Der Hausarrest gehört zu den Erziehungsmaßnahmen. Hierbei wird einem Schutzbefohlenen verboten das Haus oder die Wohnung zu verlassen. Er kann zeitlich starken Schwankungen unterliegen. In der Regel richtet sich die Dauer nach der Schwere des Vergehens. Während das Ausgehen verboten ist, können innerhalb der Wohnung alle Aktivitäten wahrgenommen werden, wie sie auch ohne die Sanktion durchgeführt werden. Das Erziehungsmittel ist eine Strafe. Wie bei allen Strafen besagt die Pädagogik auch hier, dass sie nur wirksam ist, wenn sie unverhältnismäßig hoch im Vergleich zum Vergehen ist. Der Hausarrest eignet sich deshalb nur bei Vergehen, die einen Verstoß gegen zeitliche Gebote darstellen. Ein Beispiel hierfür ist, dass der Zu-Erziehende wesentlich zu spät nach Hause kam. Eine Sanktion soll immer einen direkten Zusammenhang zum Verstoß haben. Deshalb eignet sich der Hausarrest in der Regel nicht bei schlechten Schulnoten oder bei anderen Verstößen, bei denen die zeitliche Dimension keine Rolle spielt. Die Strafe wird in der Pädagogik kontrovers diskutiert. Die langfristigen Folgen lassen sich nur schwer abschätzen. Unter ungünstigen Umständen kann sie auch negative Folgen haben, die das Verhalten dauerhaft beeinflussen. Zudem sollte der Hausarrest – wie auch alle anderen Sanktionen – nicht zu oft verhängt werden. Bei zu hohen Intervallen tritt eine Gewöhnung ein, so dass die Sanktion beim Zu-Erziehenden keine Wirkung mehr zeigt.

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