Carmen Sommerfeld: Im Interview über die Wahrheit, Liebe und Familie in den Karten

Carmen Sommerfeld: Im Interview über die Wahrheit

Schon seit über zehn Jahren ist Carmen Sommerfeld als Lebensberaterin tätig. Dabei verbindet sie den Hintergrund einer sozialpädagogischen Ausbildung mit dem Talent für das Deuten der Karten, das sich bereits in ihrer Jugend offenbarte. Deutlich bevorzugtes Medium sind dabei die Lenormand-Karten.

Eine besondere Unterstützung findet die Expertin in ihrem Hund namens Blacky. Das Tier ist blind und hat nicht zuletzt aufgrund seiner Behinderung eine besondere Sensibilität entwickelt. Das starke empathische Band zu ihm wirkt oft wie ein Verstärker für die feinstofflichen „Antennen“ der Beraterin.

Wenn Wahrheiten wehtun 

Es gilt dabei, die Grenzen der anderen Person, ihrer Aufnahmefähigkeit und –willigkeit, auszuloten. Schließlich müssen in manchen Fällen Wahrheiten vermittelt werden, die wehtun. „Manche Konflikte lassen sich vergleichsweise leicht lösen. Ich gebe den Ratsuchenden dann Hausaufgaben mit, indem ich Sie bitte, über bestimmte Dinge nachzudenken, sie zu klären oder ganz konkrete Veränderungen vorzunehmen. So kann man sich bereits der gewünschten Lösung annähern. Andere jedoch gehen sehr viel tiefer und mitunter muss ich einen Weg finden zu verdeutlichen, dass die professionelle Hilfe eines Therapeuten erforderlich ist.“

Vater- und Mutterthemen verlangen nach Sensibilität und Vertrauen

Als besonders schwierig erweisen sich nach Erfahrung der Beraterin Konflikte, in denen Mutter- oder Vaterthemen eine Rolle spielen. Hier liegen bei vielen die Nerven blank. Solche Probleme und ihre Ursachen werden lieber gemieden, selbst wenn nicht extreme Erlebnisse wie etwa sexueller Missbrauch dahinter stehen. Die Angst vor der Auseinandersetzung führt nicht nur zu Verdrängung, sondern auch zur Entwicklung von negativen Verhaltensmustern.

Sie finden sich dann immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen und machen auf Dauer das Leben der Betroffenen zunehmend komplizierter und unerfreulicher. „Grundsätzlich“, so Lebensberaterin Carmen Sommerfeld, „lassen sich alle Arten familiärer Konflikte erkennen und auch praktisch angehen. Es muss lediglich Offenheit vorhanden sein dafür, die Dinge aus einer veränderten Warte zu sehen und an sich selbst und der Situation positiv zu arbeiten. Dann muss das Vertrauen in die Aussage der Karten bestehen. Sie zeigen eine Tendenz auf. Möchte man ihr folgen, gilt es, sich richtig zu verhalten. Dazu gehört auch, Gelassenheit zu üben und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Jede Form von Zwang, sei es gegen die eigene Person oder andere, bringt immer negative Resultate hervor.“

Die Arbeit der Lebensberaterin geht über das persönliche Gespräch hinaus

Der Dialog mit den Karten auf der einen und den Ratsuchenden auf der anderen Seite ist oft so vielschichtig, dass im ersten Gespräch nicht alle Aspekte gebührend berücksichtigt werden können. Die Beraterin schließt daher an jeden Termin für sich eine Nachbereitung an. Gewinnt sie daraus noch neue Informationen, wird die Kommunikation mit dem Ratsuchenden nicht selten durch eine E-Mail ergänzt und erweitert. Für Lebensberaterin Carmen Sommerfeld macht es dabei keinen Unterschied, welche Art von Antworten ein Ratsuchender wünscht. „Ob es um berufliche Dinge geht oder private, um eine familiäre Situation oder um die mögliche Anbahnung einer Beziehung ist für mich nicht entscheidend. Welche Einblicke und Erkenntnisse ich gewinne, ist unabhängig von einer Fragestellung. Entscheidend ist immer nur der Energiefluss zwischen der Ratsuchenden Person und mir.“ Auf Seiten der Ratsuchenden allerdings ergeben sich immer wieder ähnliche Fragen . Eine ganz zentrale lautet: Steht die Liebe des Lebens in den Karten?

Auf der Suche nach dem oder der „Einzigen“

Alle Menschen wünschen sich eine Partnerin oder einen Partner, möglichst die in ihren Augen ideale Frau oder den idealen Mann. Dabei sind nicht nur die Vorstellungen davon sehr unterschiedlich, was „ideal“ jeweils bedeutet. Auch die Art und Weise, wie nach dieser Person gefahndet wird, ist individuell verschieden. Als zentrale Frage der persönlichen Lebensqualität wird sie oft an Lebensberaterinnen und –berater gerichtet. Teilweise ist damit dann auch gleich der Gedanke an eine ganz bestimmte Person verbunden, die der oder die Richtige sein könnte. „Solche Anfragen zu beantworten, ist nicht immer leicht“, sagt die Vistano-Beraterin. „Die Karten geben eine Fülle von Informationen. Darunter auch die, ob eine Rat suchende Person die Liebe ihres Lebens finden wird. Allerdings verraten sie weder ein bestimmtes Datum noch einen konkreten Namen.“ Ist es also sinnlos, in Liebesdingen die Karten zu befragen? – Nein, antwortet die Expertin.

Die Möglichkeit auf Glück ist noch keine Garantie für Glück Die Verbindung, die zwischen dem Ratsuchenden und der Beraterin entsteht, verschafft ihr eine besondere Einsicht in Aspekte, die durchaus relevant und interpretierbar sind. Die Karten können zum Beispiel verraten, ob eine ganz konkrete Person die ihr entgegengebrachten Gefühle erwidert. Sollte das der Fall sein, bedeutet dies allerdings noch keine Garantie für ein Happy-End. Denn schon fünf Minuten später kann ihr ein anderer Mensch begegnen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. „Es gibt wenige Garantien im Leben. Dazu ist es viel zu komplex“, so die Lebensberaterin. „Ich sage den Ratsuchenden, was ich sehe, erkläre aber auch genau, was das bedeutet. Vor allem jedoch informiere ich sie darüber, was sie selbst tun können, um zur Erfüllung ihrer Träume beizutragen.“ Wichtig ist es insbesondere, offen zu sein für alles, was geschieht. Der irische Schriftsteller Oscar Wilde formulierte: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“

Man kann weder Erkenntnis noch Liebe erzwingen

Es kann durchaus sein, dass man einem Menschen begegnet, der die oder der Richtige zu sein scheint. Sollte es trotzdem nicht „funken“, macht es keinen Sinn, etwas erzwingen zu wollen. In diesem Fall muss man einfach akzeptieren, dass es eben noch nicht das Ende der Suche war. „Menschen, die versuchen, das Glück zu zwingen oder die verzweifelt nur noch alle Energie auf die Partnersuche richten, sabotieren sich selbst und damit auch meine Arbeit für sie“, sagt Lebensberaterin Carmen Sommerfeld. Eine solche Verbissenheit unterdrückt im Beratungsgespräch den nötigen Energiefluss und verschließt so die Einsicht, auf die der oder die Ratsuchende so dringend hofft. Gegenüber anderen, hier speziell potenziellen Partnerinnen oder Partnern, macht ein solches Verhalten blind für die Chancen, die sich in Begegnungen eröffnen können. Was kann man Menschen raten, die nach vielen vergebenen Versuchen nun verzweifelt sind und das Glück am liebsten zwingen möchten?

Mut zur Chance und Zuversicht in die Zukunft bewahren

Negative Emotionen wie Verzweiflung, Neid, Gier und Eifersucht wirken sich sowohl in der Beratungssituation wie auch in allen anderen Aspekten des Lebens als Erschwernisse und Hemmnisse aus. „Wenn ich mit solchen emotionalen Vorbedingungen konfrontiert werde, rate ich stets dazu, zunächst Abstand zu gewinnen. Erst wenn sich diese Verkrampfungen wieder lösen, besteht die Möglichkeit einer sinnvollen Beratung.“ Das allerdings setzt zunächst Einsicht der Betroffenen voraus, dann den Willen und die Fähigkeit, sich selbst zu ändern, zu lernen. Für manche Menschen eine durchaus schwere Übung, die sich aber auszahlt. Sobald wesentliche Schritte in die richtige Richtung unternommen worden sind, wird es leichter für den Berater, den Prozess des Ratsuchenden konstruktiv zu begleiten.

So kommen beide im gemeinsamen Dialog dem ursprünglichen Ziel Schritt für Schritt näher: Der gewünschten Aussage über die persönliche Zukunft an der Seite eines geliebten Partners oder der geliebten Partnerin. „Wenn Menschen dann noch das Verständnis mitbringen oder entwickeln können, dass auch die beste Partnerschaft immer mit Arbeit an sich selbst und der Beziehung verbunden ist, steht dem dauerhaften Glück nichts mehr im Weg.“ Wie aber gehen Lebensberater damit um, wenn alle Zeichen der Karten negativ sind? Müssen Ratsuchende die Aussagen der Karten fürchten?

 

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