Den Eltern, uns allen und der Rest der Familie gewidmet!

Vistano Beraterin Aurora3 - Beraterblog

Den Eltern, uns allen und der Rest der Familie gewidmet!

Den Eltern, uns allen und dem Rest der Familie gewidmet

Ich schreibe Dir, lieber Leser, diese Zeilen im Bewusstsein der tiefen Bande, die uns als Familie verbinden. Es ist mir ein Herzensanliegen, Dir eine Einsicht anzuvertrauen, die ich für den Frieden unserer Seelen als unverzichtbar erachte.

Sofern Seelen zur Wiedergeburt schreiten, betreten sie die Erde nicht zufällig. Sie tragen bereits einen wohlbedachten Plan in ihrem Inneren. Sie wissen, was sie in diesem Dasein fühlen und lernen möchten – und, was ebenso von Gewicht ist: mit wem. Die Ersten, die noch vor unserer Ankunft auserkoren werden, sind die Eltern. Sie sind nicht lediglich das Tor zum ersten Atemzug, sondern Wesen, die wir aus früheren Existenzen kennen. Sie sind genau jene, die wir so benötigen, wie es unsere Entwicklung erfordert. Letztlich sind es wir, die sie erwählen.

Als Menschen hegen wir oft klare Vorstellungen davon, wie eine Mutter oder ein Vater zu sein habe. Ist dies jedoch wirklich möglich oder gar von Nutzen? Gewiss nicht. Was daraus folgt, ist oft Enttäuschung. Wir ziehen Vergleiche und denken voller Reue: „Hätten wir einen anderen Anfang gehabt, wäre alles gewiss besser gewesen.“ Doch dies ist ein Irrtum.

Ungeachtet der Art und Weise, wie uns die Eltern begegnen, entwickeln sie durch ihr Wirken in uns genau jene Qualitäten, die wir benötigen, um das sogenannte Karma zu vollenden – jenes höhere Ziel, das uns hierher auf die Erde geführt hat. Verlierst Du einen Elternteil, so geschieht dies, weil er oder sie seine Bestimmung erfüllt hat und Du das Nötige empfangen hast; mehr bedurfte es nicht. Durch ihr Fehlen entwickeln Kinder zumeist andere Stärken als jene, die mit beiden Eltern aufwachsen, und die Bindung zum verbliebenen Elternteil ist entweder tiefer oder von gänzlich anderer Art. Somit ist es, wie es ist – genau so, wie es sein muss.

Das Problem offenbart sich erst, wenn wir hier auf Erden vorgegebene Muster verinnerlichen und sie starr anwenden möchten. Gewiss bedarf es einer Konstante, einer Richtschnur – doch ebenso müssen wir auf die leise Stimme unserer Seele lauschen. Die Zeit unseres Daseins ist eine Zeit des Lernens und der Wandlung. Wird dieser Prozess gehemmt, so leben wir nur zur Hälfte – oder vielleicht gar nicht. Zuerst sterben wir innerlich … erst später verlassen wir diese Welt wahrhaftig.

Ich möchte Dir das Beispiel einer Klientin anführen, die im hohen Alter von nahezu hundert Jahren ihr zweites Buch verfasste. Ihre Seele weilte voller Liebe hier auf Erden, und sie erfreute sich täglich an dieser Gabe, die sie bis zum letzten Atemzug nutzte. Ich habe niemanden kennengelernt, der so ausgeglichen, so sicher und so warmherzig war. Sie besaß die Kraft, das Leben aus mannigfaltigen Blickwinkeln zu betrachten. Sie hatte Traumata hinter sich gelassen – sie hatte die Lager während des Krieges durchlebt, und der einzige Mann, den sie liebte, fand dort den Tod –, hatte Verluste überwunden und war erfüllt von einer Souveränität und emotionalen Intelligenz, die von Wärme und regenerativer Kraft durchdrungen waren.

Was wir verstehen sollten, ist Folgendes: Die Menschen unserer Familie treffen sich dort oben wieder, wir erwarten einander, und eines Tages werden wir uns erneut gemeinsam verkörpern.

Haben wir keine „eigenen“ Kinder, wie die Menschen dies gemeinhin verstehen? Dann hat dies nur eine Bedeutung: Unser Dasein hier auf Erden hat einen gänzlich anderen Sinn. Unsere „Kinder“ sind all jene Menschen, denen wir begegnen und denen wir helfen können – oder die sich helfen lassen –, soweit es in unserer Kraft steht. Durch unsere Taten oder durch unser Beispiel. Wir haben Tausende von Kindern. Wir sind die universellen Mütter und Väter. Wir haben weit mehr zu geben … Eine außergewöhnliche Bestimmung, die es zu verstehen gilt, denn es musste genau so sein!