Bedrohte Tierarten aus dem Reagenzglas?

Viele bedrohte Tierarten sterben heutzutage aus. Das letzte männliche Breitmaulnashorn ist z. B. am 19. März 2018 gestorben. Allerdings leben noch zwei weibliche Tiere und es wurde Sperma eingefroren. Nun stellt sich die Frage, ist die künstliche Befruchtung ein Weg, bedrohte Tierarten am Leben zu erhalten? Das Problem ist an dieser Stelle jedoch, dass beide Nashornkühe unfruchtbar sind. Findet sich hier keine Lösung, ist diese Unterart der Nashörner tatsächlich ausgestorben. Es heißt also Daumen drücken!

Bedrohte Tierarten im Zoo

Im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) befassen sich Wissenschaftler mit einem Plan, die Art der Breitmaulnashörner zu retten. Mithilfe von Stammzellen- und Reproduktionsmedizin soll der Fortbestand dieser Tiere gesichert werden. Doch wie läuft das?

Leihmütter für den Fortbestand

Die Wissenschaftler des IZW werden in Kenia Eizellen der zwei Nashornkühe entnehmen. Das vorhandene Sperma aus der Tiefkühlung muss dann in die Eizellen injiziert werden. Eine Befruchtungsmethode, wie sie auch beim Menschen eingesetzt wird. Die beiden überlebenden Kühe gehören zur Gattung der Nördlichen Breitmaulnashörner. Sie sind allerdings zu alt, um selbst noch eine Schwangerschaft durchzustehen. Das ist der Grund, warum Leihmütter der Gattung Südliches Breitmaulnashorn eingesetzt werden.

Diverse Reproduktionstests liefen bereits 2018. Das Forscherteam konnte erfolgreich Nashornembryos im Reagenzglas erzeugen. Im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin laufen Versuche, aus Nashornzellen neue Spermien und Eizellen zu produzieren. Ziel ist es, innerhalb der nächsten 10-25 Jahre den Bestand deutlich steigen zu lassen.

Sie sterben nur für den Profit

Der Grund für das Aussterben der Nashörner ist Wilderei. Die gemahlenen Hörner werden in Asien als eine Art Wunderheilmittel verkauft. Viele Nashornarten befinden sich ebenfalls kurz vor dem Aussterben. Wissenschaftler streiten indes darüber, ob es sich bei der künstlichen Reproduktion noch um den Arten-Erhalt handelt.

Greifen die Menschen zu stark in die Natur ein?

Die Reproduktion soll nur in äußersten Notfällen zum Tragen kommen. Es handelt sich um sehr teure und aufwendige Verfahren. Momentan scheitert der Notplan für Kenia allerdings daran, dass Afrika den Forschern keine Genehmigung erteilt. Die Anträge wurden schon vor einem Jahr gestellt. Das Thema „Eizellen“ ist noch neu und es gibt keine Präzedenzfälle. Die Wissenschaftler sorgen sich hingegen um das Alter der beiden Nashornkühe.

Fakt ist, dass die Reproduktions- und Stammzellenmedizin eine vielversprechende Lösung für das Aussterben bestimmter Arten ist. Allerdings muss immer hinterfragt werden, wann der Mensch zu sehr in die Natur eingreift.

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