Stress ist ein Wort, das negativ besetzt ist. Fachlich gesehen ist der Begriff zunächst neutral. Es gibt nicht nur den schädlichen Stress, sondern auch seine positive Ausprägung. Stressbewältigung ist nur erforderlich, wenn die negative Form vorliegt. Stress und seine Eindämmung müssen deshalb nicht immer zusammengehören. Es dient nicht nur dem Stressabbau. Vielmehr sollen die Strategien auch präventiv gegen das Phänomen wirken. In vielen Fällen werden die verschiedenen Übungen nur auf die körperliche Ebene beschränkt. Vielmehr bilden kognitive Ebene und Verhaltensebene die weiteren Komponenten für das komplexe Gebilde Stress. Stressbewältigung ist nur effizient, wenn auf allen drei Ebenen der Stressentstehung angesetzt wird. Innerhalb der kognitiven Ebene ist die subjektive Wahrnehmung für die Einordnung eines eingehenden Reizes verantwortlich. Wird er als Stressor gewertet, dann entsteht auf der kognitiven Ebene Stress, der sich dann auch auf die körperliche Ebene ausdehnt. Hier werden Stresshormone ausgeschüttet, die schließlich die körperlichen Stresssymptome hervorrufen. Die Hormone wirken auf das sympathische und parasympathische Nervensystem. Diese Reaktionen äußern sich in konkret beobachtbarem Verhalten, das als Flucht oder Kampf beschrieben werden kann. Effiziente Stressbewältigung verändert mindestens zwei Ebenen – im Idealfall greift sie an allen Ebenen an. Auf der kognitiven Ebene können über geeignete Methoden – wie beispielsweise der Zwei-Spalten-Technik – die Bewertungen verändert werden. Dadurch wird ein Stressor umgedeutet und kann daher neutral werden. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Methoden, die darauf abzielen, die Bewertungen zu verändern. Auf der körperlichen Ebene gibt es mehrere Möglichkeiten der Stressbewältigung. Neben Yoga und Autogenem Training, gibt es noch zahlreiche weitere Varianten, die alle durch Entspannung die körperlichen Symptome mildern. Auf der Verhaltensebene kann eine bewusste Steuerung erfolgen, so dass Impulse nicht ausgelebt werden. Die Arbeit an allen Ebenen bildet die Grundlage der Stressbewältigung. Achtsamkeit kann zumindest eine Beobachtung auf allen Ebenen ermöglichen. Wird die Methode allerdings um jene Möglichkeiten erweitert, die sehr oft in der Therapie verwendet werden, dann kann auch die Gedanken- und die Verhaltensebene beeinflusst werden. Nur die Kombination mehrerer Möglichkeiten bietet eine effiziente Möglichkeit der Stressbewältigung. Training und konkrete Anwendung sollten überall durchführbar sein – die Grundbedingung für die Auswahl der Methoden. Darüber hinaus kann auch ein regelmäßiger Abbau des Stresses durch aufwändigere Übungen erfolgen.

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