Harmonie im Stall – so fühlen sich Schweine sauwohl!

Die Landesanstalt für Schweinezucht in Boxberg, kurz LSZ, erforscht, wie sich Schweine in ihrem Stall richtig wohl fühlen. Ziel dieser Untersuchungen ist es, eine artgerechte Haltung für Schweine zu erreichen. Die Frage ist dann nur, ob und wie die Landwirte die Studienerkenntnisse im Alltag umsetzen können.

Wenn es um Schweinehaltung geht, haben viele Menschen bestimmte, schreckliche Bilder im Kopf. Die Zuchttiere liegen im Dreck, vegetieren nur vor sich hin und sehen selten Tageslicht. Natürlich schockieren solche Bilder, aber in der Regel hält der Schock nicht lang an und die armen Schweine geraten wieder in Vergessenheit. Auch Schreckensberichte über die Entfernung der Hoden oder das Kupieren der Schwänzchen bei Ferkeln, ganz ohne Betäubung, rütteln nur kurz wach.

Besserer „Wohnraum“ für Schweine

Im Stall des LSZ sind die Verhältnisse anders. Die Schweine haben Auslauf und können in frischem Stroh wühlen oder sich hier ausruhen. Außerdem werden sie in Gruppen gehalten, was den Tieren gut tut. Es wurden unterschiedliche Lebensbereiche geschaffen. Ihr „Geschäft“ verrichten die Schweine im Freien. Für uns hat es den Anschein, als sei die kleine Schweinewelt in Ordnung. Die Tiere in der Landesanstalt haben viel Platz, was sich besonders dort zeigt, wo die Ferkel entbunden werden.

In herkömmlichen Zuchtställen hat eine Sau nur ein beengtes Gitter von ca. 4,5 Quadratmetern zur Verfügung. Dies wird so gehandhabt, damit die Ferkel bei der Geburt von der Mutter nicht erdrückt werden. Säue werfen ca. zwei Mal jährlich ungefähr 10 Ferkel. Die Temperaturen in diesen Zuchtbetrieben sind meist sehr hoch. Im LSZ hat die Sau 12 Quadratmeter Platz und keine Heizung. Diese bietet nicht nur Freiheit, sondern auch die Möglichkeit, sich selbst aufzuwärmen.

Auf 120 kg in nur einem Jahr

Wie bereits aus Berichten bekannt, stehen die Schweine in Zuchtbetrieben in der Regel auf Betonplatten, die in Rillen den Kot der Schweine auffangen. In „normalen“ Betrieben haben die Schweine lediglich 0,75 Quadratmeter Platz, damit das Fleisch als Öko-Fleisch verkauft werden darf, sind 2,3 Quadratmeter Pflicht. Nach Ablauf eines Jahres, wiegen die Jungschweine bereits 120 kg.

Aktuell verdient ein Landwirt an einem Schwein ca. 130 – 140 Euro. Wirtschaftlich ist das nicht. Um sich zu rentieren, müsste jedes Schwein ca. 180 Euro einbringen.

Der Tierschutzbund ist allerdings beeindruckt von den Ställen der Landesanstalt für Schweinezucht. Hier würde es den Schweinen besser gehen. Zukünftige Landwirte nehmen die Erkenntnisse der LSZ gern an. Allerdings geht es im LSZ auch um alternative Schweinehaltung, nicht um den Gewinn bei der Schweinezucht.

Wirft man einen Blick auf Schweinezuchten im Osten Deutschlands, wo mehr als 70.000 Schweine untergebracht sind, ist die Umsetzung der Vorgaben des LSZ sehr schwierig. Kleine und mittlere Betriebe können die Erkenntnisse da schon eher umsetzen. In Boxberg gibt es schon viele Ideen, wie diese bessere Haltung der Schweine zum Umdenken bewegen kann.

Wohlfühlen im Musterstall

Wichtig für die Schweine ist laut Tierschutz, dass sie sich normal verhalten und leben können. Eingriffe wie die Kastration oder das Kupieren der Ferkel sollten vermieden werden. Hiermit sollen die Schweine nur an das System angepasst werden. Wichtiger sei aber, die Lebensräume an die Tiere anzupassen.

Die Kosten für das LSZ, sowohl für den Aufbau, wie auch für den Betrieb liegen zwar in Millionenhöhe, aber jedes Jahr lernen zahlreiche angehende Schweinehalter, Lehrlinge, Studenten, Fachschüler und Betriebsleiter im Institut. In Baden-Württemberg liegt die Größe der Zuchtbetriebe in Bereichen, in denen man die Erkenntnisse des LSZ umsetzen kann. Die größten Zuchtbetriebe liegen bei ca. 500 Tieren.

 

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