Tarotkarten

Die Tarotkarten haben eine lange Geschichte und bestehen aus 78 Karten, die in 2 Gruppen geordnet sind, die „Arkana“. Das Wort „Arkana“ stammt vom lateinischen Arcanum ab und bedeutet Geheimnis. Des Weiteren leitet es sich von „arca“ ab, dass mit Kiste übersetzt wird. Die Tarotkarten können durch die Arkana mit einem Geheimnis interpretiert werden, das in einer Kiste liegt und daher von außen nicht betrachtet werden kann. Tarotkarten können auch ohne die kleine Arkana gelegt werden. Durch dieses Vorgehen kann dann allerdings nicht auf spezielle Situationen und Einflüsse eingegangen werden, die in der große Arkana angedeutet werden.

Die große Arkana im Tarot

Die große Arkana besteht aus 22 Karten und stellt Personen, Begebenheiten und Einflüsse dar. Sie zeigt das Unterbewusste des Fragenden, die Lebensentwicklung und die Einflüsse, die andere Menschen auf das Leben des Einzelnen haben. Gleichzeitig zeigen diese Tarotkarten Eigenschaften und Ergebnisse aus Entscheidungen auf, die auf dem Lebensweg getroffen werden. Darüber hinaus werden viele Fakten dargelegt, die aus der Entwicklung des Menschen resultieren. Die 22 Karten der großen Arkana sind mit römischen Ziffern nummeriert.

Die kleine Arkana im Tarot

Die kleine Arkana besteht aus vier mal 14 Karten in vier unterschiedlichen Farben. Sie werden wie folgt geordnet:

Jede Gruppe von Karten bestehet aus zehn Zahlenkarten und vier Hofkarten. Sie stehen nicht für das Schicksal, vielmehr symbolisieren diese Karten konkrete Situationen. Sie beziehen sich immer auf die große Variante und spiegeln Konstellationen und Konflikte innerhalb der Aussagen der großen Variante. Die Tarotkarten der kleinen Arkana liegen in der Legung zwischen den Karten der großen Variante. Innerhalb der Legung zeigen sie durch ihre Position an, dass an dieser Stelle die Möglichkeit zur Handlung durch den Fragenden gegeben ist. Somit können sie als Zeiger genutzt werden um die Situation zu verändern.

Die Kelche Tarotkarten

Die Kelche gehören zur kleinen Arkana und bestehen aus Hofkarten und Zahlenkarten. Sie stehen grundsätzlich für alles was mit den Gefühlen zu tun hat. Sie repräsentieren das Element Wasser und stehen in der Astrologie für die Sternzeichen Fisch, Krebs und Skorpion.

Die Kelche: Hofkarten

Die Kelche: Zahlenkarten

Die Münzen Tarotkarten

Die Münzen gehören zur kleinen Arkana des Tarot und bestehen aus Hofkarten und Zahlenkarten. Sie stehen grundsätzlich für alles was mit Bodenständigkeit und Materiellen zu tun hat. Sie repräsentieren das Element Erde und stehen in der Astrologie für die Sternzeichen Stier, Steinbock und Jungfrau.

Die Münzen: Hofkarten

Die Münzen: Zahlenkarten

Die Schwerter Tarotkarten

Die Schwerter gehören zur kleinen Arkana und bestehen aus Hofkarten und Zahlenkarten. Diese Tarotkarten stehen grundsätzlich für alles was mit Gedanken und Worten zu tun hat. Sie repräsentieren das Element Luft und stehen in der Astrologie für die Sternzeichen Zwilling, Waage und Wassermann.

Die Schwerter: Hofkarten

Die Schwerter: Zahlenkarten

Die Stäbe Tarotkarten

Die Stäbe gehören zur kleinen Arkana und bestehen aus Hofkarten und Zahlenkarten. Diese Karten stehen im Tarot grundsätzlich für alles was mit Tatkraft zu tun hat. Sie repräsentieren das Element Feuer und stehen in der Astrologie für die Sternzeichen Widder, Schütze und Löwe.

Die Stäbe: Hofkarten

Die Stäbe: Zahlenkarten

Geschichte der Tarotkarten

Ursprung der Tarotkarten

Es gibt diverse Geschichten über den Ursprung der Tarotkarten. Ihre Geburtsstätte könnte Indien, Marokko oder sogar das alten Ägypten mit seinen Pyramiden gewesen sein. Das ist natürlich viele Jahrtausende her, der tatsächlich überprüfbare Zeitraum ist um einiges jünger. Denn die Karten, die dem heutigen Tarot ähneln, erschienen in Europa erst am Ende des 14.Jahrhunderts.

Tarotkarten auf dem Weg: Orient und Europa

Die in Europa aufgetauchten Karten haben ihren Ursprung womöglich in der islamischen Welt, da sie Tokapi Museum Istanbul im vergangenen Jahrhundert zuletzt gefunden wurden. Die Karten des Tokapi Museums stammen aus der Zeit der aus Ägypten und Syrien stammenden Herrscherklasse der Marmelucken. Sie regierten dort ab dem 13.  Jahrhundert. Dieses Kartenblatt bildet zum ersten Mal die vier verschiedenen Symbolbereiche der uns heute bekannten Spielkarten ab. Die Kelche für das Herz), die Schwerter für Pik, die Münzen, die für das Karo stehen und die Stäbe, die das Kreuz abbilden.

Tarotkarten und die Stände im mittelalterlichen Europa

Bei uns in Europa fanden die Symbolbereiche ihr Gegenstück in den mittelalterlichen Ständen:

  • König
  • Königin
  • Ritter
  • Bauer / Bube
  • Priester / Kelche
  • Kaufleute / Münzen

Die Münzen, die für die Kaufleute stehen, die Kelche, die das Priestertum darstellen, die Schwerter, die den Rittern zuzuordnen sind und die Stäbe, die für die Bauern stehen. Jede dieser Symbole gibt es zehn Mal, vom Ass bis zur Karte Nummer 10. Dazu jeweils vier Hofkarten: König, Königin, Ritter und Bube. Insgesamt sind es also 56 Karten, die auch als die Kleinen Arkana (die kleinen Geheimnisse) bekannt sind.

Tarotkarten in der Neuzeit

Heutzutage besteht das Tarot-Kartenblatt aus 78 Karten, denn es kamen noch weitere 22 Karten hinzu. Diese werden als die Großen Arkana (die großen Geheimnisse) bezeichnet. Die Große Arkana ist der Mittelpunkt, das Herz des Tarot-Kartenblattes. Die Karten der Großen Arkana entstanden um 1428 als „Das Spiel der Trümpfe“ am Hof des Mailänder Herzogs Filippo Maria Visconti. Deshalb werden die Karten der Großen Arkana auch als Trumpfkarten bezeichnet. Diese kunstvollen, von Hand gestalteten Karten, bestehen aus einzelnen Motiven, wie beispielsweise dem Narren, der Kaiserin, der Eremit, der Turm, und vielen mehr.

Der Name Tarot

Doch wie ist nun der Name Tarot entstanden? Der Name „Tarot“ ist vom italienischen „Tarocchi“ abzuleiten, das um 1505 herum bekannt wurde. In der deutschen Version gab es dann das „Tarock“, das auch heute noch für das ähnliche Kartenspiel gebräuchlich ist. Seine Entstehung könnte rein hypothetisch von „Tar“ für Weg und „Ro“ für König stammen. Daneben gibt aber auch noch weitere Herleitungen.

Gebelin und der Golden Dawn – Die Tarotkarten als Orakel

Ursprünglich war das ganze System wohl als Kartenspiel gedacht und weniger als ein Orakel. Eine viel Tiefere Bedeutung wurde dem Tarot es erst 1781 beigemessen, als der französische Universalgelehrte Antoine Court de Gebelin in den Bildern eine Symbolik erkannte. Gebelin meinte deshalb darin ein Buch der Weisheiten zu erkennen, das aus alten Zeiten überliefert wurde. Damit hatte Gebelin das Fundament für das Studium der Bedeutung und des Zusammenspiels der Karten gemauert. Nun konnte das Tarot seiner heutigen Bedeutung, dem Orakel, zugeordnet werden.

Der esoterische Forschergeist war vor allem im Frankreich des 19 Jahrhunderts lebendig. Ettilla, Éliphas Lévi, Papus und Oswald Wirth waren in dieser Zeit sehr beflügelt und trugen signifikant zur Erörterung der Symbolik der Kartenbilder und der weiteren Hintergründe bei.
Die Basis begann aber sich 1888 von Frankreich nach London zu verschieben, wo der Hermetische Orden der Goldenen Morgenröte (Golden Dawn) geboren wurde.

Esoterik und das Tarot: Aleister Crowley & Edward Waite

Der Golden-Dawn-Orden beschäftigte sich eingehend mit dem Tarot. Drei Mitglieder des Golden Dawn fühlten sich durch Ihre Studien dazu bewogen eigene Versionen des Tarots herauszubringen. Bei den Mitgliedern handelte es sich um Aleister Crowley, Edward Waite und Paul Foster Case. Die beiden ersten Herren wirst Du sicherlich kennen, denn die beiden Esoteriker erlangten Weltruhm, bis heute.

Ursprünge des Marseille Tarot & Rider-Waite-Tarot

Vor der Zeit des Golden Dawn waren die Karten als Tarot von Marseille bekannt. Die Abbildungen der Karten der Großen Arkana war sehr schlicht gehalten und auf den Karten der Kleinen Arkana war neben den Zahlen und einem geschmückten Rand, nur das Symbol des jeweiligen Standes abgebildet. Diese Aufhebung der Reduziertheit war auch die große Veränderung, die Dank des in London lebenden Amerikaners Arthur Edward Waite, Einzug fand.

In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Pamela Coleman Smith erschien das Kartendeck 1909 im Verlag William Rider & Son. Das neu verlegte Rider- oder Rider-Waite-Tarot avancierte zu einem der beliebtesten Tarotkartendecks weltweit. Der Struktur und Motivdarstellung des Tarots von Marseille folgend, erweitere Waite die Symbolik der Karten der Großen Arkana. Die größte Veränderung haben aber die Karten der kleinen Arkana durchlebt. Das Britische Museum in London besaß eine Kopie der in Italien entstandenen und aus dem 16. Jahrhundert stammenden Sola-Busca-Karten. Von ihnen inspiriert haben wir es Arthur Edward Waite und Pamela Coleman Smith zu verdanken, dass die Tarotkarten nun intuitiv gedeutet werden können.

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