Bossing ist eine besondere Form des Mobbings. Dabei geht das mobbende Verhalten von einem Vorgesetzten aus und betrifft einen Untergebenden. Durch diese Anordnung entsteht eine Situation, die dadurch gekennzeichnet ist, dass der Untergebene keine Möglichkeit der Gegenwehr hat. Die angewendeten Methoden können aus ungerechtfertigter und ständiger Kritik bestehen. Zugleich werden häufig sinnlose oder unlösbare Aufgaben übertragen. Grundsätzlich sind auch alle anderen Verhaltensweisen möglich, die als psychische Aggression zu werten sind. Bossing kann sowohl beabsichtigt, wie auch unbeabsichtigt erfolgen. Beabsichtigt wird solches Verhalten gezeigt, wenn ein als unkündbar geltender Arbeitnehmer zur Kündigung gedrängt werden soll. Unbeabsichtigt entstehen die Verhaltensweisen oftmals, wenn der Vorgesetzte unter Druck steht. Stress, Frustrationen, Konkurrenzkampf und andere Faktoren können dann Aggressionen beim Vorgesetzten auslösen, die mit diesen Verhaltensweisen kompensiert werden. Grundsätzlich liegt bei dieser Form eine Störung des Selbstwertgefühls oder der Persönlichkeit vor. Durch die Auslebung der Aggressionen erfolgt daher oftmals eine Aufwertung der eigenen Person (den Boss betreffend). Bossing verursacht beim Betroffenen soziale Isolation. Zugleich können depressive Symptome auftreten. Auch eine posttraumatische Belastungsstörung ist häufig anzutreffen. Angsterkrankungen und psychosomatische Problematiken runden das Bild ab. Auch im Privatleben entstehen Probleme, die im direkten Zusammenhang mit der psychischen Belastung zu sehen sind. Dies kann sich bis zur Aggression erstrecken. Grundsätzlich ist der erste Schritt gegen das Bossing das Aufsuchen einer Person, die Neutralität gewährleistet. Hier bieten sich vor allem Beratungsstellen an. Darüber hinaus muss eine genaue Dokumentation über das Bossing erfolgen, so dass ein Nachweis vorliegt. Weitere Beweise können das Bild abrunden, sind allerdings nur schwer erhältlich. Zeugen sollten in jedem Fall vorhanden sein, wobei auch sie oftmals nur schwer zu beschaffen sind, da auch ihr Arbeitsplatz gefährdet sein kann. Die Unterlagen sollten einer Vertrauensperson übergeben werden. Grundsätzlich sollte ein Rechtsanwalt befragt werden, der die rechtliche Situation einschätzt. Ebenfalls sollte versucht werden, die Situation in einem direkten Gespräch zu bereinigen. Ist dies nicht möglich, kann ein Gespräch beim direkten Vorgesetzten des eigenen Chefs die Situation klären. Grundsätzlich hat der Vorgesetzte eine Fürsorgepflicht. Diese hält er beim Bossing nicht ein. Daher ergeben sich arbeitsrechtliche Konsequenzen.

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