Der Begriff Pubertät bezeichnet die Phase im Leben eines Menschen, die eine körperliche Entwicklung in Gang setzt und an dessen Ende die Geschlechtsreife steht. Sie beginnt im Normalfall zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr, wobei Mädchen früher in die Pubertät kommen als Jungen. Auslöser für die Pubertät ist ein hormonelles Signal, das von der Hirnanhangdrüse gegeben wird. Durch dieses Signal werden Geschlechtshormone ausgeschüttet, die schließlich zur Reifung der sekundären Geschlechtsmermale führen. Das Verhalten während der Pubertät wurde bis vor einigen Jahren ausschließlich durch die Ausschüttung der Geschlechtshormone erklärt. Die Gehirnreifung – so die damalige Ansicht – sei in dieser Phase bereits abgeschlossen. Neue Untersuchung mit bildgebenden Verfahren haben allerdings ergeben, dass gerade in der Pubertät umfangreiche Umbauarbeiten im Gehirn stattfinden. Die Reifung von Mädchen und Jungen ist dabei nicht einheitlich. Bei Mädchen reift im Gehirn zunächst der Hippocampus. Er ist für die emotionalen Reaktion der Mädchen während der Pubertät zuständig. Bei Jungen beginnt die Reifung in der Amygdala. Sie ist für das riskante Verhalten zuständig. Die hemmenden Strukturen im Vorderhirn sind noch nicht reif und kompensieren deshalb diese Verhaltensweisen nicht. Zugleich ist ein Zentrum nicht ausgereift, das für die Motivation zuständig ist. Und auch Zentren, die Aggressivität steuern, sind noch nicht vollends entwickelt. Deshalb sind die Jugendlichen in dieser Phase unmotiviert. Sie neigen zu aggressivem Verhalten. Zugleich zeigen die Jungen ein starkes „Draufgängertum“, während die Mädchen eher launisch sind und teilweise auch depressive Verstimmungen zeigen. Der Umbau des Gehirns erfolgt in einer festen Reihenfolge – von hinten nach vorne. Dies bedeutet, dass die Reifung dafür sorgt, dass die hemmenden Zentren zum Schluss umgebaut werden, was die Zeitspanne erklärt, die die Pubertät beansprucht. In dieser Zeit entsteht ebenfalls eine Ambivalenz. Die Jugendlichen wollen erwachsen sein – sind es aber noch nicht. Sie handeln in dieser Zeit teilweise kindisch und können dann wieder rationell und erwachsen wirken. Die Frage der Eltern ist dann meistens: Was kann getan werden? Die Beeinflussung kann in dieser Zeit nur durch Beistand erfolgen. Der Betroffene muss mit seinem Verhalten angenommen werden. Zurechtweisungen führen zu einer Abwehrhaltung des Jugendlichen. Es kommt darauf an, dass die Eltern hinter ihrem Kind stehen und es bei Fehlern auffangen. Eigene Erfahrungen sind in dieser Phase wichtig. Und schließlich gilt der Grundsatz: Keine Panik – die Pubertät ist bald vorbei.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Es wurden noch keine Bewertungen abgegeben)
Loading...


0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.