Naturschützer setzen sich für Fledermaus ein

Einige Fledermausarten wie zum Beispiel die große Hufeisennase befinden sich in ständigem Rückgang. Naturschützer setzen sich nun für den Schutz der Tiere und die Erhaltung ihres Lebensraums und ihrer Nahrungsquellen ein.

Letzte Kolonie auf Dachboden

Weibliche Hufeisennasen sammeln meist schon im Spätsommer die Samenzellen der Männchen. Sie entscheiden dann im Frühjahr, ob sie diese für die Befruchtung ihrer Eizellen verwenden oder sich ihrer entledigen. Dies hängt davon ab, ob genug Insekten und Beutetiere für den potentiellen Nachwuchs vorhanden sind. Doch der vermehrte Einsatz von Pestiziden sowie das Fehlen von geeigneten Winterquartieren führte in den 80er Jahren dazu, dass nur noch eine kleine Kolonie dieser Fledermausart in Deutschland übrig blieb.

Rudi Leitl und seine Kollegen vom Landesbund für Vogelschutz entdeckten 1992 diese letzte Kolonie der Hufeisennasen auf dem Dachboden eines leerstehenden Hauses, welches sich in der Gegend eines Militärgebiets befand. Auf Grund der Übungen, die dort stattfanden, wurden in dieser Region keine Pestizide verwendet. Die Tiere fanden also genug Nahrung für sich und ihren Nachwuchs. Um diese Kolonie der Fledermäuse zu schützen, kaufte der Landesbund das Haus und sicherte es gegen Einsturz. Mittlerweile ist dadurch der Ort Hohenburg zu einer wahrhaftigen Touristenattraktion geworden. Es werden sogar Führungen zur Beobachtung der Fledermäuse angeboten.

Obstwiesen für Fledermäuse

Es ist jedoch nicht leicht, herauszufinden, was Hufeisennasen am liebsten fressen, sprich welche Nahrung man ihnen zur Verfügung stellen sollte. Die Tiere betreiben intensive Körperpflege, daher könne man ihnen keine Ringe oder Sender anlegen, so Leitl. Aus diesem Grund sammeln die Naturschützer seit einigen Jahren Kotproben der Tiere, um auf diesem Wege genauere Informationen zu erlangen. Einige Erkenntnisse konnten Leitl und sein Helferteam bereits gewinnen. Sie pflanzten eine Vielzahl von Obstbäumen in der Gegend, da den Tieren somit eine Vielzahl von Insekten bereitgestellt wird und sie sich tagsüber in die Äste der Bäume hängen können. Die Kolonie ist bereits gewachsen, freut sich Leitl, trotzdem werde natürlich weiter geforscht und geschützt.

 

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