Die Symptomverschreibung ist eine Methode aus den 1970er Jahren, die in der Psychotherapie angewendet wird. Sie wurde zu Beginn lediglich in der systemischen Therapie eingesetzt. Ihr Ziel war es, paradoxe Kommunikationsmuster zu verändern. Bei dieser Methode wird das Verhalten, das innerhalb der Persönlichkeit als problematisch eingestuft wird, gefördert. Ein Beispiel hierfür ist die Depression. Symptom der Erkrankung ist Antriebslosigkeit mit einer Denkverlangsamung, Verlangsamung der Motorik, sowie eine tiefe Traurigkeit. Der Therapeut kann hier die Anweisung geben, genau diese Symptome verstärkt zu zeigen. In vielen Fällen funktioniert die Methode auch bei einem Symptom-Komplex – beispielsweise bei einem Syndrom. Symptom kann jede Verhaltensweise sein, die nicht auf körperlich begründbaren Erkrankungen beruht. Aus diesem Grund lassen sichmit dieser Methode neurotische Störungen behandeln. Bei Psychosen und anderen Erkrankungen funktioniert die Methode nicht und kann zu weiteren Problemen führen. Die Symptomverschreibung basiert auf der Annahme, dass ein Verhalten in einer sozialen Interaktion immer mit einer Funktion verbunden ist. In der Regel wird das Verhalten unbewusst künstlich erzeugt und gezeigt. Durch die Verschreibung der gezeigten Verhaltensweisen und Symptome wird dies dem Klienten bewusstgemacht. Darüber hinaus erhält er die Einsicht, dass das Verhalten nicht unkontrollierbar ist und daher verändert werden kann. Ein Problem der Methode ist, dass die Reaktionen des Klienten auf die Verschreibung nur selten beeinflussbar sind. Zugleich soll der Klient manipuliert werden. Durch die Gesamtproblematik wird das Verfahren nur selten eingesetzt.

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