Zentralnervöse Störungen bei Vögeln

Zentralnervöse Störungen bei Vögeln

Haben Sie auch schon ab und zu einen Vogel völlig apathisch am Fahrbahnrand sitzen sehen oder wild flatternd und den Kopf verdrehend in der Wiese? Es könnte sein, dass dieser eine Kollision mit einem Auto oder einer Fensterscheibe hatte und dadurch eine Störung des Zentralen Nervensystems (ZNS) erlitten hat. Dieses Gewebe sitzt bei Menschen und Wirbeltieren, also auch Vögeln, im Gehirn und Rückenmark. Das ZNS hat vielfältige Aufgaben und koordiniert beispielweise die Bewegungen. Es gibt viele mögliche Ursachen für Schädigungen.

Was sind die Ursachen?

Zum einen, wie oben erwähnt Gehirnerschütterungen oder –blutungen durch Kollisionen, aber auch angeborene Fehlbildungen können Ursache sein. Es besteht die Möglichkeit von Durchblutungsstörungen durch Blutgerinnsel. Tumore können der Grund sein. Aber auch die Erkrankung innerer Organe, wie Leber- oder Nierenerkrankungen oder auch Mangelernährung können eine Rolle spielen. Beispielsweise fehlen dann Vitamine des B-Komplexes, Vitamin E und Kalzium.

Es kann sich aber auch um eine Vergiftung handeln. Ursache sind dann Insektizide, Autoabgase oder auch Zink aus verzinktem Volierendraht. Zum anderen kann es sich natürlich auch um Infektionen des Gehirns mit Viren, Bakterien oder Parasiten handeln. Bei Tauben sollte man eine Paramyxovirus-Infektion in seine Betrachtung einbeziehen.

Wie sind die Symptome?

Charakteristische Zeichen bei einer Erkrankung des Zentralen Nervensystems sich Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen. Der Vogel kann sich nicht oder nur mit äußerster Mühe auf einem Ast halten und fällt oft herunter. Bei einer Gehirnerschütterung treten oft Bewusstseinsstörungen oder Benommenheit auf. Das kann bis zur Bewusstlosigkeit führen. Häufig wird auch in diesem Fall die Nahrung erbrochen. Betroffene Vögel halten oft ein Auge, manchmal auch beide geschlossen. Man kann das beobachten bei Jungvögeln, die aus dem Nest gefallen sind. Bei einer zentralnervösen Störung kann es auch zu Krampfanfällen kommen, bei der der Vogel zappelt, mit den Flügeln schlägt und manchmal auch seltsame Laute von sich gibt. Oft ist er dabei bewusstlos. Auch die Füße verkrampfen sich zu einer Art Faust. In diesem Stadium kann der Vogel bei längerer Dauer des Anfalls an Kreislaufversagen sterben. Oftmals, wenn Paramyxoviren im Spiel sind, verdreht der kranke Vogel Hals und Kopf um bis zu 180 Grad.

Wie kann man helfen?

Der Tierarzt kann die Ursache feststellen und eine entsprechende Therapie beginnen. Vermeiden sollte man alle äußeren Reize, die auf den unter zentralnervösen Störungen leidenden Vogel einwirken können. Es ist gut ihn dunkel und ruhig zu halten. Am besten setzt man ihn auf eine weiche Unterlage, wo er sich, wenn er einen Krampfanfall haben sollte, nicht zusätzlich verletzen kann. Ist eine Mangelernährung die Ursache, wird der Piepmatz nach der Gabe der fehlenden Substanz (beispielsweise Vitamin B) und etwas Ruhe verhältnismäßig schnell wieder fit sein. Eine Wärmebehandlung oder eine Bestrahlung sollte auf keinen Fall erfolgen. Es könnte die Symptome verschlimmern, da das Blut dann in den Kopf steigt.

 

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