Malleus beim Pferd

Definition

Der Malleus beim Pferd ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Burkholderia mallei ausgelöst wird. Als Beinamen trägt diese Krankheit Mürde, Hautwurm oder Rotz, der allerdings nicht mit den namensverwandten Nasenausflüssen gleichzusetzen ist. Der früher weitverbreitete Malleus äußert sich durch Narben bildende Knötchen und Geschwüre der (Schleim-) Häute. Durch konsequente Bekämpfung sind die verursachenden Bakterien in Westeuropa und Nordamerika nahezu ausgestorben, insofern handelt es sich beim Malleus in unseren Breitengraden um eine sehr seltene Krankheit. Dennoch ist sie der Beachtung wert und sogar meldepflichtig, da sie auf Menschen übertragbar ist und für den Homo Sapiens einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Ursache

Der Malleus beim Pferd wird durch eine Infektion mit den Bakterien namens Burkohlderia mallei verursacht. Der stäbchenförmige Erreger kann in dunklen, feuchten Orten etliche Wochen überdauern, ist aber gegen Austrocknung äußerst anfällig, und handelsübliche Desinfektionsmittel töten ihn wirkungsvoll ab. Die Einnistung erfolgt in den Rachen- und Darmschleimhäuten der Pferde, wohin sie über das Futter, Wasser oder Einstreu gelangen. Von dort breiten sie sich über die Lymphknoten im Organismus der Tiere aus und vermehren sich rasant. Eine weitere Infektionsgefahr sind offene Wunden, die dem Burkholderia mallei als sperrangelweit geöffnete Pforte dienen.

Symptome

Der Malleus beim Pferd kann sowohl latente, akute und chronische Phasen aufweisen. Die Inkubationszeit beträgt in etwa drei Tage, bis sich erste Knötchen auf den Schleimhäuten oder auf der Haut bilden. Haben die Erreger die Lymphknoten passiert, setzen sie sich auf den Organen ab um auch hier Narben bildende Knötchen und Geschwüre zu verursachen. Die Krankheit lässt sich je nach betroffenen Organen in Nasen-, Lungen- und Hautrotz unterscheiden, wobei ein fließender Übergang durchaus gegeben ist. Bei Pferden verläuft der Malleus in der Regel chronisch, die akute Form ist den Maultieren und Eseln eigen, die sich durch teils blutenden Nasen- und Augenausfluss sowie Fieber bis zu 42°C zeigt. Die akute Verlaufsform endet bei Eseln und deren Abkommen innerhalb einer Woche meistens letal. Bei der häufigsten, chronischen Form sind die Erreger nicht derart virulent und es kommt zu weniger dramatischen Symptomen und Folgen. Der dauerhafte Malleus zeigt sich insbesondere durch wiederkehrende Fieberschübe und Hustenattacken, verbunden mit Atemproblemen sowie entzündeten Lymphknoten (überwiegend im Halsbereich). Unter Umständen ist eine Wassereinlagerung in den Hinterbeinen zu bemerken, die bis in die Sprunggelenke reicht.

Diagnose

Bei Verdacht auf Malleus beim Pferd muss der Amtstierarzt informiert werden, der nicht nur das betroffene Tier, sondern die gesamte Umgebung auf das Vorkommen der Bakterien untersuchen muss. Bei der Serumlangsam-Agglutination handelt es sich um einen Bluttest, mithilfe dessen der Befall mit 85%-iger Sicherheit nachgewiesen werden kann. Der Test schlägt etwa ein bis zwei Wochen nach der Infektion an und dient ein halbes Jahr zum Nachweis der Ansteckung. Als zweiten Nachweis kann die Komplement-Bindungsreaktion angeführt werden, wodurch die gebildeten Antikörper gegen das Bakterium nachgewiesen werden.

Behandlung

Es wäre eine positive Nachricht, dass der Malleus beim Pferd durch strikte Quarantäne und Vergabe von Antibiotika geheilt werden kann. Leider ist dies nach dem heutigen Stand der Medizin nicht der Fall. Das Burkholderia mallei ist auf Menschen übertragbar und nimmt nicht selten einen tödlichen Krankheitsverlauf. Um dieser Ansteckungsgefahr vorzubeugen, werden an Malleus infizierte Tiere eingeschläfert.

Wann zum Tierarzt?

Beim bloßen Verdacht auf Malleus beim Pferd muss der Amtstierarzt verständigt werden, um weitere Ansteckungen von Mensch und Tier zu vermeiden.

Prognose

Die Prognose des Malleus beim Pferd hat ein von Menschenhand geschaffenes, schnelles Ende – infizierte Tiere werden eingeschläfert. Die latente und chronische Form des Malleus zeigt sich durch sehr schwache Symptome, sodass sich der Erreger teils über Jahre unbemerkt auf Ihre Herde und die damit in Berührung kommenden Menschen ausbreiten kann. Bei Eseln und Maultieren verläuft der akute Rotz innerhalb weniger Tage tödlich.

Vorbeugung

In Westeuropa und Nordamerika ist der Malleus beim Pferd nahezu von der Bildfläche verschwunden. Aus Ländern wie Türkei, Iran, Irak, Mongolei, Mexiko, Brasilien oder China, in denen das Bakterium noch stärker vertreten ist, dürfen keine Pferde eingeführt werden. Bricht die Krankheit in hiesigen Beständen aus, müssen die infizierten Tiere getötet und die direkte Umgebung gründlich desinfiziert werden. Die Hauptansteckungsgefahr sind gemeinsame Futtertröge und Tränken, eine vorbildliche Stallhygiene ist darum unabdingbar.

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