Der Begriff Zigeuner entstand im 15. Jahrhundert. Ab diesem Zeitpunkt wurden unter dem Begriff Völker zusammengefasst, die mit Vorurteilen belegt waren. Den Völkern wurde nachgesagt, sich außerhalb der gesetzlichen Richtlinien zu bewegen. Gleichzeitig war ein gemeinsames Merkmal dieser Bevölkerungsgruppen, dass sie ständig ihren Aufenthaltsort wechselten. Im 18. Jahrhundert änderte sich schließlich die Betrachtungsweise auf jene Gruppen. Unter dem Begriff Zigeuner wurden nach langer Entwicklung verschiedene Völker zusammengefasst, denen eine einzige Kultur zugeschrieben wurde, und die als ein Volk betrachtet wurden. Diese Sichtweise verfestigte sich im 19. Jahrhundert. Die negativen Stereotypen wurden auch im 20. Jahrhundert beibehalten und sind in vielen Bevölkerungsteilen auch heute noch anzutreffen. So hält sich bis heute hartnäckig der Glaube, sie würden Kinder entführen oder von Diebesgut leben. Genau diese Vorurteile führten auch zu einer Verfolgung der Zigeuner, die schließlich während der NS-Diktatur ihren Höhepunkt erreichte. Unter den Begriff Zigeuner fallen zwei Gruppen, denen bis heute ein Nomadenleben nachgesagt wird: Die Roma und Cinti. Die Cinti gehören zu den Roma. Sie sind hauptsächlich in den mittel- und westeuropäischen Ländern zu finden. Eine große Anzahl von Cinti sind darüber hinaus auch in Italien beheimatet. Trotz ihrer Herkunft grenzen sie sich als eigenständige Gruppe deutlich von den Roma ab. Die Roma in ihrer Gesamtheit stammen aus dem indischen Raum. Sie wanderten von dort im 14. Jahrhundert nach Europa ein. Entgegen der Vorurteile leben die meisten Cinti und Roma keineswegs als Nomaden. Von den rund 60000 Cinti, die eine deutsche Staatsbürgerschaft haben, ist nur eine geringe Minderheit ohne ständigen Wohnsitz. Gleiches gilt auch für die Großgruppe der Roma, die überall auf der Welt zu finden sind. Der größte Anteil dieser Gruppe hat einen festen Wohnsitz. Mit dem Wort Zigeuner wird auch heute noch Magie und Hexerei assoziiert. Viele Darstellung zeigen deshalb Zigeuner mit Kristallkugeln und andere Requisiten. Einige der Wahrsagetechniken stammen allerdings aus dem europäischen Kulturkreis und wurden erst spät diesem Volk zugeschrieben. Auch das Kartenlegen wird noch mit dieser Gruppierung in Verbindung gebracht. Dies resultiert daraus, dass im 15. Jahrhundert das Kartenlegen von fahrenden Völkern auf Jahrmärkten betrieben wurde. Allerdings handelte es sich dabei nicht primär um jene Gruppen, die heute als Zigeuner bezeichnet werden. Zu diesem Zeitpunkt grassierten noch weitere Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls unter diesen Begriff einsortiert wurden.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Es wurden noch keine Bewertungen abgegeben)
Loading...


0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.