Die Patchwork-Familie ist ein Begriff aus der Soziologie. Sie beschreibt eine Lebenspartnerschaft, bei der mindestens ein Partner Kinder aus einer vorhergehenden Beziehung mit in die neue Gemeinschaft einbrachte. Diese Art der Familie ist, nach der traditionellen Form der Ehe und der Alleinerziehenden, die dritthäufigste Familienvariate. Bedingt durch den Wandel innerhalb der Gesellschaft wird der Begriff inzwischen auch bei Familien angewendet, bei denen die Elternteile nicht miteinander verheiratet sind und einer der Partner ein Kind aus einer vorhergehenden Beziehung mit in die Lebensgemeinschaft einbringt. Ein Hinweis auf eine Patchwork-Familie ist durch die Bezeichnung „Stief-“ gegeben, die dem eigentlichen traditionellen Rollennamen vorangestellt wird. Diese Vorsilbe wird dabei immer jenem „Elternteil“ vorangestellt, der nicht mit dem Nachwuchs verwandt ist. Ein Problem der Patchwork-Familien ist die Erziehung der Kinder. Es kann zu Uneigkeit über die Regeln, die in der Erziehung gelten sollen, kommen. Sie ist daher oftmals noch immer geprägt von den ursprünglichen Verhältnissen. Das Kind bewegt sich weiterhin in den bekannten Bahnen und erwartet die Beibehaltung dieser Regeln. Diese wurden dabei häufig durch die Werte und Normen der Schichten geprägt, aus denen die Betroffenen stammen. Ändert sich der Lebenspartner dann, so tun es auch die Werte und Normen innerhalb der Beziehung. Dies hat zur Folge, dass die Grundsätze der Erziehung verändert werden. Dadurch entstehen Schwierigkeiten für das Kind, das die neuen Regeln zunächst nicht akzeptiert. Wie groß die Probleme schließlich sin, ist immer abhängig von der Akzeptanz, die der neue Lebenspartner bei dem Stiefkind hat. Zugleich kann auch der Kontakt mit dem vorangegangenen Partner zu Problemen innerhalb der Patchwork-Familie führen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das leibliche Elternteil noch immer an den ursprünglichen Erziehungsregeln festhält und jene zu denen innerhalb der Patchwork-Familie divergieren. Im Normalfall werden auf Dauer beide Varianten von den Kinder akzeptiert. Allerdings sollten Absprachen mit dem leiblichen Elternteil getroffen werden, da das Kind Unsicherheiten und Abstimmungsprobleme der leiblichen Eltern ausnutzen kann.

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