Forscher entdecken erstaunliche Wanderung

Dass Vögel im Winter gen Süden fliegen, ist hinlänglich bekannt. Jetzt fanden Wissenschaftler jedoch heraus, dass auch Billionen an Insekten auf Wanderung gehen. Auch sie verlagern ihren Lebensraum je nach Saison aus dem Norden in den Süden und umgekehrt.

3,5 Billionen Insekten begeben sich auf Wanderung

Über ein Jahrzehnt hinweg hat Jason Chapman und sein Forscherteam von der University of Exeter Radarmessungen durchgeführt und so den Himmel im Süden von England im Visier gehabt. Ihre Ergebnisse zeigen eine erstaunliche Wanderung von Insekten.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass im Durschnitt 3,5 Billionen Insekten mit Beginn der kühlen Jahreszeit ihr Sommerheim in England verlassen und sich auf den Weg Richtung Süden bewegen. Die Menge an Insekten entspricht dabei etwa 3200 Tonnen an beweglicher Biomasse.

Auf diese Zahlen kamen die Forscher, indem sie sowohl Insektenfallen an kleinen Zeppelinen befestigten als auch ein Radargerät benutzten. Chapman und Kollegen schließen dabei eine zufällige Bewegung aus. Sie konnten allerdings feststellen, dass die Tiere auf den Wind reagieren. Steht dieser für sie günstig, schließen sich unterschiedliche Tiere und Arten zu einem Schwarm zusammen. So kann es vorkommen, dass sich in den Schwärmen dann sowohl Schwebfliegen als auch Wasserkäfer befinden.

Die Wanderung hat Auswirkungen auf das Ökosystem

Lael Parrott von der University of British Columbia griff diese Ergebnisse im Magazin „Science“ auf und verglich sie dabei mit Plankton im Meer. Er kam zu dem Schluss, dass die Auswirkung der Insektenwanderung einen bisher unbekannten großen Einfluss auf das Ökosystem haben muss. Wenn also ein übermäßiges Insektensterben in einem Gebiet vorliege, sind die Chancen groß, dass dies mit der Zeit an anderer Stelle negative Auswirkungen habe. Diese Vermutung ist nicht abwegig, da die Zahlen, die Chapman und sein Team erheben konnten, anzeigen, dass die Menge der gemessenen Insekten erheblich unter dem Durchschnitt liegen.

Zwar ist der Himmel über Südengland bisher die einzige Messstation, sodass sich die Wissenschaftler nicht sicher sein können, dass die Insektenwanderung auch in anderen Gebieten der Erde auftaucht. Sie weisen aber darauf hin, dass ähnliche Untersuchungen in weniger kargen Gegenden wie etwa in tropischen Gebieten noch erstaunlichere Ergebnisse liefern könnten.

 

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