Wie viel Wahrheit steckt hinterm Honig-Mythos?

Ist der Honig so gut wie sein Ruf? Schon immer galt der Honig als Schönheitsmittel und als förderlich für die Gesundheit. Was ist dran, an dieser These, die dem Honig den Ruf als „flüssiges Gold“ verschafft?

Honig schmeckt hervorragend, findet sich auf jedem Frühstückstisch und hatte früher den Namen „Götternahrung“. Bei den alten Ägyptern wurde Honig als etwas Göttliches gesehen, das die Götter dieser Zeit unsterblich machten sollte. Der goldene süße Saft wurde gern als Beigabe in Pharaonengräbern genutzt und bei den Römern war Honig wegen seiner angeblich potenzsteigernden Wirkung beliebt. Auch heute dient er nicht nur als Brotaufstrich, sondern wird auch wieder vermehrt in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Auch die heilende Wirkung des Honig findet auch neues Interesse, zuletzt gab den Hype um den neuseeländischen Manuka Honig.

Honig aus Deutschland

In Deutschland wird ein pro-Kopf-Verbrauch von 1,5 kg Honig verzeichnet. Damit ist unser Land Spitzenreiter im Honigkonsum. Ca. 75.000 Imker – gewerblich oder Hobby – versorgen das Land mit bestem Honig. Allerdings machen einheimische Produkte nur ein Fünftel des Bedarfes aus. Betrachten wir den Honig aus ernährungsphysiologischer Sicht, schneidet er nicht wirklich besser ab, als es unser Haushaltszucker tut. Bei einer Zusammensetzung von 80 % Zuckerarten und 20 % Wasser und einer unwesentlichen Menge an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, punktet Bienenhonig nicht wirklich.

Problem Gentechnik

Hält die Gentechnik in Deutschland Einzug, sieht es um die Qualität des Honigs noch schlechter aus. Bienen können gentechnisch behandelte Blüten nicht erkennen. Demnach wirkt sich das dann auch auf die Honigproduktion aus. Während Deutschland in puncto Gentechnik noch in den Kinderschuhen steckt, sind in Kanada bereits in 40 % der Honigprodukte gentechnische Stoffe nachweisbar.

Der Ruf hat gelitten

Die Stiftung Warentest hat Honig getestet. Basierend darauf, dass Honig wirklich nur aus Honig bestehen darf, bekamen einige Produkte die Note „mangelhaft“. Es wurden Rückstände diverser Antibiotika gefunden. In anderen Produkten wurde ein Vertreibungsmittel für Bienen entdeckt. Neun Tests deckten Markenschwindel auf. Es waren nur einfache Honige in der Verpackung.

Ein altes Heilmittel neu entdeckt

Auf medizinischem Gebiet gewinnt der Honig allerdings an Beliebtheit. Im Alltag wird Honig bei Erkältungen, Magen-Darm-Problemen oder Hautirritationen eingesetzt. Auch für die Wundheilung ist Honig ein beliebtes Hausmittel. Gegen Bakterien und Keime wird Honig auch in Kliniken immer häufiger benutzt. Hier wird allerdings medizinischer Honig für Wundverbände eingesetzt. Experten sehen Sinn in weiteren Studien zum Einsatz von Honig. So könnte z. B. die blutfett-senkende Wirkung näher erforscht werden. Allerdings ist der süße Saft kein Ersatz für etablierte Behandlungskonzepte.

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