Die Anorexie wird auch als Magersucht bezeichnet. Diese Erkrankung ist in ihrer Symptomatik ähnlich wie die Bulimie. Sie beginnt in der Regel während der Pubertät. Mehr als 90 Prozent aller Betroffenen sind Frauen, weshalb psychodynamisch angenommen wird, dass es sich um eine Ablehnung der weiblichen Geschlechterrolle handelt. Viele Betroffenen zeigen darüber hinaus bereits vor der Erkrankung eine Charakterstruktur, die einen starken Ehrgeiz aufweist. Im Gegensatz zur Bulimie ist das Leitsymptom der Anorexie ein starkes Untergewicht. Hierunter wird jenes verstanden, das mindestens 15 Prozent unter dem Normalgewicht liegt. Grundlage für die Berechnung ist meistens die Broca-Formel, wobei auch der BMI herangezogen werden kann. Das Untergewicht wird durch eine Vermeidung der Nahrungszufuhr erzeugt. Die Betroffenen hungern, benutzen Abführmittel und zeigen eine Überaktivität, die sich teilweise in extremen sportlichen Aktivitäten zeigt. Körperliche Begleiterscheinungen wie Verstopfung, das Ausbleiben der Monatsblutung und Ähnliches sind ebenfalls deutliche Symptome der Erkrankung. Die Therapie erfolgt im Normalfall stationär, Ziel ist die Heranführung an ein normales Essverhalten, wobei die Körperwahrnehmung gestört sein kann. Daneben werden verschiedene psychotherapeutische Verfahren eingesetzt. Bei dieser Störung können begleitend Depressionen auftreten. Allerdings können jene auch der Auslöser für das gestörte Essverhalten sein. In einigen Fällen kann auch eine ambulante Therapie durchgeführt werden. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn die Erkrankungen noch nicht chronisch sind und keine körperlichen Folgen eingetreten sind. Liegt eine Selbstmordgefährdung vor, dann muss sie immer stationär durchgeführt werden Unterstützend kann eine medikamentöse Therapie verordnet werden. Grundsätzlich gilt, dass die Heilungschancen bei einer frühen Intervention gut sind. Mit zunehmender Krankheitsdauer werden diese geringer. Im schlimmsten Fall endet die Erkrankung mit dem Tod des Patienten. Die Anorexie beginnt in der Regel zwischen dem zehnten und 18. Lebensjahr. Sie setzt somit zu Beginn der Pubertät oder während derer ein.

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