Die generalisierte soziale Angst bezieht sich nicht auf ein einzelnes Angstobjekt. Vielmehr sind es viele verschiedene Situationen, die sich in einem sozialen Kontext abspielen. Sie bezeichnet die Angst vor Autoritätspersonen, fremden Menschen und die Angst vor dem anderen Geschlecht. Zwar können gewohnte Situationen gut bewältigt werden, neue Gegebenheiten und Bekanntschaften sind allerdings mit einem Angstgefühl verbunden. Neue Erfahrungen werden demnach verhindert. Innerhalb der gewohnten Situationen bestehen diese Einschränkungen ebenfalls, wenn Neuerungen anstehen. Im beruflichen Bereich können deshalb neue Aufgaben nicht bewältigt oder die Beförderung muss abgelehnt werden. Durch fehlende Lernerfahrungen entstehen starke Defizite im Sozialverhalten. Die Betroffenen führen Misserfolge zwar auf ihre eigene Unfähigkeit zurück, doch die Ursache ist vielmehr das Defizit. Misserfolge selbst führen wieder zu einer Vermeidung neuer Situationen. Hierdurch entsteht ein Kreislauf, der von den Betroffenen alleine nicht bewältigt werden kann. Die generalisierte soziale Angst führt in letzter Konsequenz zu einem Rückzug aus dem Sozialleben und somit zum Außenseitertum. Die Therapie setzt an vielen Stellen an. Der erste Angriffspunkt ist der Aufbau von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Da Sozialängste immer durch eine Angst vor Bewertung entstehen, sorgt ein besseres Selbstbewusstsein dafür, dass Kritik ausgehalten werden kann. Zugleich müssen Defizite im sozialen Bereich abgebaut werden. Verhaltenstherapien haben bei der generalisierten sozialen Angst gute Erfolge erzielt.

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