Ein Tropfen mitten im Ozean

Vistano Beraterin Aurora3 - Beraterblog

Ein Tropfen mitten im Ozean

Es ist mir sehr wichtig, zu einer Aussage zurückzukehren, die mir am Herzen liegt: Die Menschen, die in unserem Leben vorbeigehen oder gegenwärtig bleiben – in welcher Form der Verbindung auch immer, seien es Kollegen, Freunde, Lebenspartner, Nachbarn oder bloße Passanten – sind wesentlich. Ich verstehe, was ihr damit sagen wollt, wenn ihr feststellt, dass manche gut und andere weniger gut sind …

Mein Bild von der Menschheit ist das eines weiten Ozeans, der aus unzähligen Wassertropfen besteht. Manche leuchten intensiver; im Sonnenlicht bewegt, sind sie warm, klar, und ihre Farbe spielt in Türkis, Smaragdgrün oder spiegelt bisweilen den Himmel, sodass sie rein blau erscheinen. Doch was wären diese Tropfen ohne die anderen? Ohne jene, die im Schatten der Felsen ruhen, wo kein Licht eindringt, sondern nur Dunkelheit, Kälte und matte Farben? Dort offenbart der Ozean uns nur die schweigende Tiefe der Erde, wo alles schwer und verborgen wirkt – als würden die Tropfen schwerfällig, erschöpft, traurig und kraftlos.

Die Wahrheit ist, dass wir verbunden sind, ob es uns gefällt oder nicht. Diese Wahrheit sollte uns motivieren, Licht dorthin zu tragen, wo es in unserer Macht steht, und zu akzeptieren, dass die Dunkelheit mit ihrem Schmerz und ihrer Ohnmacht dort ruhen darf, wo sie unverrückbar scheint.

Was mich erfüllt, ist die Fähigkeit, die Sensibilität zu nutzen, um die verborgene Schönheit im Meisterwerk namens Ozean – oder Welt – zu entdecken. Sensibilität lebt dort, wo das Ego schläft, wo wir nicht mehr alles in „gut“ oder „schlecht“ einteilen, sondern einfach zulassen, dass alles ist. Und dort, wo das Ego einschläft, wohnt auch die reine Liebe. Wenn wir nicht bewerten, nicht urteilen, nicht etikettieren, kann der Schmerz keine Wurzeln schlagen. Und dennoch gelingt es dem Schönen, sich aus der Masse zu lösen und jene zu beglücken, die mit ihm in Resonanz treten. Sensibilität ist eine Qualität, aber auch ein Instrument, das mit Liebe und Achtsamkeit gepflegt werden muss. Sie kann ein Katalysator sein, ein Transformator, der selbst den einfachsten, vielleicht sogar unbedeutendsten Dingen um uns herum Wert verleiht.

Doch hier entsteht eine wesentliche Frage: Was geschieht, wenn wir es nicht wissen, wenn wir glauben, wir könnten Sensibilität nicht auf einer positiven, kreativen, menschlichen Ebene leben oder uns nicht dafür entscheiden? Die Antwort ist von Bedauern und Schmerz geprägt, denn sie kann zu einer Waffe werden, die uns selbst und andere verletzt. In meinen Coachingsitzungen höre ich oft: „Ich bin sensibel, das oder jenes tut mir weh.“ Was passiert dann? Der Schmerz wird weitergereicht wie ein Ball, der den Hang hinabrollt und sich nicht mehr aufhalten lässt. Diejenigen, die ihn aufnehmen und fühlen, wissen oft nicht einmal mehr, woher er kam oder was seine Ursache war. Sie übernehmen ihn und beruhigen sich mit dem Satz: „So ist das Leben.“

Die Energie eines jeden von uns erhellt entweder das Gute oder etwas anderes. In unserer dualen Welt muss es so sein, doch wir haben die Kraft, uns dorthin zu stellen, wo wir Frieden empfinden. Jede Krankheit entspringt einer negativen Energie; sie ist ein Symptom, das uns zeigt, dass in uns etwas geheilt werden muss. Und nur wir können dies tun, wenn wir es wollen. Sogar Unfälle, Viren – all das sind Alarmsysteme der Seele mit einer einzigen Botschaft: „Bitte sieh hin, was geschieht, und transformiere es.“