Welche Alternativen zum Gips gibt es bei Haustieren?

Gerade beim Toben können sich Haustiere immer wieder verletzen. Bricht dann ein Knochen, ist ein Gips unausweichlich. Viele Tiere können mit diesem Gipsverband allerdings nicht richtig laufen. Daher stellten Leser auf der Facebook-Seite von Vistano die Frage: „Gibt es eine Alternative zum Gips?“

Was ermöglicht der Gips?

Grundsätzlich muss die Funktion eines Gipsverbandes klar sein, damit eine Alternative gefunden werden kann. Der Knochenbruch hat die Eigenschaft, dass ein intakter Knochen in zwei oder mehrere Teile gespalten wurde. Daher besteht die Gefahr, dass der Knochen dann aus seiner korrekten Lage rutscht, sodass die Bruchstellen nicht mehr korrekt miteinander verwachsen können. Dadurch können Spätfolgen entstehen und auch die weiterführende Verletzung der angrenzenden Gewebeteile ist durchaus möglich. Der Gips hat nun die Aufgabe, die Bruchstellen in ihrer anatomisch korrekten Lage zu halten, sodass diese Spätfolgen vermieden werden.

Hierfür muss gewährleistet sein, dass eine Ruhigstellung erfolgt, was durch die Härte des Gipses gewährleistet wird. Der Gips selbst besteht aus einem Verband, auf den das Gipspulver aufgetragen wird. Sobald die Binde nass wird, löst sich der Gips auf. Ist kein Wasser mehr vorhanden, dann wird der Gips hart und eine Bewegung des gebrochenen Körperteils unmöglich. Das beschriebene Problem besteht darin, dass Gips sehr schwer ist. Gerade bei kleinen Tieren spielt dies eine Rolle. Sie haben häufig nicht genügend Kraft, um den Gips hochzuheben. Große Tiere wie beispielsweise ein Dobermann, haben damit ein geringeres Problem, da das Gewicht des Gipses durch die Kraft gut ausgeglichen werden kann. Der Gips ist allerdings nicht unbedingt notwendig. Vielmehr können alle Maßnahmen, die eine Ruhigstellung bewirken, genutzt werden, um den Bruch zu versorgen. Bei einigen Körperteilen ist es sogar vollkommen unnötig, einen Gipsverband anzulegen. Beispielsweise können Schäden an den Zehengelenken häufig auch mit einfachen Verbänden behandelt werden. Gleiches gilt auch für die Rippen. Hier kann beispielsweise ein fester Verband angelegt werden, der die gleiche Funktion erfüllt.

Cast-Verbände und Orthesen

Gips ist ein sehr schweres Material. Gerade kleine Tiere sind dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Eine gute Alternative bieten beispielsweise Cast-Verbände. Diese bestehen aus Glasfasern oder Polyester. Das Material wird mit einem Kunstharz beschichtet, das durch Nässe aktiviert wird. Cast-Verbände haben gegenüber dem Gips ein deutlich verringertes Gewicht, wodurch das Problem des Gewichts minimiert wird. Zugleich härten diese Verbände, die häufig auch als Kunststoffgips bezeichnet werden, sehr schnell aus. In der Regel sind sie innerhalb von 30 Minuten hart. Ein besonderer Vorteil der Cast-Verbände ist, dass sie wesentlich stabiler sind, als die herkömmlichen Gips-Verbände. Deshalb müssen sie seltener repariert werden, was für das Tier wesentlich angenehmer sein kann. Da die Verbände unempfindlich gegen Wasser sind, kann das Tier auch auf nassem Untergrund laufen, ohne dass dadurch ein Nachteil entsteht. Die Cast-Verbände verursachen allerdings höhere Kosten, weshalb sie seltener eingesetzt werden.

Zugleich sind sie weniger durchlässig für Luftfeuchtigkeit und Wärme, was allerdings bei einem Tier keinen großen Nachteil darstellt. Die Cast-Verbände können zugleich auch Allergien auslösen, die allerdings verhältnismäßig selten auftreten. Grundsätzlich können die Verbände vorallem als Alternative zu Gipsverbänden genutzt werden. Eine weitere Alternative sind Orthesen. Diese Hilfsmittel werden in der Regel nicht bei einem Bruch verwendet, kommen allerdings durchaus infrage. Es handelt sich dabei um medizinische Hilfsmittel, die von einem Orthopädietechniker hergestellt werden müssen. Sie haben die Aufgabe, ein Körperteil zu stabilisieren, es zu entlasten und es ruhigzustellen. Daher sind die wesentlichen Notwendigkeiten erfüllt. Die Orthese ermöglicht beispielsweise auch die Stabilisierung von Gelenken. Wurde der Gipsverband durch einen Riss einer Sehne notwendig, dann kann die Orthese durchaus gute Dienste leisten. Der Nachteil ist allerdings, dass es sich um eine sehr teure Möglichkeit handelt, die daher nur eingesetzt werden sollte, wenn es sich tatsächlich um eine lange Behandlung handelt, die zu einer Korrektur von Fehlstellungen genutzt wird.

 

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