Wer Krisen bewältigen will, der muss bereit sein, sich von alten und gewohnten Regeln zu verabschieden. Eine Krise wird immer als eine bedrohliche Situation erlebt. Deshalb geht sie häufig mit einem Angstgefühl einher. Jene stellt allerdings im wesentlichen eine Veränderung dar, die mit der Umdeutung von Rollen- und Selbstbildern einhergeht. Die alten und gewohnten Verhaltensschemata können in dieser Situation nicht mehr angewendet werden. Die Sicherheit des Menschen geht verloren. Vor allem verschiedene Lebensabschnitte wie die Wechseljahre, der Auszug der Kinder oder der Tod der Eltern können zu schweren Krisen führen. Eine Krise ist immer ein schöpferischer Prozess, der in mehrere Phasen verläuft. Diese Phasen werden immer durchlaufen, wobei die Dauer der einzelnen Periode stark variieren kann und von der Persönlichkeit abhängig ist. In der ersten Phase kommt es zu einem Schock. Die Person fühlt sich gelähmt. Die alten Schemata greifen nicht mehr. Direkt im Anschluss kommt es zu einer Verleugnung des auslösenden Ereignisses. Der Betroffene klammert sich an die alten Realitäten. In der Vorbereitungsphase unternimmt die betroffene Person den Versuch, die bekannten und bereits vorhandenen Verhaltensweisen, auf die Bewältigung des Problems anzuwenden. Eine kognitive Einsicht tritt dann ein, wenn das Problem auf diese Weise nicht behoben werden kann. Die Emotionen bezüglich des Auslösers und der eigentlichen Krise werden zunächst abgelehnt und später dann zugelassen. Waren Schmerz und Angst vorher im Hintergrund werden sie in dieser Phase wieder an die Oberfläche befördert. Es kommt zur Inkubationsphase, in der starke Selbstzweifel auftreten. Es wird erkannt, dass die bekannten Verhaltensschemata nicht angewendet werden können. Es können Depressionen entstehen, die lähmend auf die Bewältigung der Krise wirken. Nach einiger Zeit kommt die Einsicht und die Integration. Die Lösungen scheinen einfach zu kommen. Neue Zusammenhänge werden erkannt. Die Betroffenen richten ihr Leben neu aus und erlernen neue Verhaltensschemata, die auf die neue Situation angewendet werden können. In der letzten Phase werden die neuen Verhaltensweisen in die Realität transponiert. Sind sie nicht adäquat, dann werden sie nochmals korrigiert. Sind die neuen Schemata erfolgreich, dann ist die Krise beendet. Wer Krisen bewältigen will, der muss immer alle Phasen durchlaufen. Wird eine Sektion unterdrückt, dann kann dies negative Folgen haben. In einigen Fällen muss eine Begleitung in Form einer Therapie oder Beratung in Anspruch genommen werden, da die persönlichen Voraussetzungen zur Bewältigung nicht ausreichend sind.

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