Wie entsteht Sucht?

Millionen von Menschen in Deutschland sind süchtig. Süchtig nach Alkohol oder illegalen Drogen, süchtig nach Arbeit, süchtig nach Sex. Doch wie entstehen Süchte eigentlich? Wieso können manche Menschen Alkohol trinken, arbeiten und Sex haben, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten und andere nicht? Hier eine kleine Einführung.

Sucht und Vorurteile

Eine Sucht ist das unbändige Verlangen nach einem bestimmten Gefühl, einem bestimmten Erleben oder auch einem bestimmten Bewusstseinszustand, mit dem immer auch der Verlust der Fähigkeit einhergeht, rationale Entscheidungen zu treffen. Süchtige sind also nicht nach Alkohol, Arbeit oder Sex süchtig, sondern nach dem Gefühl, welches sie im Kontakt mit ihrem Suchtmittel erfahren. Es kann hier um Entspannung und Euphorie, aber auch um Macht und Anerkennung gehen. Die Gründe sind individuell verschieden. Suchterkrankungen sind bis heute ein Tabuthema und es ranken sich viele Mythen um diesen Kontext, mit denen nun kurz aufgeräumt werden soll.

Es gibt keinen „typischen Süchtigen“ und nicht jeder Süchtige hatte eine „schwere Kindheit“. Süchte sind nicht „vererbbar“ (maximal die Verträglichkeit von Suchtmitteln) und sie entstehen nie an einem einzigen „Tag X“ (vielmehr entwickeln sie sich langsam und schleichend). Natürlich neigen einige Menschen eher zu einer Suchtentwicklung, weil sie beispielsweise Einsamkeit verspüren und sich nach dem positiven Gefühl, das mit dem Suchtmittel in Verbindung steht, sehnen. Allerdings ist dies keine Grundvoraussetzung, um süchtig zu werden.

Suchtentstehung nach Lindenmeyer

Es gibt drei Faktoren und drei Phasen, die an der Entstehung einer Sucht beteiligt sind. Die drei Faktoren setzen sich aus der Persönlichkeit des Konsumenten, dem Suchtmittel selbst und der Gesellschaft bzw. dem Milieu zusammen, in welchem der Konsument sich bewegt. Diese drei Faktoren wirken stets in verschiedener Weise in den drei Phasen der Suchtentwicklung mit. Die erste Phase ist die des ersten Kontakts mit dem Suchtmittel. Dieser kann durch beispielsweise durch persönliche Neugierde oder Nachahmung von Idolen motiviert sein.

Konnte der Konsument hier eine positive Erfahrung verbuchen, so steigt die Wiederholungswahrscheinlichkeit. Die darauffolgende Phase zeichnet sich durch die Gewöhnung aus. Das Suchtverhalten wird vom Konsumenten nun immer wiederholt und auf andere Kontexte übertragen. Alkohol wird beispielsweise nicht mehr nur auf Festivitäten konsumiert, sondern auch zu Hause vor dem Fernseher. In der letzten Phase, in der die Sucht dann voll ausgeprägt ist, hat der Konsument alternative Verhaltensweisen zu seinem Suchtverhalten komplett verlernt und hat die Kontrolle verloren. Meist befinden sich die Betroffenen zusätzlich in einem Teufelskreis aus Schuldgefühlen, aus dem sie ohne fremde Hilfe nicht mehr ausbrechen können.

 

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