Die Familie stellt noch heute eine bedeutsame Gruppe innerhalb der Gesellschaft dar. Allerdings ist ihr Bild ständig im Wandel begriffen. Sie hatte ursprünglich die Aufgabe der Fortpflanzung und damit verbunden den Aufbau der soziokulturellen Persönlichkeit des Kindes. Ihr oberstes Ziel war – innerhalb dieses traditionellen Bildes – die Erziehung. Darüber hinaus diente die Institution zur emotionalen Stabilisierung und zur Absicherung der Familienmitglieder. Das Bild der Familie ist stets durch die Gesellschaft geprägt. Genau wie die Werte und Normen der Gesellschaft, unterliegt auch die Familie einem ständigen Wandel. War die traditionelle Definition noch an die Absicht gebunden, dass Kinder geboren werden, so muss in einer Familie heute kein eigenes Kind mehr vorhanden sein. War eine Scheidung in früheren Zeiten undenkbar, so ist sie heute Normalität. Damit verbunden wandelte sich auch die Familie. Oftmals sind keine gemeinsamen Kinder vorhanden. Die bei dem Paar wohnenden Kinder stammen meist aus einer früheren Gemeinschaft. Auch die Arbeitswelt verändert den Begriff der Familie zusehends. Waren die Bereiche Familie und Beruf früher streng voneinander getrennt, so verschwimmen diese zusehends. Vor allem die Auflösung der Rollenverteilung bei einer sehr langsamen Veränderung der Wirtschaft sorgt dafür, dass Kinder erst sehr spät in die Familie hineingeboren werden. Je nach Lebenslauf kann eine Familie durch den Beruf auch kinderlos bleiben. Hierfür sind zum Teil auch wirtschaftliche Zwänge verantwortlich. Der soziale Status und die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind eng mit der Arbeitswelt verbunden. Um einen bestimmten Status zu erreichen und die vorgestellte Lebensführung zu ermöglichen, müssen häufig beide Partner einer Beschäftigung nachgehen. Die Familienplanung gerät dadurch sehr oft in den Hintergrund. Diese Probleme können mit einer guten Familienplanung teilweise ausgeglichen werden. Länder wie Frankreich oder auch Teile Skandinaviens zeigen, dass mit staatlichen Unterstützungen in diesem Bezug viel geleistet werden kann. Dort finden sich vielfach Werte und Normen, die Familien und ihre Erhaltung als hohen Wert ansehen. In diesen Ländern wurden die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen. Eine Notwendigkeit, die auch in Deutschland zu einem Umdenken führen könnte. Gerade durch den Mangel an Fachkräften und durch eine niedrige Geburtenrate bedingt, beginnen derzeit einige Unternehmen, Betriebskindergärten und Ähnliches einzurichten. Damit leisten sie einen Beitrag, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Damit Deutschland auch in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, wird die Politik in den nächsten Jahren gezwungen sein, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Arbeitnehmer selbst sind scheinbar bereit Familien zu gründen, wenn die Arbeits- und Betreuungsbedingungen die Möglichkeit hierfür bieten. Nach neuen Studien steht bei mehr als der Hälfte aller Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an oberster Stelle. Löhne und Gehälter folgen erst auf Rang vier. Es seien nach diesen Befragungen eher die existenziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die eine Umsetzung dieser Denkweise nicht zulassen.

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