Das Wasserlesen wird auch als Hydromantie bezeichnet. Erste Nachweise für diese Form des Wahrsagens stammen aus dem antiken Griechenland. Der Ursprung liegt vermutlich im Orient. Das Wasserlesen basiert auf verschiedenen Erscheinungen die im Wasser zu finden sind. Das Wasser muss nicht in bestimmter Weise aufbereitet werden. Es kann sich während des Wahrsagens in Becken, Quellen, Flaschen und anderen Gefäßen befinden. Das Wasserlesen basiert auf der Bewegung des Wassers. Um das Wasser in Bewegung zu versetzen wird ein Gegenstand verwendet, der in der Regel einen natürlichen Ursprung hat. Neben Steinen die ins Wasser geworfen werden, werden Hölzer und ähnliche Gegenstände verwendet, die auf der Oberfläche schwimmen. Auch Wellenbewegungen die durch Wind entstehen dienen beim Wasserlesen zur Deutung von Ereignissen. Insgesamt besteht diese Form der Wahrsagerei somit aus verschiedenen Techniken, die alle das Wasser als Medium für die Vorhersage verwenden. Die Technik basiert auf einem einfachen Prinzip. Auf der Wasseroberfläche wird ein Punkt mit den Augen fixiert. Der Blick muss so entspannt wie möglich sein. Dadurch geht der Blick durch das Wasser und den Boden des Gefäßes „hindurch“. Beim Fixieren sollen dann Bilder auf der Wasseroberfläche auftauchen, die Aussagen über die Zukunft und Gegenwart zulassen. Viele Wahrsager – die das Wasserlesen betreiben – kombinieren die Bilder mit den Geräuschen aus der Umwelt. Die Geräusche haben dann ebenfalls eine Bedeutung, die immer in Kombination mit den Bildern des Wassers zu sehen sind. Beim Wasserlesen spielen aus psychologischer Sicht vor allem unbewusste Inhalte eine wesentliche Rolle. Durch die Konzentration auf einen Punkt kann ein Trancezustand erreicht werden. Dadurch entstehen die Bilder, die durch das Unterbewusstsein erzeugt werden. Gleiches gilt auch für die Umweltgeräusche, die ebenfalls unbewusste Inhalte darstellen können. Eine besonders tiefe Trance kann dazu führen, dass das Medium beim Wasserlesen auch Stimmen hört, die konkrete Aussagen zu einem Sachverhalt machen. Diese Stimmen werden ebenfalls durch das Unterbewusstsein erzeugt. Die Aussagen beim Wasserlesen spiegeln demnach immer das Unterbewusstsein des Mediums. Aussagen über die Zukunft sind daher häufig eine Kombination aus bereits vorhandenem Wissen über einen Sachverhalt und den logischen Konsequenzen, die aus diesem Sachverhalt möglich sind. Das Gehirn kann mehrere Millionen Rechenoperationen in der Minute durchführen. Die Voraussagen basieren auf dieser Leistung. Das hat zur Folge, dass die beim Wasserlesen getroffenen Aussagen für einen kurzen Zeitraum relativ genau sein können. Je weiter das Ereignis in der Zukunft liegt, desto ungenauer werden die Deutungen, die beim Wasserlesen getroffen werden.

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