, der besagt: „Spielen ist gut für dich“.

 

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